Andy Burnham: Neuer Premier will bodenständig regieren
Andy Burnham: Neuer Premier will bodenständig regieren

Andy Burnham, der neue britische Premierminister, wird heute Vormittag von König Charles III. mit der Regierungsbildung beauftragt. Der 56-Jährige tritt sein Amt inmitten einer tiefen Regierungskrise an und verspricht einen grundlegenden Politikwechsel. In seiner ersten Rede präsentierte sich Burnham als bodenständiger und volksnaher Politiker, der die politische und wirtschaftliche Macht stärker in öffentliche Hand legen und von London in die Regionen verlagern will.

Burnhams politischer Werdegang

Burnham war zuvor Bürgermeister von Greater Manchester und genoss dort mehr Freiheiten und Nähe zu den Menschen. Er kennt die Gepflogenheiten in Westminster jedoch genau, da er bereits als Abgeordneter tätig war. Schon 2010 und 2015 hatte er erfolglos versucht, an die Spitze der Labour-Partei gewählt zu werden. Am vergangenen Freitag erfolgte seine Ernennung ohne Gegenkandidat. Die BBC beschrieb ihn jüngst als „rücksichtslosen Strippenzieher“ und verwies auf seinen Anteil am Sturz von Keir Starmer sowie auf Berichte, dass er entgegen dem bisherigen Labour-Kurs neue Öl- und Gasbohrungen in der Nordsee genehmigen könnte.

Privatleben und Persönlichkeit

Burnham wuchs mit zwei Brüdern im Dorf Culcheth zwischen Manchester und Liverpool auf. Seine Eltern, beide Labour-Anhänger, prägten seine politische Einstellung. Als junger Teenager inspirierte ihn eine Drama-Serie über einen Arbeitslosen, politisch aktiv zu werden. Seine Ehefrau Marie-France van Heel kennt er seit dem Studium; das Paar ist seit 2000 verheiratet und hat drei Kinder. Burnham ist bekennender Fan des FC Everton und erwähnte seine Liebe zum Verein sogar in seiner Antrittsrede als Labour-Chef. Er hoffe, seine Menschennähe auch in der kommenden Saison mit einer Dauerkarte unter Beweis stellen zu können.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Herausforderungen und erste Schritte

Burnham steht vor enormen Herausforderungen: Die britische Wirtschaft schwächelt, außenpolitisch verliert die Nation an Bedeutung, und die Bevölkerung leidet unter Wohnungsnot, hohen Energiekosten und sozialer Ungleichheit. Oppositionsführerin Kemi Badenoch prophezeite ein „böses Erwachen“. Seine konservativen Vor-Vorgänger Rishi Sunak und Boris Johnson gaben ihm gut gemeinte Ratschläge mit auf den Weg, dass er nicht viel Zeit habe, da die Briten Premierminister schnell verschleißen würden. Bereits heute werden Ankündigungen zu Maßnahmen für mehr finanziellen Spielraum erwartet. Burnham verspricht, Unternehmen einzubinden und seine Partei als volksnahe Kraft ohne Fraktionskämpfe zu etablieren.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration