Der britische Premierminister Keir Starmer hat seinen Rücktritt angekündigt. Der Labour-Politiker beugt sich damit dem seit Monaten steigenden Druck aus den eigenen Reihen. Noch bevor Starmer sich am Montag an die Öffentlichkeit wandte, hatte US-Präsident Donald Trump den Schritt bereits öffentlich prophezeit.
Trump sagt Rücktritt voraus
Trump schrieb am Sonntag auf seiner Plattform Truth Social: „Keir Starmer wird als Premierminister des Vereinigten Königreichs zurücktreten.“ Starmer habe „bei zwei sehr wichtigen Themen kläglich versagt – Einwanderung und Energie“. Er fügte hinzu: „Ich wünsche ihm alles Gute.“ Worauf der US-Präsident seine Prognose stützte, ließ er offen. Aus der Downing Street hieß es, es habe keinen Austausch zwischen Trump und Starmer zu dessen politischer Zukunft gegeben.
Hintergrund der Spannungen
Trumps Spitzen gegen Starmer dürften auch mit dessen Haltung im Irankonflikt zusammenhängen. Starmer hatte Trump zunächst die Nutzung britischer Militärbasen für Angriffe auf Iran untersagt, was den US-Präsidenten verärgerte. Die Beziehungen zwischen beiden waren angespannt.
Druck aus der eigenen Partei
Der Druck auf Starmer, der im Juli 2024 ins Amt gewählt worden war, war zuletzt deutlich gestiegen. Besonders die empfindliche Niederlage der Labour-Partei bei den Kommunal- und Regionalwahlen im Mai hatte ihn geschwächt. Sein parteiinterner Konkurrent Andy Burnham, der bei einer Nachwahl in Nordengland kürzlich ein Parlamentsmandat eroberte, forderte Starmer offen heraus und will ihn als Partei- und Regierungschef ablösen.
Zeitplan für den Abschied
Die britische Sonntagszeitung „The Observer“ hatte bereits am Wochenende getitelt, Starmer werde voraussichtlich am Montag seinen Rücktritt erklären und dabei „einen Zeitplan für seinen Abschied“ vorstellen – so kam es nun auch. Nach Angaben des „Guardian“ sieht der wahrscheinlichste Zeitplan vor, dass Starmer bis nach dem Sommer im Amt bleibt und der neue Vorsitzende auf dem Labour-Parteitag Ende September gewählt wird.
Reaktionen und Ausblick
Starmers Rücktritt markiert das Ende einer kurzen Amtszeit, die von innerparteilichen Konflikten und politischen Niederlagen geprägt war. Die Labour-Partei steht nun vor der Aufgabe, einen neuen Vorsitzenden zu wählen und sich für die nächste Parlamentswahl zu positionieren. Die Entwicklung in Großbritannien wird auch international mit Spannung verfolgt.



