Bei einem verheerenden Waldbrand in der spanischen Region Andalusien sind nach aktuellem Stand mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Zeitweise war von zwölf Toten die Rede, ein weiterer Todesfall wird noch geprüft. Gleichzeitig gelten bis zu 23 Menschen als vermisst. Die Katastrophe ereignete sich nahe der Ortschaft Las Gallardos in der Provinz Almería.
Flammen breiteten sich rasant aus
Der Brand brach am Donnerstagnachmittag aus und breitete sich binnen kürzester Zeit über mehr als 3000 Hektar aus. Getrieben von starkem Wind und extremer Trockenheit fraßen sich die Flammen durch die Landschaft. Straßen wurden unpassierbar, dichter Rauch nahm den Menschen die Sicht. Viele versuchten, mit ihren Autos zu fliehen, doch genau das wurde ihnen zum Verhängnis.
Einsatzkräfte fanden mindestens vier Tote in einem ausgebrannten Fahrzeug. Nach ersten Hinweisen könnte es sich um einen Wagen mit Rechtslenkung gehandelt haben – ein mögliches Indiz dafür, dass die Insassen aus Großbritannien stammen. Bestätigt ist das bislang nicht.
Ausgetrocknetes Flussbett wird zur tödlichen Falle
Andere Opfer hatten versucht, in letzter Sekunde zu Fuß zu fliehen. Sie verließen ihre Autos und suchten einen Ausweg abseits der Straße über ein ausgetrocknetes Flussbett, eine sogenannte Rambla. Doch genau dieser Fluchtversuch wurde ihnen zum Verhängnis: Das Feuer erfasste auch dieses Gelände. Später fanden Einsatzkräfte mehrere Tote außerhalb der Fahrzeuge. Der andalusische Notfallminister Antonio Sanz sprach von einer „echten Falle“.
Opfer überwiegend Ausländer
Mindestens acht Menschen wurden verletzt, vier von ihnen schwer. Sie erlitten schwere Verbrennungen und mussten in Spezialkliniken behandelt werden. Die Identität der Opfer ist noch unklar. Nach Angaben der Behörden handelt es sich nach bisherigen Erkenntnissen überwiegend um Ausländer. Die Identifizierung läuft. Die Region um Almería gilt mit rund 2,7 Millionen Touristen pro Jahr als beliebtes Urlaubsziel.
Über 1000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, viele verbrachten die Nacht in Notunterkünften. Rund 150 Feuerwehrleute kämpfen gegen die Flammen, unterstützt von Spezialeinheiten des Militärs. Mehr als 150 Notrufe gingen bei den Einsatzkräften ein.
Stromleitung als mögliche Ursache
Als mögliche Ursache gilt nach bisherigen Erkenntnissen eine heruntergerissene Stromleitung, die in die völlig ausgetrocknete Vegetation gefallen sein könnte. Bestätigt ist das bislang nicht. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez zeigte sich „tief erschüttert“ und rief die Menschen in der Region zu großer Vorsicht auf.



