Brand im Müritz-Nationalpark weitet sich auf über 160 Hektar aus
Brand im Müritz-Nationalpark: 160 Hektar betroffen

Der Brand im Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern weitet sich weiter aus. Nach Angaben des Landkreises vom Mittwochnachmittag brennen oder brannten bereits mehr als 160 Hektar. 330 Einsatzkräfte sind vor Ort. Die am Dienstagabend angeordnete Evakuierung des Ortes Granzin bleibt bestehen. Eine Riegelstellung um den Ort Speck wird ausgebaut.

Appell an Landwirte zur Unterstützung

Der Landkreis bat Landwirte um Hilfe, um die Einsatzkräfte zu entlasten. Sie sollen etwa Eggen und Wassertanks bereithalten, um entstehende Brände auf Feldern eigenständig bekämpfen zu können. „Das nimmt weiteren Druck von den Einsatzkräften im Landkreis“, hieß es. In den vergangenen Tagen hatte es wiederholt auf Feldern im Norden gebrannt.

Umweltminister plant Besuch

Schwerins Umweltminister Till Backhaus (SPD) will am Donnerstag in die betroffene Region reisen. Für den Vormittag ist eine Pressekonferenz vor Ort geplant.

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Munitionsbelastung erschwert Löscharbeiten

Laut Landesforst gilt im betroffenen Bereich die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe. Für das Forstamt Mirow herrscht hohe Gefahr, ebenso im Südwesten des Landes für das Forstamt Jasnitz. Der Brand wurde am Montag gemeldet. Seitdem läuft der Einsatz. Am Morgen gab der Landkreis bekannt, dass bundesweit eine Anfrage nach weiteren Kreisregnern gestellt worden sei. Diese Wassersprenger werden zur Bewässerung genutzt, um das Feuer einzudämmen. Da ein stark munitionsbelasteter ehemaliger Truppenübungsplatz betroffen ist, kann die Feuerwehr nicht direkt an den Brand heran.

Einsatz könnte Tage dauern

Ein Landkreissprecher hatte am Dienstagabend gesagt, er gehe davon aus, dass der Einsatz noch Tage dauern werde. Erst Ende Juni war ein Brand auf einem anderen, nahe gelegenen Truppenübungsplatz im Nationalpark ausgebrochen. Mehr als 100 Hektar waren betroffen. Auch damals handelte es sich um munitionsbelastetes Gelände.

Auswirkungen auf Wassersportler

Der Brand stellt Wassersportler vor Herausforderungen. Ingo Hecht, Betreiber einer Kanuvermietung in Kratzeburg, hat nach eigener Aussage Schwierigkeiten, Ausflügler mit ihren Booten zurückzuholen. Bestimmte Wasserwege könnten nicht befahren werden, erklärte er der Deutschen Presse-Agentur. Auch an Land seien Wege gesperrt, über die Kunden normalerweise zurückfahren. Einige Kunden seien schon mehrere Tage unterwegs, hätten ihre Handys ausgeschaltet und vom Brand nichts mitbekommen. Man schaue nun, wie man sie zurückhole. Generell laufe in seinem Verleih „Sparprogramm“. Die Hälfte der Belegschaft helfe bei der Brandbekämpfung. Aktuell könnten Kunden nur eine deutlich kleinere Strecke fahren. Die Nachfrage sei geringer als sonst. Es sei das erste Mal, dass ein Brand den Kanuverleih derartig einschränke.

Tourismus und Radweg betroffen

Andernorts an der Seenplatte wirkt sich das Feuer nicht aus. Der östliche Teil des Nationalparks sei nicht betroffen, sagte eine Sprecherin des Tourismusverbands Mecklenburgische Seenplatte. In Mirow etwa bekomme man nichts von dem Feuer mit. Generell sei nur ein kleiner Teil des Nationalparks betroffen. Einschränkungen gebe es allerdings für den Berlin-Kopenhagen-Radweg, der aktuell nicht durch den Nationalpark befahrbar sei. Es gebe aber eine Ausweichstrecke von Neustrelitz nach Waren.

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