Die extreme Hitzewelle Ende Juni 2025 hat in Deutschland nach neuen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zu rund 7100 zusätzlichen Todesfällen geführt. In der Woche vom 22. bis 28. Juni starben etwa 23.900 Menschen – das sind 7100 mehr als in den zwei Wochen zuvor. Die Sterbefallzahlen lagen damit um 32 Prozent über dem Durchschnitt der Vergleichswochen der Jahre 2022 bis 2025, wie die Behörde am Dienstag in Wiesbaden mitteilte.
Rekordtemperaturen und ihre Folgen
Parallel zu den Rekordtemperaturen von mancherorts über 41 Grad Celsius stieg die Zahl der Todesfälle drastisch an. Das Statistische Bundesamt hatte zuvor in ersten Schätzungen von etwa 6800 Hitzetoten gesprochen und korrigierte diese Zahl nun nach oben. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hatte vergangene Woche eine Zahl von mindestens 5100 hitzebedingten Sterbefällen in Deutschland genannt. Europaweit sollen insgesamt 10.000 Menschen mehr in Folge der Hitzewelle gestorben sein.
Vergleich zu den Vorjahren
Bereits in den Jahren 2018 und 2019 gab es viele Hitzetote: 2018 starben rund 8400 Menschen hitzebedingt, 2019 waren es etwa 6900. In den Jahren 2022 bis 2025 schwankte die Zahl der geschätzten Hitzetoten zwischen 2600 und 4900 pro Jahr. Die aktuellen Zahlen für Juni 2025 liegen mit 7100 zusätzlichen Todesfällen deutlich über diesen Werten.
Sterbefallzahlen im zweiten Quartal
Im zweiten Quartal 2025 starben nach vorläufigen Angaben insgesamt rund 243.600 Menschen. Mit Ausnahme der letzten Juniwoche bewegten sich die Sterbefallzahlen zumeist im Bereich der mittleren Werte der vier Vorjahre oder darunter. Im April lagen sie um fünf Prozent und im Mai um zwei Prozent unter den Vorjahreswerten. Der von der Hitzeperiode geprägte Juni hingegen verzeichnete einen Anstieg um neun Prozent im Vergleich zum Mittelwert der Jahre 2022 bis 2025.
Hintergrund: Hitze und Gesundheit
Dass im Zusammenhang mit Hitze die gesundheitliche Belastung hoch ist und die Sterbefallzahlen ansteigen, ist nach Angaben der Statistikbehörde ein bekannter Effekt in Sommermonaten. Die Behörde betont, dass die aktuellen Zahlen die Notwendigkeit von Hitzeschutzmaßnahmen unterstreichen.



