Extremhitze und Gewitter: Wetter in Deutschland bleibt extrem
Extremhitze und Gewitter: Wetter bleibt extrem

Die extreme Hitzewelle über Deutschland, insbesondere im Süden, setzt sich auch in den kommenden Tagen fort. Meteorologen erwarten jedoch eine Zunahme von Gewittern, die lokal mit Unwettern einhergehen können. Wo genau diese Gewitterzellen entstehen, ist schwer vorherzusagen, aber wo sie zuschlagen, drohen Starkregen, Hagel und Sturmböen.

Hitze und Gewitter: Eine gefährliche Mischung

Der Sommer 2026 stellt viele Menschen vor große Herausforderungen. Besonders der Süden Deutschlands leidet unter der anhaltenden Hitze, die weite Teile Europas im Griff hat. Immer wieder wird die Hitze von kurzen Gewitterphasen unterbrochen, die auch Unwetter produzieren können. Die Frage ist, wie lange diese Wetterlage anhält und ob massive Unwetter Deutschland am Ende treffen werden.

Was früher in Deutschland kaum vorkam und seit den 1980er-Jahren nur als absolute Ausnahme galt, scheint in diesem Sommer zur Normalität zu werden. Bereits am Montag wurden punktuell Spitzenwerte um 40 Grad gemessen, beispielsweise in Weil am Rhein. Auch am Dienstag gab es ähnlich hohe Temperaturen in Süddeutschland. Die pausenlose Hochsommerhitze Südeuropas hat sich durch den Klimawandel und veränderte Wetterlagen bis nach Süddeutschland und teilweise sogar bis in den hohen Norden ausgebreitet.

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Feuchtere Luft und instabile Atmosphäre

Nachdem die Hitze zunächst sehr trocken war und große Hitzehochs Gewitter verhinderten, hat sich die Lage in den letzten Tagen verändert. Die Luft wird feuchter, nicht zuletzt, weil die Meere um Deutschland herum immer wärmer werden. Immer mehr Wasser verdunstet und gelangt in die Atmosphäre, die dadurch instabiler wird. Die Hochdruckgebiete über weiten Teilen Mitteleuropas schwächen langsam ab, auch über Deutschland. Damit steigt die Gewitterneigung.

Am Wochenende forderten Unwetter sogar ein Menschenleben. Diese Gewitter sind oft nur lokal unterwegs, aber keinesfalls zu unterschätzen. Sie könnten uns noch einige Wochen beschäftigen.

Wochenmitte: Kurze Abkühlung mit Unwettergefahr

Am Mittwoch werden in Ost- und Süddeutschland erneut Temperaturen um 35 Grad erwartet – zwar keine 40 Grad, aber die Luft wird schwül und damit ähnlich belastend. Neue Gewitter lassen nicht lange auf sich warten. Nachdem die nächtlichen Gewitter im Nordosten abziehen, bilden sich im Tagesverlauf im Süden und Osten neue Gewitterzellen. Diese werden wieder nur regional auftreten, und wo genau, ist kaum vorherzusagen. Wo sie jedoch zuschlagen, besteht Unwettergefahr durch Starkregen, Hagel und Sturmböen.

Die Nordwesthälfte Deutschlands bekommt dagegen schon kühlere Luft, die sich am Donnerstag ost- und südwärts ausbreitet. Trotzdem sind hier Spitzenwerte um 30 Grad möglich. Auch Gewitter mit Starkregen, besonders an den Alpen, sind zu erwarten.

Freitag: Möglicherweise kein Hitzetag

Am Freitag könnte es einen seltenen Tag in diesem Hochsommer geben. Mit etwas Glück gibt es keinen Hitzetag mit 30 Grad und mehr, sondern nur bis zu 29 Grad im Süden. Die Mitte scheint entspanntes Sommerwetter mit Sonne und rund 25 Grad zu bekommen. Im Norden bleibt es kühler, windiger und wechselhafter. Manche mögen sich dort vielleicht einen Hauch des süddeutschen Hitzesommers wünschen.

Nächste Hitzewelle steht schon bereit

Was manchen im Norden fehlt, ist im Süden definitiv zu viel. Schon am Samstag kehrt die Hitze mit rund 32 Grad zurück. Am Sonntag rutscht die 30-Grad-Grenze sogar bis nach Norddeutschland. Im Südwesten sind mindestens 35 Grad drin. Der Beginn der neuen Woche dürfte solche Temperaturen selbst im Norden wieder möglich machen. Örtlich sind im Osten und Süden Werte nahe 40 Grad nicht ausgeschlossen – schon wieder! Es ist der x-te extreme Hitzeschwall in diesem Sommer.

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Tropennächte belasten die Gesundheit

Auch die Nächte werden erneut schweißtreibend. Tiefstwerte um 20 Grad werden gerade zum Montagmorgen wieder die Regel sein. In den Innenstädten bleibt es sogar noch deutlich wärmer. Gerade diese sehr warmen Nächte, die sogenannten Tropennächte, machen uns gesundheitlich besonders zu schaffen. Sie werden mit zunehmender Feuchtigkeit in der Luft häufiger auftreten. Wasserdampf ist ein natürliches und das wichtigste Treibhausgas in unserer Luft. Er speichert Energie in rauen Mengen und hält die Luft selbst nach Tagestemperaturen von nur knapp über 30 Grad nachts teilweise bei solch hohen Werten.

Kommt der große Unwetter-Hammer noch?

Angesichts der ständigen Hitze, die in Süddeutschland schon allein wegen der vielen Hitzetoten als Unwetter einzustufen ist, hielt sich die Gewitter-Unwetterbilanz in Deutschland bislang in Grenzen. Auch die großen Temperaturkontraste zwischen Nord- und Süddeutschland hätten in anderen Jahren deutlich mehr Schwergewitter mit all ihren Folgen verursacht. Die Trockenheit der Luft und der Böden sowie sehr mächtige Hochdruckgebiete mit Warmluft bis in große Höhen haben das bisher unterbunden. Aber jetzt, wo Hochdruck und Trockenheit zu bröckeln beginnen, drängt sich die Frage auf: Kommt der große Unwetter-Hammer noch?

Erste heftige Gewitter gab es zuletzt schon. In der Nacht von Donnerstag zu Freitag könnte es in den Alpen und am deutschen Alpenrand Starkregen über mehrere Stunden mit zumindest lokalen Überflutungen und Gerölllawinen geben. Nach einem meist ruhigen Wochenende scheint es zum Montag, spätestens Dienstag, wieder mehr zu krachen. Genauso schnell deutet sich danach aber wieder eine trockenere Phase an.

Die Hitzeglocke Südeuropas gibt also noch nicht auf, und mit ihr der hohe Luftdruck und die trotz mancher Gewitter insgesamt zu trockene Witterung. Aber ja, es steht zu befürchten, dass der große Knall noch kommt. Das Mittelmeer ist in manchen Regionen nahezu karibisch heiß, und auch der Nordatlantik ist – mal wieder – mehrere Grade zu warm. Das sind gewaltige Energiemengen, die sich früher oder später in Extremwettern entladen. Die Frage ist nur: wann, wo und wie?