Green Boots: Leiche vom Mount Everest nach 30 Jahren geborgen
Green Boots: Bergung nach 30 Jahren am Mount Everest

Er galt als makabres Mahnmal: Nach 30 Jahren soll der als „Green Boots“ bekannte Tote vom Mount Everest geborgen werden. Die Leiche, die aufgrund ihrer giftgrünen Koflach-Stiefel diesen Namen erhielt, liegt seit Jahrzehnten an der Nordostroute des höchsten Berges der Welt (8849 Meter). Nun plant die Indo-Tibetan Border Police (ITBP) die Bergung aus der sogenannten Todeszone oberhalb von 8000 Metern.

Hintergrund der Bergungsaktion

Die heikle Aktion soll in den Monaten Juni bis September stattfinden. Die ITBP, eine paramilitärische Einheit, sucht derzeit ein auf Höhenbergungen spezialisiertes Unternehmen. Ein Team erfahrener Sherpas soll die Leiche über die tibetische Seite ins Tal bringen. Zunächst hatte „The Tribune“ darüber berichtet.

Der Mythos um „Green Boots“

Der Mythos entstand nach einer Tragödie am Mount Everest im Jahr 1996. Da Bergungen in extremer Höhe als äußerst gefährlich gelten, blieb der Tote mit den grünen Bergsteigerstiefeln über Jahrzehnte am Berg zurück. Von Schnee und Eis konserviert, wurde die Leiche zu einem grausigen Mahnmal für die Lebenden. Zahlreiche Bergsteiger, die über die Nordostroute zum Gipfel klettern, mussten an ihr vorbeisteigen.

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Identität des Toten unklar

Wer „Green Boots“ ist, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Nach Auffassung der ITBP handelt es sich um Dorje Morup (†47). Andere Bergsteiger gehen jedoch davon aus, dass die sterblichen Überreste zu dem indischen Bergsteiger Tsewang Paljor (†28) gehören, ebenfalls einem ehemaligen Beamten der Indo-Tibetischen Grenzpolizei. Sowohl Morup als auch Paljor gehörten am 10. Mai 1996 zu einer sechsköpfigen Expedition, die nahe dem Gipfel in einen tödlichen Sturm geriet. Während drei von ihnen angesichts des schlechten Wetters umkehrten, setzten Morup und Paljor zusammen mit Tsewang Samanla den Aufstieg fort und kamen wenig später am Berg ums Leben.

Herausforderungen der Bergung

Für die Leichenbergung sind mindestens sechs erfahrene Sherpas nötig, die über besondere Kenntnisse bei technischen Bergungsarbeiten in Höhen von mehr als 8000 Metern verfügen. Außerdem muss das Unternehmen die Formalitäten und Genehmigungen der chinesischen Behörden in Tibet einholen, um den Leichnam über die Grenze zwischen Tibet und Nepal zu transportieren, nach Kathmandu zu fliegen und die Rückführung nach Indien zu organisieren.

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