Hitzewelle in Deutschland: DWD misst Juli-Rekorde in drei Bundesländern
Hitzewelle: DWD misst Juli-Rekorde in drei Bundesländern

Neue Hitzerekorde im Juli

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat vorläufig neue Temperaturrekorde für den Monat Juli in drei Bundesländern gemessen. In Bernburg an der Saale (Sachsen-Anhalt) wurden 40,5 Grad erreicht, in Kitzingen (Bayern) 40,4 Grad und in Ohlsbach (Baden-Württemberg) 40,2 Grad. Auch in Frankfurt am Main, Bad Nauheim (beide Hessen) und im baden-württembergischen Rheinfelden kletterte das Thermometer auf 40 Grad. Der bundesweite Hitzerekord liegt bei 41,8 Grad, gemessen Ende Juni in Drewitz, Sachsen-Anhalt.

Flächendeckende Rekorde

Laut DWD wurden während der aktuellen Hitzewelle an 467 von 488 Wetterstationen Allzeit- oder Monatsrekorde bei der Höchsttemperatur registriert. Das Robert Koch-Institut schätzt, dass in diesem Jahr bereits fast 10.000 Menschen in Deutschland infolge der hohen Temperaturen gestorben sind. Die Hitzewelle ist Teil einer Serie extremer Wetterereignisse, die Europa immer häufiger heimsuchen.

Rhein und Donau auf Rekordtief

Die anhaltende Trockenheit führt zu historisch niedrigen Pegelständen an Rhein und Donau. Am wichtigen Nadelöhr Kaub in Rheinland-Pfalz lag der Pegel am Donnerstag bei 29 Zentimetern, teilte die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) mit. Bis Montag könnte der Wert auf 26 Zentimeter fallen – knapp über dem Rekordtief von 25 Zentimetern aus dem Jahr 2018. Das niederländische Wasser- und Infrastrukturministerium meldete am Messpunkt Lobith westlich von Emmerich den niedrigsten je gemessenen Wasserstand.

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Auswirkungen auf die Schifffahrt

Das Niedrigwasser zwingt die Binnenschiffer, ihre Frachtkapazität drastisch zu reduzieren. „Aktuell sind die Schiffe nur zu etwa 20 Prozent ausgelastet“, sagte Roberto Spranzi, Vorstand der Schifffahrtsgenossenschaft DTG, die rund 100 Frachtschiffe betreibt. „Um die üblichen Frachtmengen zu transportieren, werden vier- bis fünfmal so viele Schiffe benötigt.“ Dies treibt die Transportkosten in die Höhe und belastet die Wirtschaft.

Probleme für die Stromversorgung

Der niedrige Pegel der Donau beeinträchtigt auch die Stromerzeugung. In Ungarn und Rumänien wurden Kernkraftwerke heruntergefahren, da das Kühlwasser knapp wird. In Rumänien sank der Wasserstand der Donau auf ein Drittel des üblichen Juli-Mittelwerts. Ungarns Ministerpräsident Péter Magyar warnte vor möglichen Engpässen, da zudem ein gasbetriebenes Kraftwerk wegen einer technischen Panne ausgefallen ist. In Österreich mussten mehrere Wasserkraftwerke ihre Produktion drosseln. Der Schiffsverkehr auf der Donau ist bereits eingeschränkt, Kreuzfahrten von Passau nach Wien enden vorzeitig.

Die extreme Hitzewelle und die anhaltende Trockenheit verdeutlichen die Folgen des Klimawandels. Europa erlebt immer häufiger frühere, längere und heißere Hitzewellen, die nicht nur die Gesundheit der Menschen gefährden, sondern auch die Infrastruktur und die Wirtschaft belasten.

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