Kachelmanns „Scheißsommer“-Prognose: Meteorologe ordnet ein
Kachelmanns „Scheißsommer“-Prognose: Meteorologe ordnet ein

Jörg Kachelmann sorgt mit einer drastischen Wetterprognose für Aufsehen. Auf der Plattform X spricht der bekannte Meteorologe von einem „Scheißsommer“ und verweist auf aktuelle Langfristmodelle des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF). Seine Sorge: Hitze, Trockenheit und kaum Regen – möglicherweise bis weit in den August hinein. Doch wie belastbar sind solche Vorhersagen wirklich? Wetter.com-Meteorologe Georg Haas mahnt im Gespräch mit unserer Redaktion zu einer differenzierten Betrachtung. Die aktuelle Wetterlage sei durchaus außergewöhnlich – allerdings sei nicht jede langfristige Prognose gleichermaßen belastbar.

Historische Hitzewelle Ende Juni

„Die Hitzewelle Ende Juni hatte historische Ausmaße“, erklärt Haas. Im gesamten vergangenen Jahrhundert habe es in Deutschland lediglich einen einzigen Tag mit 40 Grad gegeben. „In dieser Hitzewelle hatten wir innerhalb einer Woche gleich drei.“ Auch die nun bevorstehende Hitzewelle werde insbesondere im Südwesten Deutschlands wieder mehrere Tage mit Temperaturen von deutlich über 35 Grad bringen. Ob allerdings erneut die 40-Grad-Marke erreicht werde, lasse sich derzeit noch nicht seriös sagen.

August-Prognose bleibt eine „Wundertüte“

Deutlich kritischer sieht Haas Aussagen über den gesamten August. „Was der August bringt, ist eine Wundertüte“, erklärt der Meteorologe. Zwar deuteten die Modelle darauf hin, dass der Monat insgesamt wärmer als das frühere Klimamittel ausfallen dürfte, wobei neue Temperaturrekorde nicht auszuschließen seien. Ob Deutschland jedoch eine lang anhaltende Trockenperiode, schwere Unwetter oder wechselhafte Wetterphasen erwarten, lasse sich derzeit noch nicht seriös vorhersagen. „Das geben die Wettermodelle derzeit einfach noch nicht her“, betont Haas.

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Keine Panik – aber Hitze nicht unterschätzen

Alarmistische Schlagzeilen hält Haas deshalb für problematisch. „Panik ist, glaube ich, in allen Lebenslagen keine gute Reaktion“, sagt er. Gleichzeitig dürfe die Gefahr keinesfalls verharmlost werden. „Ich möchte die Hitze und ihre Dramatik nicht herunterspielen.“ Denn tatsächlich sei die statistisch tödlichste Wettergefahr weder Blitz noch Hagel oder Sturm – sondern Hitze. Anders als bei Stürmen oder Überschwemmungen fehle zwar häufig die spektakuläre Bildsprache, dennoch führe große Hitze, besonders bei alten oder chronisch kranken Menschen, regelmäßig zu einer erhöhten Sterblichkeit.

So schützt man sich bei extremer Hitze

Um gesundheitliche Risiken zu verringern, empfiehlt Haas vor allem ausreichendes Trinken. Viele Kreislaufprobleme entstünden durch Flüssigkeitsmangel. „Wenn man erst trinkt, wenn man Durst hat, kann es bereits zu spät sein“, sagt der Meteorologe. Außerdem sollte möglichst dann gelüftet werden, wenn die Außentemperatur unter der Raumtemperatur liegt. Helle Kleidung reflektiere die Sonneneinstrahlung besser und könne den Körper zusätzlich entlasten. Wer körperliche Anstrengungen vermeiden könne, sollte dies möglichst tun oder Bewegung in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen.

Klimawandel verschärft die Entwicklung

Für Haas zeigt die aktuelle Wetterlage erneut, wie dringend Deutschland sich an den Klimawandel anpassen müsse. Mehr Stadtgrün, kühlere Innenstädte und ein besserer Hitzeschutz seien wichtige Maßnahmen.

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