Gardasee: Ballverbot an Stränden in Riva del Garda bis September
Ballverbot am Gardasee: Riva del Garda sperrt Strände

Am Gardasee herrscht in den kommenden Monaten striktes Ballverbot an den touristischen Stränden von Riva del Garda. Die Verordnung gilt bis zum 27. September und betrifft den Strandbereich südlich des Rad- und Fußwegs zwischen Punta Lido und dem Hafen San Nicolò. Hintergrund sind die wachsende Zahl von Beschwerden von Badegästen, die sich durch herumfliegende Fuß- und Basketbälle gestört oder gefährdet fühlen.

Stadt begründet Verordnung mit Sicherheit und Erholung

Die Stadtverwaltung erklärte, dass in der Hochsaison die Strände nahezu durchgehend stark frequentiert seien. Zudem würden Bälle häufig mit „wettkampfmäßiger Wucht“ geschossen, was das Verletzungsrisiko erhöhe. Bürgermeister Alessio Zanoni verteidigte die Maßnahme: „Es handelt sich nicht um eine Maßnahme gegen Kinder oder gegen das Spielen an sich, sondern um eine Entscheidung für Ausgewogenheit und Verantwortung.“ Während der Sommermonate seien die Strände Treffpunkt für Familien mit kleinen Kindern, ältere Menschen und andere besonders schutzbedürftige Besucher. Die Stadt müsse Sicherheit und Erholung für alle gewährleisten.

Alternative Spielmöglichkeiten werden angeboten

Die Verwaltung verweist auf Alternativen: Wer Fußball oder andere Ballspiele ausüben möchte, könne auf die Sportflächen und Grünanlagen sowie auf die Flächen nördlich des Rad- und Fußwegs ausweichen. Dort sei ausreichend Platz vorhanden, ohne andere Badegäste zu beeinträchtigen.

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Gesellschaftliche Debatte um Spielen im öffentlichen Raum

Die Regelung löst grundsätzliche Diskussionen aus. Der frühere Fußballprofi Paolo Poggi sieht darin ein Zeichen für einen gesellschaftlichen Wandel. Er beklagte, dass das Spielen von Kindern im öffentlichen Raum heute immer weniger toleriert werde. Der ehemalige Profi prestigeträchtiger Fußballklubs wie Venezia, Udinese und AS Rom betonte, dass er als Kind in Venedig überall Fußball gespielt habe – selbst in den engen Gassen. Konflikte mit Anwohnern habe es zwar gegeben, gespielt wurde aber trotzdem. Heute hätten sich die Gewohnheiten verändert, wodurch auch öffentliche Räume anders genutzt würden. Es sei schade, dass dadurch ein Stück Spontaneität verloren gehe. Zugleich müsse man die besonderen Anforderungen eines Touristenortes respektieren.

Ähnlich äußert sich Andrea Trainotti, Kapitän des Fußball-Drittligisten AC Trento. Er könne das Anliegen der Stadt nachvollziehen, alle Strandbesucher zu schützen. Gleichzeitig bedauert er, dass Kindern und Jugendlichen immer weniger Flächen zum Spielen zur Verfügung stünden: „Im Vergleich zu früher wird das Spielen im Freien zunehmend eingeschränkt, während Smartphones und Tablets einen immer größeren Teil der Freizeit von Kindern einnehmen. Jeder verlorene Raum für Bewegung ist bedauerlich“, beklagte der Fußballer.

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