Mexiko drängt auf Strafverfolgung nach tödlichen ICE-Einsätzen in den USA
Mexiko drängt auf Strafverfolgung nach ICE-Todesfällen

Die mexikanische Regierung will nach zahlreichen Todesfällen mexikanischer Migranten bei Einsätzen oder im Gewahrsam der US-Einwanderungsbehörden direkt bei den US-Justizbehörden auf Strafverfolgung der Verantwortlichen drängen. Dies gab Außenminister Roberto Velasco am Donnerstag bekannt.

17 Todesfälle seit Trumps Amtsantritt

Mindestens 17 mexikanische Staatsbürger seien seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump im Januar 2025 bei Razzien oder in Gefängnissen der Einwanderungsbehörde ICE oder anderer US-Behörden ums Leben gekommen, erklärte Velasco. Die mexikanische Regierung werde „die diplomatische Ebene überspringen und sich direkt an die Staatsanwaltschaften in den USA wenden“, sagte der Außenminister auf einer Pressekonferenz mit Präsidentin Claudia Sheinbaum.

Präsidentin Sheinbaum fordert Menschenrechte

Staatschefin Sheinbaum erklärte, sie werde die privaten Betreiber von Haftanstalten in den USA dazu drängen, die „Menschenrechte der Mexikaner zu achten“. Der Schritt folgt auf den jüngsten tödlichen Vorfall in Houston, Texas.

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Tod von Lorenzo Salgado in Houston

Erst am Dienstag hatte ein ICE-Mitarbeiter in Houston den Mexikaner Lorenzo Salgado bei einer Fahrzeugkontrolle erschossen. Das US-Heimatschutzministerium erklärte, Salgado habe die Beamten bedroht und diese hätten in Notwehr gehandelt. Nach Angaben seiner Familie lebte der Mann seit fast 35 Jahren in den USA. Der Fahrer habe zunächst ein Auto der Einsatzkräfte gerammt und dann versucht, mit seinem Fahrzeug einen Beamten zu erfassen, woraufhin der Beamte das Feuer eröffnete. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig prüfen. Laut dem Ministerium wurde der Fahrer in ein Krankenhaus gebracht, erlag dort jedoch seinen Verletzungen. Das Ministerium leitete interne Ermittlungen wegen der Schussabgabe ein.

ICE-Einsätze im Rahmen von Massenabschiebungen

Es handelte sich nicht um den ersten tödlichen Schusswaffeneinsatz von ICE-Mitarbeitern. Ähnliche Vorfälle hatten im Januar die Proteste gegen Massenabschiebungen der Trump-Regierung weiter angeheizt. Trump entließ daraufhin Heimatschutzministerin Kristi Noem; ihr Nachfolger Markwayne Mullin will ICE erklärtermaßen aus den Schlagzeilen bringen. Die Migrationsbehörde ICE hatte zuletzt ihre Kontrollen zur Umsetzung der Massenabschiebungen verstärkt. Ende Juni nahmen ICE-Beamte binnen fünf Tagen mehr als 10.000 Menschen fest.

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