Massiver Drohnenangriff auf Moskau und die Krim
In der Nacht hat die Ukraine nach russischen Angaben einen massiven Drohnenangriff auf Moskau gestartet. Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärte auf Telegram, die Stadt sei mit mehr als 390 Drohnen angegriffen worden, von denen 81 von der Luftabwehr zerstört wurden. Die Flughäfen Wnukowo, Domodedowo und Schukowski wurden vorübergehend gesperrt. Unabhängige Bestätigungen liegen nicht vor.
Gleichzeitig wurde die annektierte Krim attackiert. In Feodossija traf eine Drohne ein Umspannwerk, sodass große Teile der Stadt ohne Strom waren, berichtete der proukrainische Kanal Crimean Wind. Die Ukraine habe seit Anfang Juli insgesamt 154 Energieanlagen auf der Krim und in besetzten Gebieten getroffen, erklärte Kommandeur Robert Browdi.
USA hinken bei Drohnenproduktion hinterher
Das US-Militär hat große Probleme beim Aufbau einer eigenen Drohnenproduktion für die Ukraine. Travis Metz, Leiter des Drohnenprogramms des Verteidigungsministeriums, sagte, die Ukraine werde in diesem Jahr voraussichtlich sechs bis sieben Millionen kleine Angriffsdrohnen produzieren. Das 1,1 Milliarden Dollar schwere US-Programm komme dagegen bis Februar auf insgesamt knapp 200.000 bestellte Exemplare. „Der Weg von null auf 200.000 ist deutlich schwerer als die spätere Ausweitung“, erklärte Metz. Erschwerend komme hinzu, dass das Pentagon künftig vollständig US-Bauteile verlange.
Neuer britischer Premier empfängt Selenskyj
Der neue britische Premierminister Andy Burnham hat Wolodymyr Selenskyj als ersten ausländischen Besucher empfangen. „Großbritannien steht Seite an Seite mit der Ukraine, und unsere Unterstützung bleibt ungebrochen“, erklärte Burnham. Großbritannien werde neue Störtechnologie zum Schutz ukrainischer Drohnen bereitstellen.
Caritas-Mitarbeiterin in Charkiw getötet
Bei einem russischen Raketenangriff auf Charkiw wurde eine Mitarbeiterin des katholischen Hilfswerks Caritas getötet. Ihr zehnjähriger Sohn wurde verletzt. Caritas-international-Leiter Oliver Müller erklärte: „Dieser unerbittlich geführte Krieg macht vor niemandem Halt.“
Korruptionsfall: Ex-Staatssekretär veruntreute Hilfsgelder
Die ukrainische Antikorruptionsbehörde deckte eine Gruppe auf, die von einem ehemaligen Staatssekretär des Außenministeriums geführt worden sein soll. Die Beschuldigten sollen über 1,12 Millionen Euro aus Spenden veruntreut haben. Die Ermittlungen dauern an.
Weitere Entwicklungen
Rumänien wies einen Mitarbeiter der russischen Botschaft aus, nachdem mehrere Drohnen in den rumänischen Luftraum eingedrungen waren. Kasachstan halbierte seine Ölförderung nach der Schließung des CPC-Terminals. Iran drohte der Ukraine nach dem Beschuss von Schiffen im Kaspischen Meer. Bei einem russischen Raketenangriff auf eine Waffenmesse nahe Kyjiw kamen elf Menschen ums Leben, der Veranstalter sitzt in Untersuchungshaft.



