Nächste Hitzewelle: Bis zu 45 Grad in Deutschland erwartet
Nächste Hitzewelle: Bis zu 45 Grad erwartet

Nach einer Hitzewelle, die der Deutsche Wetterdienst (DWD) als „historisch“ einstuft, zeichnet sich bereits die nächste extreme Hitzeperiode ab. Meteorologe Alban Burster von „wetter.com“ rechnet für die kommende Woche mit Temperaturen bis zu 45 Grad. „Es ist sehr früh, um verlässliche Angaben zu machen, aber uns könnten bis zu 45 Grad in der nächsten Woche erwarten“, sagt Burster. Das drohende Extremwetter sei derzeit nicht von der Hand zu weisen. „Wenn es dazu kommt, sprengt das wirklich alles, was wir bisher in Deutschland erlebt haben“, so der Meteorologe.

Hitzewelle für die Geschichtsbücher

Die zurückliegende Hitzewelle, die in manchen Regionen bereits seit Mitte Juni anhält, könne „ohne Umschweife als historisch eingestuft werden“, so der DWD. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen habe es in Deutschland und vielen Teilen Europas noch nie so früh eine solch lange und intensive Hitzewelle gegeben. Am vergangenen Sonntag wurde in Coschen in Ost-Brandenburg an der polnischen Grenze mit 41,7 Grad ein neuer Temperaturrekord gemessen.

Prognosen für Juli: Signifikant überdurchschnittliche Temperaturen

Während sich Teile Deutschlands bei niedrigeren Temperaturen erholen, bleibt es vor allem im Südwesten heiß. Tropische Nächte mit über 20 Grad bleiben eine Herausforderung. Laut Burster deuten die Prognosen für den Juli auf „signifikant überdurchschnittliche Temperaturen“ hin. Dass sich die Hitzewelle mit Temperaturen wie am vergangenen Wochenende wiederholt, bezeichnet er als „reine Formsache“. Die Wetterkarten der kommenden Woche zeigten regelrecht eine Kopie der letzten Hitzewelle.

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Ursachen: Frühe Hitzewelle im Mai und warme Meere

Als Grund nennt Burster die frühe und ebenfalls historische Hitzewelle im Mai in Westeuropa, vor allem in Frankreich und England. Temperaturen von weit über 30 Grad im Frühjahr hätten die Wasseroberflächentemperatur drastisch erhöht. „Wasser ist ein sehr guter Wärmespeicher und hat einen großen Einfluss darauf, wie sich ein Wetterhoch und ein Wettertief positionieren“, erklärt er. Eine Hitzeglocke, wie Deutschland sie erlebt hat, „liebt es, wenn es warm in der Umgebung ist“. Die Hitze habe sich über Westeuropa gestaut und sei dann nach Mitteleuropa gelangt. Diese Wärme habe wiederum die Wassertemperatur weiter erhöht, sodass es nur eine Frage der Zeit sei, bis sich die Hitze wiederhole.

Klimakrise macht Hitzewellen wahrscheinlicher

Der DWD vermeldete bereits vor dem Höhepunkt der Hitzewelle, dass diese ohne den menschengemachten Klimawandel nicht möglich gewesen wäre. Eine Studie der „World Weather Attribution“ zeige: „Eine vergleichbare Juni-Hitzewelle wie in diesem Jahr wäre demnach im Jahr 1976 um 3,5 Grad kälter gewesen und im Jahr 2003 um etwa 2 Grad kälter gewesen.“ Burster betont, dass die Klimakrise nicht nur für heißere oder kältere Temperaturen sorge. Das größte Problem seien die immer wärmer werdenden Meere. „Dadurch gibt es keine Garantie mehr für eine beständige Wetterlage.“ Wechselhaftes Sommerwetter wie in früheren Jahren könne kaum noch stattfinden. Wenn die Wasserflächen immer wärmer werden, habe das einen direkten Einfluss auf die Temperaturen an Land. Phänomene wie die Hitzeglocke würden immer wahrscheinlicher. „Das werden wir in den kommenden Jahrzehnten in Deutschland spüren“, macht Burster deutlich.

Keine Panik, aber Vorbereitung nötig

Trotz der drastischen Prognosen warnt Burster vor Panik. Genaue Vorhersagen könne derzeit noch niemand seriös treffen, zumal viele Menschen wegen der vergangenen Hitzewelle noch „emotionalisiert“ seien. Für die kommende Woche müsse jedoch mit einer „beständigeren Hitzewelle“ gerechnet werden, die sich aus dem Südwesten über Deutschland ausbreite. „Es gibt keine Garantie mehr für eine beständige Wetterlage“, so Burster abschließend.

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