Ein libanesischer TikTok-Star, bekannt als Dr. Food, wurde in Abwesenheit zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt. Georges Dib (Alter unbekannt) hatte versucht, 820 Kilogramm Haschisch in Biskuits zu schmuggeln – ähnlich wie in der Serie „Breaking Bad“. Trotz des Urteils veröffentlicht er weiterhin wöchentlich Videos aus dem Libanon und gibt sich als unbescholtener Geschäftsmann.
Das Verbrechen: Drogen in Snacks versteckt
Im Jahr 2024 entdeckten türkische Zollbeamte in einer Lieferung von Snacks, die für den türkischen Markt bestimmt waren, große Mengen Haschisch. Insgesamt 820 Kilogramm der Droge waren in den Biskuits der Marke von Georges Dib versteckt. Die libanesische Justiz leitete umgehend ein Verfahren wegen Drogenschmuggels ein. Laut der Zeitung L’Orient Today wurde Dib nun zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt – ein Urteil, das er jedoch nicht anerkennt.
Der Angeklagte: Ein Social-Media-Star auf der Flucht
Georges Dib, der auf TikTok fast 9 Millionen Follower hat, ist seit der Einleitung des Verfahrens untergetaucht. Lokale Medien vermuten, dass er sich ins Ausland, möglicherweise nach Dubai, abgesetzt hat. Dennoch postet er weiterhin regelmäßig Inhalte: Er bewertet Restaurants in Beirut, verschenkt Essen an Passanten und promotet seine eigene Snackmarke. Seine Frau Shrouq Al-Shalwati (31), eine Beauty-Influencerin mit knapp 5 Millionen Instagram-Followern, unterstützt ihn dabei öffentlich.
Vergleich mit „Breaking Bad“ und öffentliche Reaktionen
Der Fall erinnert an die Kultserie „Breaking Bad“, in der die Figur Gus Fring Drogen in Hühnchenfleisch schmuggelt. Online wird Georges Dib daher oft als „realer Gus Fring“ bezeichnet. Anders als die Serienfigur wurde der Influencer jedoch rechtskräftig verurteilt. Dib selbst bezeichnet sich als unschuldig und will mit einem Anwaltsteam gegen die Vorwürfe vorgehen. Die chaotischen Zustände im Libanon erschweren eine Festnahme; die Behörden können den Flüchtigen bisher nicht fassen.
Auswirkungen und weiteres Vorgehen
Trotz des Urteils bleibt Georges Dib auf freiem Fuß und setzt seine Online-Aktivitäten fort. Seine Anhänger zeigen sich gespalten: Einige unterstützen ihn weiterhin, andere verurteilen sein Handeln. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf den Drogenschmuggel im Libanon und die Rolle von Social-Media-Influencern. Die Justizbehörden haben angekündigt, internationale Rechtshilfe zu beantragen, um Dib zur Verbüßung seiner Strafe zu bringen.



