Wetterexperten warnen vor einer neuen Hitzewelle in Deutschland. Die Prognosen sind derzeit chaotisch: Mal kündigen Modelle kühle 25 Grad an, mal wieder 40 Grad. Ein Überblick über die aktuelle Wetterlage und die Aussichten für die kommenden Wochen.
Erträgliche Temperaturen am Wochenende
Vorerst ist aber noch Zeit, durchzuschnaufen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt fürs Wochenende erträgliche Temperaturen voraus – allerdings in zweigeteilter Form: Heute soll es in der Südwesthälfte heiter bis sonnig bei Höchstwerten zwischen 25 und 30 Grad werden. Im Norden und Osten wird es hingegen wechselnd bis stark bewölkt bei Temperaturen zwischen 19 und 24 Grad. Ähnlich sieht die Prognose für Sonntag aus.
Experte erinnert an 2019
Auf BILD-Anfrage erinnert Klimatologe Dr. Karsten Brandt an das Jahr 2019: „Wenn ich die Temperatur-Verläufe von damals mit heute vergleiche, dann gibt es eine gewisse Ähnlichkeit. Und im Juli 2019 gab’s dann auch eine riesige Hitzewelle. Mein Gefühl sagt mir: Da kommt in diesem Jahr noch was nach.“
Heat Dome baut sich in Frankreich auf
Vor allem das amerikanische Wettermodell zeigt laut Dr. Brandt klar in Richtung Hitze. Die Berliner würden aber erst mal „von der Nordsee-Luft runtergekühlt“. Im Westen und Südwesten herrschten hingegen „sommerliche, aber angenehme Temperaturen“. Und dort könnte es die nächsten zwei bis drei Wochen – „bis hier und da mal ein kleineres Gewitter“ – auch richtig trocken bleiben. In Frankreich baue sich aber schon die nächste Hitzeglocke („Heat Dome“) auf. Laut amerikanischer Prognose gibt es bei unserem Nachbarn am 10. Juli wieder 42 Grad. Diese Bullenhitze könnte dann nach Deutschland ziehen. Dr. Brandt dazu: „Freibad-Wetter ist schön, aber bitte nicht über 30 Grad.“
Prognose-Chaos im Sommer
Gegenüber BILD sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung angesichts der verschiedenen Wettermodelle: „Mal kündigt die Vorhersage für nächste Woche kühle 25 Grad an, wenige Stunden später schon wieder 40 Grad. Ein echtes Prognose-Chaos im Sommer!“ Schuld daran sei „ein echter Wetter-Zweikampf“: Auf der einen Seite dränge wieder heiße Luft aus Südwesten nach Deutschland. Auf der anderen Seite versuche eine kühlere Wetterlage aus Nordwesten zu kontern.
Ausblick auf die kommende Woche
Jung wagt dennoch einen Ausblick: „Nach kräftigen Gewittern sacken die Temperaturen zu Wochenbeginn spürbar ab.“ Nur noch 20 bis 25 Grad würden erreicht und nachts bleibe es mit teils unter 15 Grad „angenehm frisch“. Doch bereits ab Dienstag ist nach seiner Prognose schon wieder Schluss mit der Abkühlung.
Wahrscheinlichkeit für 40 Grad
Er sagt: „Die Wahrscheinlichkeit, dass Deutschland im Juli noch einmal die 40-Grad-Marke knackt, liegt bei rund 60 Prozent.“ Doch alles steht noch auf wackligen Beinen: „Entweder rollt die nächste Hitzewelle heran oder der Sommer 2026 kippt komplett.“ Jung spricht von einem „Wetter-Krimi“ mit offenem Ausgang. Ventilator und Co. bereitzuhalten, das dürfte wohl keinesfalls schaden.



