Wladimir Putin räumt selbst Probleme im Ukraine-Krieg ein, doch die tatsächliche Lage ist weitaus verheerender. Drei zentrale Zahlen offenbaren die massive Krise: Nur 19,4 Prozent der Ukraine sind seit 2014 unter russischer Kontrolle, 1,4 Millionen russische Soldaten sind tot, verwundet oder vermisst, und ein Drittel aller Raffinerien steht still. Trotz dieser Schwierigkeiten für Russland warnt der Westen vor voreiliger Euphorie.
Raffinerien in Flammen: Ein Drittel steht still
Ukrainische Drohnenangriffe legen gezielt die russische Treibstoffindustrie lahm. Ein Drittel der Raffinerien ist derzeit außer Betrieb, was zu Benzinmangel an Tankstellen führt – selbst auf der Krim und in weiten Teilen Russlands. Die Ölverarbeitung fiel Anfang Juni auf unter vier Millionen Barrel pro Tag, den niedrigsten Stand seit 21 Jahren. Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht von „Langstreckensanktionen“ und verweist auf die Wirkung selbstproduzierter Drohnen, die tausend Kilometer weit ins russische Hinterland vordringen.
Militärische Bilanz: Nur 19,4 Prozent Landgewinn
Seit Beginn der Invasion 2014 hat Russland lediglich 19,4 Prozent der Ukraine besetzt, einschließlich der Krim und der von Separatisten kontrollierten Gebiete. Der Vormarsch stockt: Im Juni 2026 gewann die russische Armee nur 30,02 Quadratkilometer – so groß wie die Insel Borkum. Im Vorjahresmonat waren es noch 481,87 Quadratkilometer, wie das US-Institut für Kriegsstudien (ISW) meldet.
Verlustzahlen: 1,4 Millionen Soldaten
Für minimale Gebietsgewinne opfert Putin Zehntausende Soldaten. Laut dem Zentrum für Strategische und Internationale Studien (CSIS) in Washington belaufen sich die Gesamtverluste seit 2022 auf 1,4 Millionen, darunter 400.000 bis 450.000 Tote. Das ist „mehr als viermal so hoch wie alle US-Todesopfer in sämtlichen Kriegen seit dem Zweiten Weltkrieg zusammen“, so die Studie. Im ersten Halbjahr 2026 stieg das Verlustverhältnis zwischen Russen und Ukrainern auf 8:1, während es zuvor bei 2:1 oder 3:1 lag – zurückzuführen auf ukrainische Kampfdrohnen.
Was die Zahlen bedeuten – und was nicht
Die Zahlen belegen enorme Kosten und menschliches Leid, zeigen aber keine garantierte Kriegswende. Oberstleutnant Andreas Rapp vom German Institute for Defence and Strategic Studies betont: „Es fehlt chronisch an Munition“ für die Abwehr russischer ballistischer Raketen. Zudem setzt Russland eigene Drohnenspezialisten ein, die ukrainische Logistik hinter der Front zerstören. Die personelle und materielle Überlegenheit der Russen sowie Personalprobleme der ukrainischen Armee bleiben bestehen. Die ukrainischen Drohnenerfolge sind eine Momentaufnahme, die Hoffnung macht – aber nicht mehr.



