Innerhalb von nur 39 Sekunden haben zwei schwere Erdbeben Venezuela erschüttert. Wohnhäuser stürzten ein, Menschen wurden unter Trümmern verschüttet. Während Rettungskräfte nach Überlebenden suchen, berichten deutsche Augenzeugen aus Caracas, wie sie die Katastrophe erlebt haben. In einer Sonderfolge des Podcasts „Im Krisenmodus“ spricht FUNKE-Kriegsreporter Jan Jessen mit Cornelia Leitner und Gisela Fernow, die das Beben selbst erlebt haben. Außerdem erklärt Paul-Philipp Braun von ISAR Germany, warum internationale Rettungsteams nicht sofort starten können und weshalb die ersten 72 Stunden entscheidend sind.
Zwei Erdbeben in 39 Sekunden
Jan Jessen ordnet die aktuelle Lage ein und erklärt, was bislang über die Katastrophe bekannt ist. Die beiden Beben trafen die Region nahe der Hauptstadt Caracas mit voller Wucht. Gebäude schwankten, Menschen flohen auf die Straßen. Innerhalb weniger Sekunden veränderte sich alles. Cornelia Leitner, Prädikantin der deutschsprachigen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Caracas, berichtet von dem Moment, als das Erdbeben begann, von einstürzenden Gebäuden und dem Gefühl, das Vertrauen in den Boden zu verlieren.
Eine Nacht voller Nachbeben
Gisela Fernow, Direktorin des Deutschen Altenheims Caracas, schildert ihre Erfahrungen mit den Warnmeldungen, weiteren Erschütterungen und den ersten Nachrichten über eingestürzte Hochhäuser und schwere Zerstörungen. Die Nacht war geprägt von ständigen Nachbeben, die die Angst vor weiteren Einstürzen verstärkten. Fernow betont, wie wichtig die schnelle Koordination der Hilfsmaßnahmen sei, um weitere Opfer zu vermeiden.
Internationale Hilfe läuft an
ISAR Germany bereitet sich auf einen möglichen Einsatz vor. Paul-Philipp Braun, Sprecher der Duisburger Hilfsorganisation, erklärt, wie internationale Katastrophenhilfe organisiert wird. „Die ersten 72 Stunden sind entscheidend für die Rettung von Verschütteten. Wir müssen jedoch sicherstellen, dass unsere Teams sicher arbeiten können und die Logistik vor Ort funktioniert“, so Braun. ISAR Germany verfügt über spezialisierte Such- und Rettungsteams, die weltweit bei Erdbeben und anderen Katastrophen eingesetzt werden.
Warum jetzt jede Stunde zählt
Die ersten 72 Stunden nach einem Erdbeben entscheiden oft über Leben und Tod. ISAR Germany erklärt, warum Rettungsteams nicht sofort starten können. „Wir müssen die Lage genau analysieren, um die Risiken für unsere Einsatzkräfte zu minimieren. Zudem benötigen wir eine funktionierende Infrastruktur vor Ort, um schnell helfen zu können“, sagt Braun. Die Organisation bereitet sich intensiv auf den möglichen Einsatz in Venezuela vor, während die Zeit gegen die Verschütteten läuft.
Die Suche nach Überlebenden
Jan Jessen ordnet die aktuelle Lage ein und erklärt, warum die Rettungsarbeiten jetzt besonders schwierig werden. Trümmerberge, instabile Gebäude und die Gefahr weiterer Nachbeben erschweren die Arbeit der Rettungskräfte. „Die Menschen brauchen jetzt schnelle Hilfe, aber die Bedingungen sind extrem herausfordernd“, so Jessen. Die Suche nach Überlebenden wird durch die Zerstörung der Infrastruktur zusätzlich erschwert.
Wie es jetzt weitergeht
Was bisher über die Folgen des Doppel-Erdbebens bekannt ist und warum für viele Menschen die Katastrophe noch lange nicht vorbei ist. Die Zahl der Toten und Verletzten steigt stündlich. Hilfsorganisationen wie ISAR Germany bereiten sich auf einen langfristigen Einsatz vor, um die betroffene Bevölkerung zu unterstützen. Die eigentliche Krise beginne oft erst nach dem Erdbeben, wenn Obdachlosigkeit, Wasserknappheit und Krankheiten die Lage verschlimmern, betont Braun.
Der Podcast „Im Krisenmodus“ der FUNKE Mediengruppe erscheint alle zwei Wochen mittwochs. In dieser Sonderfolge wird die aktuelle Katastrophe in Venezuela aus erster Hand beleuchtet. Die Augenzeugenberichte von Cornelia Leitner und Gisela Fernow geben einen eindringlichen Einblick in das Ausmaß der Zerstörung und die menschlichen Schicksale hinter den Schlagzeilen.



