Bei den laufenden Gesprächen in Kairo über eine Entwaffnung der palästinensischen Terrororganisation Hamas im Gazastreifen zeichnet sich offenbar eine Einigung ab. Nach Informationen aus Hamas-Kreisen konnte bei den intensiven Verhandlungen in der ägyptischen Hauptstadt weitgehende Zustimmung zu einem 15-Punkte-Fahrplan erzielt werden. Eine offizielle Stellungnahme könnte bereits bis Freitag veröffentlicht werden. Auch israelische Medien berichten über entsprechende Fortschritte, wenngleich von israelischer Seite und den Vermittlern noch keine offizielle Bestätigung vorliegt. Die Vermittler stünden weiterhin in Kontakt mit Israel, um letzte Details zu klären, hieß es.
Hamas bereit zur Waffenabgabe unter internationaler Aufsicht
Laut den Kreisen ist die Hamas bereit, ihre Waffen unter die Aufsicht der palästinensischen Übergangsverwaltung sowie internationaler Vermittler zu stellen. Eine Übergabe an Israel sei nicht vorgesehen. Im Gegenzug fordert die Hamas einen vollständigen Abzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen und ein Ende gezielter Tötungen in dem Palästinensergebiet. Außerdem solle die palästinensische Übergangsverwaltung die „volle Verantwortung“ für die Rechte von Angestellten übernehmen, die zuvor Teil der Hamas-Verwaltung waren.
US-Militär führt neue Angriffe gegen Iran durch
Unterdessen hat das US-Militär nach eigenen Angaben neue Angriffe gegen den Iran durchgeführt. Die Attacken, die am Mittwoch um 20 Uhr (US-Ostküstenzeit) starteten, seien eine „entschlossene Antwort“ auf versuchte iranische Angriffe auf US-Streitkräfte im Nahen Osten, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom auf der Plattform X mit. Die Angriffswelle sei „erfolgreich“ beendet worden. Bombardiert wurden unter anderem militärische Kommandozentralen, Raketen- und Drohnenanlagen sowie Küstenüberwachungs- und Verteidigungsanlagen. Bei den US-Angriffen auf die iranische Insel Gheschm wurden nach iranischen Medienberichten drei Menschen getötet – ein Vater, eine Mutter und ihr zweijähriges Kind. Zwei weitere Kinder seien verletzt worden, meldete die Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf die Medizinische Universität Hormosgan.
Trump droht erneut mit „harter“ Reaktion
US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran erneut mit Vergeltung. „Wir werden sie hart treffen. Sie werden Prügel beziehen“, zitierte ein Reporter des US-Senders Fox News den Präsidenten. „Wir werden sie verdammt windelweich prügeln“, habe Trump gesagt. Hintergrund ist ein iranischer Angriff auf einen US-Luftwaffenstützpunkt in Jordanien, bei dem nach Angaben der jordanischen Armee fünf Raketen abgefangen wurden. Trump hatte bereits zuvor mehrfach mit harten Reaktionen gedroht.
Iran erhält offenbar chinesische Flugabwehr-Raketen
Nach Angaben von drei mit dem Geschäft vertrauten Quellen soll der Iran binnen weniger Wochen eine erste Lieferung von bis zu 400 tragbaren chinesischen Flugabwehr-Raketenwerfern erhalten. Der Auftrag im Wert von 60 bis 70 Millionen Dollar umfasst 300 bis 400 schultergestützte Systeme, darunter die chinesischen Flugkörper QW-12 und FN-16. Vermittler sei das in Hongkong ansässige Unternehmen Zhongqing Baoshang International Investment. Die Lieferungen sollen zunächst per Flugzeug von Urumqi in Westchina über Pakistan in den Iran gebracht werden. Pakistan wies Berichte über eine Beteiligung als „frei erfunden und falsch“ zurück. Die chinesische Regierung bezeichnete die Informationen als „völlig haltlos“.
Weitere Entwicklungen: Angriff in Kuwait und Drohnenangriff in Ägypten
Bei einem iranischen Angriff auf ein Gebäude eines chinesischen Unternehmens in Kuwait ist nach Regierungsangaben ein Arbeiter getötet worden. Das Gebäude wurde erheblich beschädigt. In Ägypten verursachte ein Drohnenangriff einen Brand auf zwei Flüssiggastankern im Hafen Damietta. Nach Angaben des ägyptischen Ölministeriums wurde niemand verletzt, der Hafenbetrieb läuft „vollständig“ weiter. Die Verantwortung für den Angriff hat bislang niemand übernommen.
Huthi-Miliz plant Gebührenerhebung im Roten Meer
Die international anerkannte Regierung Jemens wirft der pro-iranischen Huthi-Miliz vor, Gebühren für die Durchfahrt von Schiffen im Roten Meer und der Meerenge Bab-al-Mandab erheben zu wollen. Die Miliz arbeite mit Unterstützung aus Teheran an einem entsprechenden System, sagte Informationsminister Moammar al-Eriani. Die Meerenge ist eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt, insbesondere seit der Blockade der Straße von Hormus.
Hisbollah verletzt Waffenruhe mit Israel
Die libanesische Hisbollah hat erstmals seit mehr als einem Monat wieder eine mit Sprengstoff beladene Drohne auf ein Fahrzeug der israelischen Armee im Südlibanon gesteuert. Israels Armee sprach von einem „eklatanten Verstoß gegen die Waffenruhe“. Seit dem 19. Juni gilt eine neue Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah. Soldaten wurden bei dem Vorfall nicht verletzt.



