Huthi-Miliz erwägt Gebühren für Rote-Meer-Durchfahrt – Krieg im Iran eskaliert
Huthi-Miliz erwägt Gebühren für Rote-Meer-Durchfahrt

Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz im Jemen erwägt die Einführung von Gebühren für die Durchfahrt von Handelsschiffen durch das Rote Meer. Dies berichtete Reuters unter Berufung auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen. Der Plan betrifft die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden und dem Indischen Ozean verbindet. Ein Zeitplan wurde nicht genannt.

Hintergründe der geplanten Gebühren

Die Idee wurde bei einem Treffen in Teheran erörtert. Mit einer solchen Gebühr solle der Druck auf die USA erhöht werden. Ein arabischer Vertreter in der Region sagte, dass mit den aus Teheran zurückgekehrten Huthi-Funktionären auch iranische Berater in den Jemen gekommen seien. Diese sollen vor Ort anleiten, wie eine Behörde zur Gebührenabgabe an der Meerenge Bab al-Mandab aufgebaut werden könne. Die Schließung oder Behinderung der Durchfahrt würde Saudi-Arabien einer wichtigen Alternative zur Straße von Hormus berauben und die Furcht vor Engpässen bei der Ölversorgung verstärken.

US-Militär wehrt iranischen Raketenangriff ab

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben mehrere ballistische Raketen des Iran auf amerikanische Streitkräfte im Nahen Osten erfolgreich abgefangen. Das Regionalkommando Centcom teilte mit, alle Raketen seien abgefangen worden. Die US-Streitkräfte blieben „wachsam und in höchster Einsatzbereitschaft“. Der Angriff beendete eine kurze Feuerpause, in der Vermittler versucht hatten, beide Seiten an den Verhandlungstisch zu bringen.

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USA und Saudi-Arabien greifen proiranische Milizen im Irak an

Die USA und Saudi-Arabien haben Stellungen proiranischer Milizen im Irak angegriffen. Ziel der Luftangriffe seien mehrere Logistik- und Waffenlager im Osten des Landes gewesen, teilte Centcom mit. Die Streitkräfte reagierten damit auf mehr als 30 Drohnenangriffe in den vergangenen 72 Stunden, die von den iranischen Revolutionsgarden gesteuert worden seien. Die Revolutionsgarden und ihre „terroristischen Stellvertreter“ müssten die Angriffe einstellen, hieß es. Saudi-Arabien hatte zuvor mitgeteilt, bereits den zweiten Tag in Folge Drohnen abgeschossen zu haben. Der irakische Ministerpräsident Ali al-Saidi ordnete nach den saudischen Vorwürfen Ermittlungen an.

Nach den Angriffen berief al-Saidi eine Notfallsitzung des Sicherheitsrats in Bagdad ein. Die sogenannten Volksmobilisierungskräfte (PMF), ein Bündnis aus vorwiegend schiitischen und Iran-treuen Milizen, meldeten, dass 20 ihrer Kämpfer getötet und 32 weitere verletzt worden seien. Die Luftangriffe hätten Ziele im Raum Bagdad, Basra und Ninive getroffen.

Netanjahu: Treffen mit Trump „eines der besten Gespräche“

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sein Treffen mit US-Präsident Donald Trump als „ausgezeichnet“ bezeichnet. In einem Video auf Instagram sagte Netanjahu, es sei „eines der besten Gespräche“ gewesen. Es sei ein Gespräch voller Partnerschaft und gemeinsamen Verständnisses für das Ziel, sicherzustellen, dass der Iran keine Atomwaffen besitze. Das Treffen dauerte etwa 90 Minuten und fand unter Ausschluss der Presse statt.

Trump sagte im Vorfeld, Netanjahu wolle die USA davon überzeugen, sich nicht vom Krieg im Iran abzuwenden. Netanjahu wolle Trump auch Geheimdienstinformationen über mutmaßliche Bestrebungen des Irans vorlegen, seine militärischen Fähigkeiten wieder aufzubauen.

Ölpreise steigen nach neuen Gefechten

Infolge der neuen Gefechte im Nahen Osten zogen die Ölpreise deutlich an. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuerte sich um 3,8 Prozent auf 87,30 Dollar. US-Öl WTI notierte 3,8 Prozent fester bei 82,30 Dollar. Zuvor waren die Preise nach Äußerungen Trumps über „gute Gespräche“ mit dem Iran gefallen.

Iran: Preise steigen um 66 Prozent

Die Preise im Iran sind im vergangenen Jahr um 66 Prozent gestiegen, berichtete der staatliche Rundfunk Irib. Die steigenden Kosten, fehlende Perspektiven und eine verschlechterte Versorgungslage belasten die Bevölkerung. Die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete von einem starken Preisanstieg für medizinische Dienstleistungen. Krankenhäuser seien überfüllt und vor Fachambulanzen bildeten sich lange Warteschlangen.

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Weitere Entwicklungen

Das jordanische Militär fing nach eigenen Angaben fünf Raketen aus dem Iran ab. Die Geschosse seien „abgefangen und zerstört“ worden. Opfer gab es zunächst nicht gemeldet. Das Pentagon führte eine neue Kategorie in seiner offiziellen Opferstatistik ein, um die Toten und Verletzten der jüngsten Kämpfe zu erfassen, da die „Operation Epic Fury“ abgeschlossen sei.

Der Iran wies die Drohung Trumps zurück, Eigentümer von im Golf beschädigten Schiffen mit eingefrorenen iranischen Geldern zu entschädigen. Schiffe von Unternehmen oder Ländern, die solche Zahlungen erhalten, dürften die Straße von Hormus nicht passieren, erklärte Militärsprecher Ebrahim Solfaghari.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha warnte seinen iranischen Amtskollegen vor einer Eskalation nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf ein iranisches Schiff im Kaspischen Meer. Sybiha betonte, die Ukraine greife keine zivilen Schiffe an.

Der Iran schlug dem Oman eine Übergangslösung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus vor, bei der die Route in eine Richtung komplett und die Gegenroute teilweise durch iranische Gewässer verlaufen soll. Einen omanischen Vorschlag zur gleichmäßigen Aufteilung lehnte Teheran ab.

Bei den jüngsten US-Angriffen auf den Iran wurden nach Angaben der Regierung ein Flughafen, ein Kontrollturm für den Schiffsverkehr, zwölf Brücken und zwei Tunnel beschädigt. Der internationale Flughafen von Buschehr sei nicht mehr betriebsfähig.