Iran-Konflikt: Teheran und Kuwait melden Angriffe – Trump widerspricht
Iran-Konflikt: Neue Angriffe gemeldet – Trump widerspricht

Teheran und Kuwait haben am Sonntag neue Angriffe gemeldet. Mehr als zehn Geschosse trafen laut iranischen Angaben die Golfinsel Keschm in der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Dies berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf den Gouverneur von Keschm, Hossein Amir Teymuri. Es habe sich um „militärische Ziele“ gehandelt, niemand sei zu Schaden gekommen. Bei Angriffen in der südlichen Provinz Hormusgan wurde am Sonntag laut Staatsmedien ein Mitarbeiter eines Telekommunikationsunternehmens getötet. „Infolge des feindlichen Angriffs auf Farur in Bandar Lengeh“ sei ein Mensch getötet und zwei weitere verletzt worden, meldete Irna.

Kuwait meldet Angriffe auf Grenzposten und Ölplattform

Das Verteidigungsministerium in Kuwait teilte unterdessen mit, dass drei Grenzposten und eine Offshore-Ölplattform angegriffen worden seien. „Drei Grenzposten an Land im Norden des Landes wurden Ziel eines feigen Angriffs, der zu Sachschäden führte“, hieß es in der Erklärung. Zudem sei eine kuwaitische „Offshore-Bohrplattform“ von einer „feindlichen Drohne“ angegriffen worden. Ein Arbeiter sei verletzt worden, zudem habe es Sachschäden gegeben.

USA greifen 140 Ziele im Iran an

Die US-Armee hatte am Sonntag nach eigenen Angaben rund 140 militärische Ziele im Iran angegriffen, nachdem die iranischen Revolutionsgarden ein Schiff in der Straße von Hormus attackiert hatten. Teheran reagierte mit Angriffen auf Ziele in mehreren Golfstaaten, darunter Katar und Oman. Das US-Militär hat einem Medienbericht zufolge Raketen- und Flugabwehrsysteme im Iran angegriffen. Zudem seien kleine Boote der iranischen Revolutionsgarden in der Straße von Hormus ins Visier genommen worden, berichtet das Nachrichtenportal „Axios“. Die iranische Nachrichtenagentur Irna meldet, der „Feind“ habe Raketen auf die Insel Qeschm abgefeuert. Es gebe keine Berichte über Opfer. Die iranische Nachrichtenagentur Fars meldet Explosionen im Bereich der Insel Qeschm sowie östlich der Hafenstadt Bandar Abbas.

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Trump: Straße von Hormus ist offen

US-Präsident Donald Trump hat die Straße von Hormus entgegen iranischer Aussagen als offen für den Schiffsverkehr erklärt. „Sie ist offen“, sagte Trump am Sonntag in der NBC-Sendung „Meet the Press“. Auch das für die Region zuständige US-Regionalkommando Centcom schrieb in einem Post auf der Plattform X, die für den Handel wichtige Meerenge bleibe eine internationale Wasserstraße, die der Iran nicht kontrolliere. Die Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) hatten in der Nacht bekannt gegeben, dass die Meerenge bis auf Weiteres und bis zum Ende der US-amerikanischen Eingriffe in der Region geschlossen bleibe. Die Durchfahrt sei verboten. Zuvor hatte die Marine der Iranischen Revolutionsgarden nach eigenen Angaben Warnschüsse auf ein Schiff abgegeben, das eine nicht genehmigte Route befahren haben soll.

Hintergrund: Rahmenabkommen und gescheiterte Gespräche

Vertreter aus Washington und Teheran hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für ein dauerhaftes Ende des Kriegs ebnen soll. Darin war vereinbart worden, innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Deal auszuhandeln. Es beinhaltet auch die Forderung nach einer Öffnung der Straße von Hormus. Der Golfstaat Oman, der in dem Konflikt vermittelt, legte einen Vorschlag zur gebührenfreien Durchfahrt der Straße von Hormus vor. Gespräche am Samstag in der omanischen Hauptstadt Maskat endeten zunächst ohne Durchbruch.

Weitere Entwicklungen

Katar hat nach erneuten iranischen Angriffen zur vorübergehenden Einstellung des Schiffsverkehrs geraten. Für alle Fahrten und andere „meeresbasierte Tätigkeiten“ werde empfohlen, diese bis auf Weiteres auszusetzen, teilte das katarische Transportministerium mit. Das betreffe auch Fischer- und Freizeitboote, Jetskis und „alle anderen Seefahrzeuge“. Auch der katarische Nachrichtensender Al Jazeera berichtete von so einer Empfehlung. Katar meldete heute erneute Angriffe aus dem Iran. Dabei wurden nach offiziellen Angaben durch herabfallende Trümmerteile drei Menschen verletzt, darunter ein Kind.

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Bei den jüngsten US-Angriffen auf den Iran wurde nach Angaben Teherans ein iranischer Soldat getötet. Der Marinesoldat sei einem Angriff auf den Hafen von Dschask im Süden des Landes zum Opfer gefallen, meldeten die Nachrichtenagenturen Mehr und Tasnim am Sonntag unter Berufung auf einen Behördenvertreter. Der Oman hat Drohnenangriffe nahe der Straße von Hormus gemeldet. In der nördlichen Provinz Musandam seien mehrere Ziele mit Drohnen angegriffen worden, berichtete die Staatsagentur ONA unter Berufung auf Militärkreise. Der Oman verurteilte die Attacken und erklärte, man werde alle notwendigen Schritte zum Schutz des Landes und der Bevölkerung ergreifen.

In Jordanien sind am Sonntagmorgen nach Armeeangaben drei iranische Raketen eingeschlagen. Es sei niemand verletzt worden, teilte das Militär mit. Entstanden sei nur ein geringer Sachschaden. Nach der Attacke auf das Handelsschiff GFS Galaxy vor der Küste Omans am frühen Sonntagmorgen wird ein indischer Staatsbürger vermisst, wie das Außenministerium in Neu-Delhi mitteilte. „Von den elf indischen Staatsangehörigen an Bord konnten bisher zehn gerettet werden, während ein indischer Staatsangehöriger Berichten zufolge vermisst wird“, teilte das Ministerium mit. Indien verurteile den Anschlag.