Die USA im Zentrum des Konflikts
Die militärische Konfrontation zwischen den USA und dem Iran steht im Zentrum des Kriegs. Washington greift Ziele der iranischen Streitkräfte und der Revolutionsgarden an. Offiziell begründeten die USA den Kriegsbeginn mit der Bedrohung durch das iranische Nuklearprogramm. US-Präsident Donald Trump betonte zudem, einen Machtwechsel in Teheran herbeiführen zu wollen. Trotz der Tötung Dutzender einflussreicher iranischer Politiker und Generäle ist ihm dies bis heute nicht gelungen.
Im weiteren Verlauf des Kriegs zielen die US-Streitkräfte nach eigenen Angaben auf Irans Fähigkeit, Schiffe in der strategisch wichtigen Straße von Hormus zu beschießen. Trump versucht damit, ein Problem zu lösen, das vor Beginn des Ende Februar gemeinsam mit Israel gestarteten Kriegs noch nicht bestand.
Iran und die Straße von Hormus
Seit Kriegsbeginn zielen Irans Streitkräfte mit Vergeltungsangriffen auf US-Stützpunkte in arabischen Ländern und Ziele in Israel. Immer wieder wurden auch zivile Ziele getroffen. Die Straße von Hormus bleibt ein zentraler Streitpunkt: Der Iran nutzt seine geografische Lage, um den Handel durch die Meerenge einzuschränken und die Weltwirtschaft unter Druck zu setzen.
Nachdem die USA eine Seeblockade gegen iranische Häfen verhängt hatten, um den Ölexport und die Staatseinnahmen zu beschränken, reagierte Teheran mit härteren Maßnahmen. Die Strategie: Die globalen Energiepreise sollen steigen – und damit der Druck auf Trump angesichts des in den USA unpopulären Kriegs.
Die Golfstaaten zwischen den Fronten
Die arabischen Golfstaaten Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar befinden sich mitten in der Eskalation. Sie beherbergen wichtige US-Militärstützpunkte und geraten daher immer wieder ins Visier iranischer Vergeltungsschläge. Trotz Vorbehalten gegenüber Teheran versuchen die Golfstaaten, eine direkte Kriegsbeteiligung zu vermeiden.
Nach Angaben aus Diplomatenkreisen griffen Saudi-Arabien und die Emirate den Iran vereinzelt direkt an. Offiziell wurde dies jedoch nie bestätigt – ebenso wenig wie Angriffe anderer Golfstaaten.
Huthi-Rebellen im Jemen
Im Süden der Arabischen Halbinsel bildet die proiranische Huthi-Miliz im Jemen eine Front auf einem Nebenschauplatz. Die Huthi gehören zu Irans sogenannter „Achse des Widerstands“. Sie kontrollieren im Jemen den Norden und weite Teile der westlichen Küste am Roten Meer. Von dort aus können sie mit Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern Schiffe in der Meerenge Bab al-Mandab angreifen – eine weitere Bedrohung für den globalen Handel im Interesse Teherans.
Die Miliz hatte den Welthandel durch Angriffe im Roten Meer ab 2023 bereits massiv beeinträchtigt. Im Zuge des Iran-Kriegs ist nun auch der zuletzt unterbrochene Krieg zwischen der Miliz und Saudi-Arabien neu entfacht worden. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition kämpft an der Seite der jemenitischen Regierung gegen die Huthi und griff zuletzt erneut Stellungen der Miliz an, nachdem diese eine „Blockade“ der Schifffahrt für Saudi-Arabien verkündet und einen saudischen Öltanker attackiert hatte.
Proiranische Milizen im Irak
Ein weiterer Schauplatz des Kriegs ist der Irak. Hier agieren zahlreiche vom Iran unterstützte Milizen, einige davon gehören zum staatlichen Sicherheitsapparat und haben erheblichen militärischen und politischen Einfluss. Im Zuge des Iran-Kriegs haben sie immer wieder US-Einrichtungen oder Stellungen des US-Militärs im Irak und in der Region angegriffen.
Die USA und Saudi-Arabien reagierten mit Luftangriffen auf Stellungen proiranischer Gruppen im Irak. Nach US-Angaben waren die Angriffe eine Reaktion auf Attacken gegen amerikanische und saudische Ziele. Die saudische Regierung hatte zuvor Milizen aus dem Irak für Angriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien verantwortlich gemacht. Die irakische Regierung gerät zwischen die Fronten: Viele Milizen sind offiziell Teil der staatlichen Sicherheitsstrukturen, agieren operativ jedoch eigenmächtig nach Befehlen aus Teheran. Bagdad kann weder die Angriffe der Milizen auf US-Truppen unterbinden noch die Vergeltungsschläge der USA auf irakischem Territorium verhindern.
Israel und die Hisbollah im Libanon
Für Israel ist die Konfrontation eng mit der eigenen nationalen Sicherheit verknüpft. Der jüdische Staat befürchtet eine nukleare Aufrüstung des Irans und sieht darin sowie in den Präzisionsraketen Teherans eine existenzielle Bedrohung. Zu Beginn des Kriegs beteiligte sich das israelische Militär an den Angriffen im Iran, wurde dadurch aber von mehreren Fronten angegriffen. Während Trump zuletzt auf eine diplomatische Lösung drängte, soll Ministerpräsident Benjamin Netanjahu laut Medienberichten auf eine Fortsetzung der Angriffe gepocht haben.
Derzeit steht Israels Armee vor allem im Konflikt mit der Hisbollah im Libanon, einem Verbündeten Teherans. Nach zwei offenen Kriegen hat sich die Lage etwas beruhigt, vorausgegangen waren mehrere Anläufe für eine Waffenruhe. Israel will jedoch eine Entwaffnung der Miliz durchsetzen und greift weiter im Nachbarland an. Die Hisbollah lehnt eine Entwaffnung ab, und die Entscheidung dürfte aus Teheran kommen. Die Hisbollah gilt als wichtiges Abschreckungswerkzeug der iranischen Regierung gegenüber Israel.



