Im Golfstaat Bahrain haben am Morgen erneut die Sirenen geheult. Das Innenministerium in Manama rief die Einwohner auf, ruhig zu bleiben und sich an einen sicheren Ort zu begeben. Die USA attackieren seit Tagen wieder Ziele im Iran, während Teheran Vergeltungsangriffe auf Länder mit US-Militärbasen in der Region durchführt. Bahrain ist ein Verbündeter der USA in der Region. Die US-Botschaft in Manama hatte in der Nacht mitgeteilt, ihr lägen Informationen vor, die darauf hindeuteten, dass der Iran nicht näher bezeichnete Orte im Zentrum von Bahrains Hauptstadt angreifen könnte. Die Botschaft forderte alle US-Bürger nachdrücklich auf, wachsam zu bleiben und den Anweisungen der örtlichen Behörden zu folgen.
US-Militär meldet Tod eines weiteren Soldaten
Das US-Militär hat den Tod eines weiteren seiner Soldaten im Iran-Krieg gemeldet. Am Samstag sei ein US-Soldat im Nordirak bei einer kontrollierten Sprengung nicht detonierter Kampfmittel aus einer abgeschossenen iranischen Einwegdrohne ums Leben gekommen, teilte das zuständige Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Ein weiterer Soldat wurde demnach verletzt und wird weiterhin wegen einer leichten Verletzung medizinisch behandelt. Die offiziell bekannte Zahl der im Iran-Krieg gefallenen US-Soldaten steigt damit auf 17.
Iran: Zwei Öltanker in der Straße von Hormus gesprengt
Nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden sind zwei Öltanker auf der Südroute durch die Straße von Hormus gesprengt worden und nun manövrierunfähig. Das US-Militär habe die Besatzungen aufgefordert, diese unsichere Passage zu nutzen, teilen die Garden mit. Solange die US-Aggression in der Region andauere, sei die Meerenge weder für den Transport von petrochemischen Produkten noch für „einen einzigen Tropfen Öl und Gas“ sicher. Das US-Militär müsse sich auf eine „Strafaktion“ einstellen. Die Nachrichtenagentur Reuters kann den Vorfall zunächst nicht unabhängig überprüfen. Zu Namen, Flaggen, Besatzungen oder möglichen Opfern machen die Garden keine Angaben.
US-Militär erklärt neue Angriffswelle im Iran für beendet
Das US-Militär hat seine erneute nächtliche Angriffswelle auf Ziele im Iran nach eigenen Angaben beendet. Man habe militärische Kommandozentralen, Anlagen zur Flugabwehr und Küstenüberwachung, Vorrichtungen für Raketenabschüsse und Drohnenstarts sowie Kommunikationsnetzwerke ins Visier genommen, teilte das zuständige US-Regionalkommando Centcom am frühen Morgen deutscher Zeit auf X mit. Das Ziel sei es gewesen, Irans Fähigkeit weiter zu schwächen, Handelsschiffe und zivile Seeleute anzugreifen, die die Straße von Hormus passieren. Die US-Angriffe erfolgten demnach in der nunmehr neunten Nacht in Folge. Im Streit um die für den weltweiten Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtige Meerenge ist der Iran-Krieg seit Anfang des Monats wieder eskaliert.
Demokraten kritisieren Trump nach Tod von US-Soldaten scharf
Demokratische Mitglieder des US-Kongresses haben nach dem Tod zweier weiterer Soldaten ihres Landes scharfe Kritik an der Kriegsführung von Präsident Donald Trump im Iran geübt. Der stellvertretende Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Senat, Mark Warner, sagte dem Sender CBS News, es sei in vielerlei Hinsicht bemerkenswert, dass die USA nicht mehr Todesopfer zu beklagen hätten. „Wir haben buchstäblich Hunderte Schwerverletzte“, betonte er und verwies dann auf die 16 bislang im Iran-Krieg gefallenen US-Soldaten. Das passiere, „wenn man einen Krieg aus eigener Entscheidung beginnt“. Als stellvertretender Vorsitzender des Geheimdienstausschusses gehört er dem kleinen Kreis hochrangiger Kongressmitglieder an, der sogenannten „Gang of Eight“. Er könne eindeutig sagen, dass „keine unmittelbare Bedrohung durch den Iran bestand“, betonte Warner und warf Trump vor, den Krieg ohne Plan begonnen zu haben. Bereits am Samstag, als das US-Militär erstmals seit März wieder den Tod von zwei seiner Soldaten infolge von iranischem Beschuss meldete, hatten mehrere Demokraten mit Kritik an Trump reagiert. „Das ist der Preis für Präsident Trumps unnötigen Krieg“, schrieb Nikki Budzinski, Abgeordnete im Repräsentantenhaus, auf der Plattform X. Ihr Parteikollege Herbert Conaway forderte Trump auf, den Krieg zu beenden. „Genug ist genug“, schrieb er auf X.
IAEA prüft Berichte über Angriff auf AKW-Baustelle im Iran
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) prüft nach eigenen Angaben Berichte über einen nächtlichen Angriff auf die Baustelle des geplanten iranischen Atomkraftwerks Darchowin. Die Anlage befinde sich in einer sehr frühen Bauphase und in ihr habe sich bei der letzten Inspektion kein nukleares Material befunden, teilt die IAEA mit.
Rubio lobt Beiruts Friedensbemühungen
US-Außenminister Marco Rubio hat die Bemühungen der libanesischen Regierung für einen Friedensschluss mit Israel gewürdigt. Nach einem Treffen mit dem libanesischen Staatschef Joseph Aoun in Washington habe Rubio die Regierung in Beirut für ihre „entschlossenen Bemühungen gelobt, die Souveränität des Libanon zurückzugewinnen, die Hisbollah zu entwaffnen, ihre terroristische Infrastruktur zu zerschlagen und den Weg zum Frieden“ mit Israel einzuschlagen, teilte das US-Außenministerium am Sonntag mit. Rubio erklärte, Washington sei entschlossen, „die erfolgreiche Umsetzung des trilateralen Rahmenabkommens zu unterstützen“. Rubio und Aoun waren am Sonntag zu Gesprächen im US-Außenministerium zusammengekommen. Es war der erste Besuch eines libanesischen Staatsoberhaupts in Washington seit 2009.
Israel: Iranische Rakete auf jordanisches Gebiet abgefangen
Die israelischen und jordanischen Streitkräfte haben eine iranische Rakete zerstört, die auf die jordanische Stadt Akaba am Roten Meer gerichtet war. Die beiden Armeen hätten das iranische Geschoss „gemeinsam abgefangen“, teilte ein israelischer Militärsprecher am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP mit. Die jordanische Armee gab bekannt, insgesamt drei iranische Raketen abgeschossen zu haben. Eine vierte sei in einem Wüstengebiet niedergegangen. Kurz zuvor hatte das israelische Militär mitgeteilt, iranische Raketen gesichtet zu haben, die in Richtung Akaba unterwegs gewesen seien. In der jordanischen Hauptstadt Amman und anderen Landesteilen hatte es zuvor Luftalarm gegeben. Die Regierung dementierte Berichte, dass sie eine Evakuierung des Hafens und Flughafens von Akaba angeordnet habe. „Beide arbeiten im Normalbetrieb“, erklärte Regierungssprecher Mohammad al-Momani. Die US-Botschaft hatte mitgeteilt, der Hafen und Flughafen von Akaba seien wegen „glaubhafter Hinweise auf eine Bedrohung“ geräumt worden.
Medien: USA verlegen weitere Kampfjets nach Nahost
Die USA verlegen inmitten des eskalierenden Iran-Kriegs Medienberichten zufolge mehr Kampfflugzeuge in den Nahen Osten. Das „Wall Street Journal“ berichtet, dass dies unter anderem Kampfjets vom Typ F-16 vom US-Flugplatz Spangdahlem in der Eifel betreffe. Zudem würden Kampfjets vom Typ F-35 von dem von den USA genutzten Stützpunkt RAF Lakenheath in Großbritannien verlegt. Auch Tankflugzeuge befinden sich demnach auf dem Weg in die Region. Auch die „New York Times“ berichtet unter Berufung auf US-Beamte von den Verlegungen. Demnach war die Entscheidung dazu bereits getroffen worden, bevor am Freitag laut dem US-Militär zum ersten Mal seit Monaten wieder zwei US-Soldaten durch iranischen Beschuss getötet wurden.
Irans Außenminister über Sicherheitslücken
Irans Außenminister Abbas Araghtschi hat in einem Interview überraschend offen über Sicherheitslücken vor dem Krieg mit den USA und Israel gesprochen. Im Gespräch mit dem regierungstreuen Medienaktivisten Dschawad Mogoi schilderte der Minister ausführlich seine Erlebnisse des ersten Kriegstags am 28. Februar. Araghtschi erklärt darin unter anderem, dass mehrere wichtige Entscheidungsgremien aus Politik und Militär gleichzeitig tagten, als die Luftangriffe auf Teheran erfolgten. Am ersten Kriegstag wurden einflussreiche Politiker und Generäle getötet, darunter auch Irans oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei. „Entscheidend ist meiner Ansicht nach, dass sie über diese Sitzungen informiert waren“, sagte der Minister mit Blick auf Israel und die USA. „Das deutet möglicherweise auf eine Sicherheitslücke hin, die bestand und wahrscheinlich noch immer besteht“. Araghtschi sagte, die Sicherheitslücke beschränke sich nicht nur auf Infiltration. „Manchmal betrifft sie auch die Beeinflussung der Ausrichtung von Entscheidungsprozessen“, fügte er hinzu.



