Die USA und der Iran haben ihre gegenseitigen Angriffe in der Golfregion fortgesetzt. Das US-Militär beendete in der siebten Nacht in Folge eine Angriffswelle gegen Ziele im Iran. Im Visier standen Einrichtungen der Militärlogistik und weitere Anlagen, wie das US-Regionalkommando Centcom mitteilte. Die Behauptung der iranischen Revolutionsgarden, zwei Öltanker seien auf Minen gelaufen und explodiert, sei falsch, erklärte das Kommando weiter. Mehr als 50.000 US-Soldaten seien in der Region stationiert und blieben „wachsam, schlagkräftig und einsatzbereit“. Unterdessen berichteten iranische Medien von Explosionen in der Stadt Chorramabad.
Iranische Revolutionsgarden greifen US-Verbündete an
Die iranischen Revolutionsgarden haben nach eigenen Angaben Vergeltungsschläge auf dem Gebiet von US-Verbündeten in der Region durchgeführt. So sollen ein Kommandozentrum von US-Spezialkräften in Syrien sowie in Jordanien stationierte US-Flugzeuge angegriffen worden sein. Aus syrischen Militärkreisen hieß es jedoch, es habe keine Angriffe auf eine frühere von den USA genutzte Militärbasis gegeben. US-Soldaten seien zudem nicht mehr dort, sondern auf der anderen Seite der nahegelegenen Grenze zu Jordanien stationiert. Jordanischen Militärkreisen zufolge wurden drei iranische Raketen in jordanischem Luftraum abgeschossen.
Straße von Hormus: Tanker in Brand geraten
In der Straße von Hormus sind nach Explosionen zwei Öltanker in Brand geraten. Die Schiffe hätten zuvor ein vermintes Seegebiet durchquert, berichtete das iranische Staatsfernsehen unter Berufung auf eine Erklärung der Revolutionsgarden. Die iranischen Revolutionsgarden halten nach eigenen Angaben vier Tanker in der Straße von Hormus auf. Die Schiffe hätten versucht, die Meerenge zu passieren, und seien unter Einsatz von Raketen und Drohnen gestoppt worden.
US-Militär zerstört iranischen Überwachungsturm
Das US-Militär hat bei seinen Angriffen gegen den Iran nach eigenen Angaben einen Überwachungsturm für die Seefahrt zerstört. Dieser sei Teil eines maritimen Überwachungsnetzwerks entlang der iranischen Küste am Golf von Oman gewesen, teilte das zuständige Regionalkommando mit. Die Iranischen Revolutionsgarden hätten den Turm jahrzehntelang genutzt, um Handelsschiffe auf ihrer Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu verfolgen und ins Visier zu nehmen. „Die Zerstörung des Turms schwächt unmittelbar die Fähigkeit der IRGC, Angriffe auf unschuldige zivile Besatzungsmitglieder zu koordinieren.“
Kuwait und Bahrain unter Beschuss
Die Golfstaaten Kuwait und Bahrain sind nach Beginn erneuter US-Angriffe im Iran wieder unter Beschuss geraten. Die kuwaitische Luftabwehr sei gegen iranische Drohnenangriffe im Einsatz, teilte das Militär des US-Verbündeten mit. Auch in Bahrain heulten die Sirenen, wie das Innenministerium mitteilte. Die Bevölkerung sei aufgerufen worden, Ruhe zu bewahren und sich zum nächstgelegenen sicheren Ort zu begeben. In Kuwait wurde ein Elektrizitätswerk schwer beschädigt. Eine Anlage zur Stromerzeugung und Meerwasserentsalzung wurde getroffen, wobei eine große Zahl von Stromerzeugungseinheiten beschädigt wurde.
Handelsschiff vor Jemen angegriffen
Ein Handelsschiff ist Berichten zufolge vor der Küste des Jemen angegriffen worden. Die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) teilte mit, dass unautorisierte Personen an Bord gegangen seien, während das Schiff den Golf von Aden in östlicher Richtung durchquerte. Der Vorfall ereignete sich 65 Seemeilen südlich der jemenitischen Stadt Al-Mukalla. Die jemenitische Küstenwache teilte später mit, dass es sich um einen Angriff einer Gruppe somalischer Piraten auf einen Öltanker gehandelt habe.
Teheran meldet 38 Tote nach US-Angriffen im Juli
Im Zuge der jüngsten US-Angriffe auf den Iran sind Regierungsangaben zufolge in den vergangenen Tagen insgesamt mindestens 38 Menschen getötet worden. Mehr als 400 seien verletzt worden, schrieb der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Hossein Kermanpur, auf X und bezog sich auf Angriffe im Juli. Die Zahlen dürften sich auf Zivilisten beziehen, da getötete Soldaten in der Regel separat aufgeführt werden. Zudem dürften diese am Freitagmorgen gemeldeten Zahlen bisher nicht die Opfer der letzten US-Angriffswelle der Nacht beinhalten.
Wadephul warnt vor Wiederbewaffnung der Hamas
Außenminister Johann Wadephul (CDU) hat auf Fortschritte im stockenden Gaza-Friedensprozess gedrängt und vor einer erneuten Aufrüstung der islamistischen Hamas gewarnt. „Israel muss mehr humanitäre Hilfe in den Gazastreifen lassen und Teilverantwortung für Gebiete unter israelischer Kontrolle an die Palästinenser übergeben“, sagte Wadephul dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Zugleich müsse die Hamas wie zugesagt entwaffnet werden. „Tatsächlich passiert gerade eher das Gegenteil, sie bewaffnet sich wieder“, erklärte der Minister.



