Iran-Krieg: Weiteres Schiff in Straße von Hormus beschossen – LNG-Tanker droht zu explodieren
Iran-Krieg: Weiteres Schiff in der Straße von Hormus getroffen

Ein katarischer Flüssiggastanker ist in der Straße von Hormus durch Beschuss schwer beschädigt worden und droht zu explodieren. Die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) meldete am Dienstag ein weiteres getroffenes Schiff. Deutschland verfünffacht derweil seine finanzielle Unterstützung für die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, und Bundesaußenminister Johann Wadephul warnte in Israel vor einer Schwächung der Palästinensischen Autonomiebehörde.

Angriff auf LNG-Tanker „Al Rekayyat“

Der zur Reederei Nakilat gehörende Tanker „Al Rekayyat“ wurde auf der omanischen Seite der Meerenge getroffen, wie vier mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Im Maschinenraum sei ein Feuer ausgebrochen, die Besatzung werde evakuiert. Es ist das erste Mal seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar, dass ein mit Flüssigerdgas (LNG) beladener Tanker aus Katar getroffen wird, das in dem Konflikt vermittelt. Das Emirat hat gemeinsam mit Pakistan das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran für ein Kriegsende vermittelt.

UKMTO meldet weiteren Beschuss

Die UKMTO teilte mit, dass ein weiteres Schiff von einem Geschoss getroffen wurde. Man gehe davon aus, dass strukturelle Schäden entstanden seien, aber niemand Verletzungen erlitten habe. Stunden zuvor hatte die Behörde bereits den Beschuss eines Tankers vor der Küste des Omans gemeldet, der in Brand geraten war. Der Tanker war rund acht Seemeilen vor der omanischen Stadt Limah von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen worden.

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Deutschland verfünffacht Hilfe für Yad Vashem

Die Bundesregierung erhöht ihre finanzielle Unterstützung für die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem drastisch. Die bisherige jährliche Förderung von einer Million Euro werde bis zum Ende des Jahrzehnts auf fünf Millionen Euro erhöht, teilte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts mit. Außenminister Johann Wadephul unterzeichnete die entsprechende Vereinbarung während seines Besuchs in Israel gemeinsam mit seinem israelischen Amtskollegen Gideon Saar. Mit den zusätzlichen Mitteln sollen unter anderem die Bestände von Yad Vashem digitalisiert und Bildungsprogramme zum Holocaust ausgebaut werden.

Wadephul warnt vor Schwächung der Palästinensischen Autonomiebehörde

Bundesaußenminister Johann Wadephul warnte bei seinem Besuch in Jerusalem vor einer Schwächung der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA). Dies diene nicht der Sicherheit Israels, sagte Wadephul. Vielmehr könne dadurch ein Vakuum entstehen, das radikalere Kräfte füllen könnten. Die PA sei zwar reformbedürftig, benötige jedoch die ihr zustehenden Steuer- und Zolleinnahmen für grundlegende Dienstleistungen. Wadephul forderte erneut die Freigabe dieser Gelder durch die israelische Regierung.

Israel baut Kontrolle im Westjordanland aus

Nach Einschätzung zweier Nichtregierungsorganisationen weitet die israelische Regierung ihre Kontrolle über das palästinensische Westjordanland in „beispiellosem Tempo“ aus. In einem gemeinsamen Bericht erklärten Peace Now sowie Kerem Navot, die Regierung habe das Verwaltungs- und Kontrollsystem innerhalb von drei Jahren grundlegend verändert. Dies könne die Chancen auf eine künftige politische Einigung ernsthaft beeinträchtigen. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.

Iran: Keine Verhandlungen mit USA bei weiteren Drohungen

Der Iran wird nach den Worten von Außenminister Abbas Araghchi keine Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen mit den USA aufnehmen, solange die Drohungen aus Washington andauern. „Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen werden nicht beginnen, wenn die Drohungen anhalten“, schrieb Araghchi auf der Plattform X. Er reagierte damit auf eine Äußerung von US-Präsident Donald Trump, der gedroht hatte, „den Job zu Ende zu bringen“, sollte keine Einigung erzielt werden. Araghchi verwies auf ein im vergangenen Monat unterzeichnetes Zwischenabkommen, in dem sich beide Seiten verpflichtet hatten, auf die Androhung oder Anwendung von Gewalt gegeneinander zu verzichten.

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Netanjahu warnt USA vor Kampfjet-Deals mit Türkei

Kurz vor dem Beginn des zweitägigen Nato-Gipfels warnte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eindringlich vor einem Kampfjet-Deal zwischen den USA und der Türkei. Er glaube nicht, dass Washington Ankara F-35-Kampfjets oder Triebwerke für ihre Kampfflugzeuge liefern solle, sagte er im Gespräch des US-Senders Fox News. „Das würde das Gleichgewicht der Kräfte im Nahen Osten stören“, führte Netanjahu weiter aus. Bislang garantierten Israel und das US-Militär diese Balance.

Macron in Syrien eingetroffen

Der französische Präsident Emmanuel Macron ist am Montag als erster westeuropäischer Staats- und Regierungschef seit dem Ende der Assad-Ära 2024 in Syrien eingetroffen. Sein Aufenthalt dort fand im Vorfeld des Nato-Gipfels in der Türkei statt. Auch der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa wird bei dem Gipfel erwartet. Im Mai vergangenen Jahres hatte Macron al-Scharaa in Paris empfangen und versprochen, sich bei der EU und den USA für die Aufhebung der Sanktionen gegen Syrien einzusetzen, was inzwischen größtenteils geschehen ist.

Hamas löst De-facto-Regierung im Gazastreifen auf

Die radikal-islamische Hamas hat am Montag ihre De-facto-Regierung im Gazastreifen aufgelöst. Damit signalisierte die mit dem Iran verbündete Palästinenser-Organisation ihre Bereitschaft, die Amtsgeschäfte an eine Gruppe palästinensischer Technokraten zu übergeben, wie es der von den USA unterstützte Gaza-Friedensplan vorsieht. Die Hamas dringt im Gegenzug darauf, dass Israel andere Teile des Plans einhält. Die Auflösung des Gremiums, das die Ministerien seit mehr als einem Jahrzehnt beaufsichtigte, war ein zentraler Bestandteil des von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagenen Nachkriegsplans für den Gazastreifen seit dem Inkrafttreten einer brüchigen Waffenruhe im Oktober.

Maersk und Hapag-Lloyd nutzen wieder Route über Suezkanal

Die dänische Reederei Maersk schickt einige ihrer Schiffe zukünftig wieder durch den Suezkanal. Damit nimmt sie eine Route ihres gemeinsamen Netzwerks mit Hapag-Lloyd wieder auf, statt die Fracht um das südafrikanische Kap der Guten Hoffnung zu leiten, teilte das Unternehmen mit. Die Entscheidung erfolge nach einer gründlichen Bewertung der Sicherheitslage im Roten Meer. Wegen der Angriffe der mit dem Iran verbündeten jemenitischen Huthi-Miliz in der Region hatten Reedereien das Rote Meer gemieden und ihre Schiffe in den vergangenen Jahren um Afrika herumgeleitet.

Tanker passieren die Straße von Hormus wieder

Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus erholt sich langsam: Am Sonntag passierten sechs Öl- und Gastanker die Meerenge auf der omanischen Küstenroute, die unter US-amerikanischem Schutz steht. Einen Tag zuvor hatten mindestens acht Schiffe auf dieser Strecke noch unerklärte Kehrtwenden vollzogen – vier von ihnen wichen anschließend auf die iranische Route aus. Westliche Marineverbände warnen weiterhin vor einem „erheblichen“ Bedrohungsrisiko und gehen davon aus, dass die Mitte der Straße vermint ist. Laut dem Datenanbieter Kpler passierten am Samstag zwar 19 Schiffe die Straße von Hormus in beide Richtungen, doch nur eines signalisierte offen seinen Kurs entlang der omanischen Küste.

Trauerzug mit Chameneis Leichnam in Teheran

Vor der Beerdigung von Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Chamenei wurde dessen Leichnam in einer Prozession durch Teheran geführt. Der Trauerzug begann im Osten der Hauptstadt und führte über die zentrale Hauptverkehrsachse bis zum Asadi-Turm im Westen. Chamenei war am 28. Februar durch einen israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz getötet worden. Anschließend führten die USA und Israel mehr als fünf Wochen Krieg gegen den Iran, bis sich Vertreter aus Washington und Teheran Anfang April auf eine Waffenruhe einigten.

Paris und London sichern Straße von Hormus mit Oman ab

Nach der iranischen Ablehnung einer internationalen Marinemission in der Straße von Hormus wollen Frankreich und Großbritannien mit dem Oman eine sichere Schifffahrt gewährleisten. „Das Sultanat Oman hat sich bereit erklärt, mit Frankreich und dem Vereinigten Königreich zusammenzuarbeiten, um die Sicherheit der Schifffahrt in seinen Hoheitsgewässern zu gewährleisten“, teilten Paris und London in einer gemeinsamen Erklärung mit. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach von einer „positiven Entwicklung“ nach „konstruktiven Gesprächen“ mit dem Sultan von Oman.