Grausiger Fund in Jomtien: Leiche in Koffer entdeckt
In der thailändischen Partymetropole Pattaya sorgt ein mutmaßlicher Mord für weltweites Aufsehen. Am vergangenen Wochenende fanden Polizeibeamte im Stadtteil Jomtien nahe einer Bahnstrecke die nackte Leiche einer 17-jährigen Thailänderin in einem Koffer. Der Tatverdacht richtet sich gegen einen 46-jährigen Australier, der seit mehreren Monaten in Pattaya lebte. Er wurde am Flughafen Bangkok festgenommen, als er einen Flug nach Perth besteigen wollte. Ihm droht lebenslange Haft oder sogar die Todesstrafe, die in Thailand jedoch selten vollstreckt wird.
Vorwürfe: Mord, Sex mit Minderjähriger und Verbergen einer Leiche
Die Ermittler werfen dem Australier Mord, Sex mit einer Minderjährigen und das Verbergen einer Leiche vor. Der Beschuldigte bestreitet die Mordvorwürfe. Nach Polizeiangaben hatte er die Jugendliche, die mit Kosenamen „Cake“ hieß, vergangene Woche an Pattayas Strandpromenade Beach Road kennengelernt. Die beiden vereinbarten ein sexuelles Treffen gegen Bezahlung und gingen gemeinsam in seine Wohnung in Jomtien. Überwachungskameras zeigen sie Hand in Hand beim Betreten des Gebäudes. Stunden später ist der Australier allein zu sehen, wie er einen großen Koffer aus dem Gebäude schiebt und auf ein Motorrad packt. Später kehrt er ohne Koffer zurück.
Streit um Bezahlung: Australier spricht von Notwehr
Nach Angaben des Beschuldigten eskalierte ein Streit über die Bezahlung. Statt der vereinbarten 1.000 Baht (27 Euro) habe er nur 500 zahlen wollen. Die Jugendliche habe ihn daraufhin mit einem Messer angegriffen, er habe sich lediglich verteidigt. „Es lag außerhalb meiner Kontrolle“, sagte er in einem Video, das an die Familie des Opfers gerichtet war. Die Polizei hält seine Darstellung für nicht glaubhaft. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand starb die 17-Jährige durch Strangulation. „Wir gehen davon aus, dass er sie getötet hat, und er wird wegen Mordverdachts vernommen“, sagte der örtliche Polizeichef Anek Srathongyoo. „Sein Körper weist Kratzer von Fingernägeln auf, die auf einen Kampf hindeuten, aber er bestreitet, sie getötet zu haben.“
Familie fordert „volle Härte des Gesetzes“
Der Vater und die Stiefmutter des Mädchens fordern eine harte Bestrafung. Die Zeitung „Bangkok Post“ zitierte die Stiefmutter mit den Worten: „Ich habe der Polizei gesagt, dass ich seine Hinrichtung will. Ich will, dass er die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommt.“ Bereits Sex gegen Bezahlung mit einer Minderjährigen ist in Thailand strafbar, unabhängig vom Mordvorwurf.
Jomtien: Rentnerparadies mit dunkler Nachbarschaft
Der Tatort Jomtien überrascht auf den ersten Blick: Die Gegend gilt als ruhige Wohngegend mit Apartmentanlagen und Meerblick, in der viele europäische Langzeiturlauber und Auswanderer ihren Ruhestand verbringen – darunter auch viele Deutsche. Bäckereien bieten Brötchen und Bienenstich, „deutschsprachige Jomtianer“ treffen sich zum Stammtisch, und die nächste Currywurst ist nie weit. Doch bis zur Walking Street, dem weltberühmten Zentrum des Rotlichtviertels, sind es nur wenige Kilometer. Hier tobt nach Sonnenuntergang allabendlich das Nachtleben mit zwielichtigen Clubs, Go-Go-Bars und Massagesalons.
Neue Tendenz: Immer jüngere Sextouristen in Pattaya
Der „Sydney Morning Herald“ nahm den Mordfall zum Anlass, eine neue Tendenz im Sextourismus zu beleuchten: Unter Berufung auf renommierte Soziologen schrieb das Blatt, Pattaya sei längst nicht mehr nur das Revier älterer, einsamer Männer zwischen 60 und 80. Zunehmend reisten nun auch jüngere Besucher in ihren Zwanzigern, Dreißigern und Vierzigern in die thailändische Partymetropole – auf der Suche nach Abwechslung, Anonymität und einem Leben ohne die Regeln des Alltags. Die Forscher betonten jedoch, dass Gewaltverbrechen wie der aktuelle Fall selbst in diesem Umfeld eine Ausnahme seien. Allerdings verwies die Polizei darauf, dass es allein in den vergangenen beiden Jahren nahe Pattaya zwei Fälle gegeben habe, bei denen Frauen aus dem Rotlichtmilieu tot in Koffern entdeckt wurden – beide Taten sind bisher ungeklärt.



