Die pakistanische Armee hat in der Nacht mehrere Provinzen im Osten Afghanistans mit Luft- und Bodeneinsätzen angegriffen. Nach Angaben der Regierung in Islamabad wurden dabei 25 Kämpfer getötet, die als Terroristen bezeichnet werden. Die Taliban-Regierung in Kabul hingegen berichtet von Dutzenden zivilen Opfern.
Details der pakistanischen Militäraktion
Informationsminister Attaullah Tarar erklärte, die sogenannten Präzisionsangriffe hätten sich gegen drei Ziele in den Provinzen Paktia, Paktika und Kunar gerichtet. Dabei seien große Mengen an Waffen und Munition zerstört worden. Zudem habe es einen Bodeneinsatz entlang der Grenze gegeben, der sich gegen die militantische Gruppe Jamaat-ul-Ahrar richtete, die häufig mit den pakistanischen Taliban (TTP) in Verbindung gebracht wird.
Die Angriffe seien eine Reaktion auf einen Anschlag vom Samstag in Karatschi, bei dem drei Paramilitärs getötet wurden, sowie auf anhaltende Gewalt in den Grenzregionen, so Tarar.
Taliban melden zivile Opfer
Ein Sprecher der Taliban-Regierung in Kabul verurteilte die Aktion als „feige Tat“ und erklärte auf X, dass Dutzende Zivilisten verletzt oder getötet worden seien. Der lokale Sender Tolonews berichtete von mehr als 30 Toten und über 100 Verletzten durch die Luftangriffe.
Die beiden Nachbarländer teilen sich eine rund 2400 Kilometer lange Grenze, die sogenannte Durand-Linie, deren Verlauf seit ihrer Entstehung im Jahr 1893 umstritten ist.
Eskalation seit Herbst 2025
Seit dem vergangenen Herbst kommt es immer wieder zu gegenseitigen Angriffen. Islamabad wirft Kabul vor, Terroristen zu beherbergen, die in Pakistan Anschläge verüben. Kabul bestreitet dies. Nach einer vorübergehenden Waffenruhe spricht Pakistan seit Ende Februar von einem „offenen Krieg“.



