Der russische Präsident Wladimir Putin lehnt Insidern zufolge Friedensverhandlungen mit der Ukraine ab und bereitet stattdessen eine Eskalation des Konflikts vor. Die jüngsten ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Raffinerien und Häfen hätten Putins Entschlossenheit gestärkt, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von drei dem Kreml nahestehenden Personen. Zwei dieser Insider sagten, Putin werde den Konflikt wahrscheinlich weiter verschärfen. Einer von ihnen, der den Präsidenten regelmäßig trifft, sprach von einer „hohen Wahrscheinlichkeit“ einer Eskalation in den kommenden Monaten.
Peskow warnt vor Flugverbotszone – Putin offen für Dialog
Der russische Regierungssprecher Dmitri Peskow hat vor der Einrichtung einer Flugverbotszone über der Ukraine gewarnt. Jeder Versuch in diese Richtung würde einem aktiven Nato-Militäreinsatz auf ukrainischem Gebiet gleichkommen, „genau das, wogegen sich der militärische Sondereinsatz richtet“, sagte Peskow unter Verweis auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Der russische Präsident Wladimir Putin sei „offen für einen Dialog“ und zu einem weiteren Telefonat mit US-Präsident Donald Trump bereit.
Trump hatte am Mittwoch auf die Frage, ob er im Rahmen von Sicherheitsgarantien eine Flugverbotszone über der Ukraine einrichten würde, gesagt: „Falls sie nötig ist, ja“. Doch sei so etwas womöglich nicht nötig, wenn es zu einem Friedensabkommen komme.
Ukraine zu Nord Stream: Staatliche Stellen nicht verwickelt
Die Justiz in Kiew hat nach eigenen Angaben bislang keine Belege für eine Verwicklung staatlicher ukrainischer Stellen in die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee 2022 gefunden. Die Ermittlungen liefen aber weiter, und man arbeite dabei mit den zuständigen Stellen in Deutschland zusammen, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. „Die Ukraine ist bereit, zur Aufklärung aller tatsächlichen Umstände beizutragen“, hieß es.
In Deutschland wurde Anfang Juli bekannt, dass Anklage gegen den inhaftierten ukrainischen Ex-Soldaten Serhij K. erhoben worden ist. Die Bundesanwaltschaft hält ihn für den Organisator der Sprengungen, die im September 2022 am Boden der Ostsee die zwei Erdgasleitungen zwischen Russland und Deutschland außer Gefecht setzten. Die Eröffnung eines Prozesses steht noch aus. Die in Hamburg erhobene Anklage bedeute keinen Schuldspruch, schrieb die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft. Ihre eigenen Ermittlungen in Sachen Nord Stream 1 und 2 begründete die Behörde nicht mit dem Verfahren in Deutschland, sondern mit Nachforschungen in allen Fällen, die möglicherweise ein russisches Kriegsverbrechen darstellen.
Selenskyj meldet weitere Angriffe auf russische Ölinfrastruktur
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat weitere Angriffe auf russische Ölinfrastruktur bekanntgegeben. Neben bereits gemeldeten Angriffen auf Einrichtungen in den Regionen Stawropol und Twer habe das ukrainische Militär auch ein Reservelager für Treibstoff etwa 800 Kilometer von der Front entfernt getroffen, sagte Selenskyj. Außerdem sei eine Ölpumpstation in Ufa angegriffen worden, fast 1.500 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. In der Region Rostow sei zudem ein Ölverladeterminal etwa 200 Kilometer von der Front entfernt attackiert worden.
Russische Saratow-Raffinerie stoppt nach Drohnenangriff Betrieb
Die russische Ölraffinerie Saratow stellt Insidern zufolge nach Schäden durch einen Drohnenangriff die Verarbeitung ein. Die Drohnen hätten die einzige Rohöldestillationsanlage des Werks, die CDU-6, getroffen, sagen zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Das ukrainische Militär erklärt, es habe die Raffinerie angegriffen. Eine Stellungnahme des Eigentümers Rosneft liegt zunächst nicht vor. Das Werk machte im Jahr 2024 mit 5,8 Millionen Tonnen verarbeitetem Öl 2,2 Prozent der gesamten russischen Verarbeitungsmenge aus. Dabei produzierte es 1,2 Millionen Tonnen Benzin, 1,9 Millionen Tonnen Diesel und eine Million Tonnen Heizöl.
Ukrainische Luftwaffe meldet russische Angriffe
Die ukrainische Luftwaffe hat neue Angriffe auf das Land gemeldet. Dabei habe das russische Militär in der Nacht zum Donnerstag 94 Langstreckendrohnen und zwei ballistische Raketen eingesetzt. 72 Drohnen seien abgefangen oder elektronisch gestört worden, erklärte die Luftwaffe. 19 Drohnen und beide Raketen hätten Schäden an 13 Orten verursacht. Was mit den übrigen Drohnen geschah, war zunächst nicht ersichtlich.
US-Präsident Donald Trump hatte bei einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj beim Nato-Gipfel in der türkischen Hauptstadt Ankara am Mittwoch angekündigt, dem Land eine Lizenz zum Bau von Raketenabwehrsystemen des Typs Patriot zu erteilen. Die Ukraine ist bei der Flugabwehr stark von diesem System abhängig, insbesondere bei der Abwehr ballistischer Raketen.
Melnyk: Trumps Patriot-Zusicherung hat große Signalwirkung
Der frühere Botschafter der Ukraine in Deutschland, Andrij Melnyk, begrüßt die Zusicherung von US-Präsident Donald Trump, seinem Land die Lizenz für die Produktion von Patriot-Flugabwehrraketen zu geben. „Die Signalwirkung ist sehr stark für uns, für die Russen, auch für die gesamte Welt, dass die Ukraine auch weiterhin so stark, so massiv unterstützt wird“, sagte Melnyk im ZDF-„Morgenmagazin“ mit Blick auf Trumps Ankündigung sowie beim Nato-Gipfel in Ankara versprochene neue Militärhilfen in Milliardenhöhe.
Als problematisch betrachtet der heutige ukrainische UN-Botschafter jedoch, dass es noch Monate oder gar Jahre dauern werde, bis die Ukraine die Abwehrraketen produzieren könne. Dabei brauche man sie schon heute, betonte er. Der letzte Monat sei der tödlichste Monat überhaupt für die Zivilisten in der Ukraine gewesen: Fast 300 Menschen seien bei russischen Raketenbeschüssen getötet worden.
Erneut Ölanlagen in Russland unter Beschuss
Ukrainische Kampfdrohnen haben in der Nacht zwei Öldepots in Russland in Brand gesetzt. „In der vergangenen Nacht ist in Twer infolge der Abwehr eines Drohnenangriffs ein Feuer in einem der Reservoirs der „Ölbasis Twer“ ausgebrochen“, teilte der Gouverneur der Region, Witali Koroljow, russischen Nachrichtenagenturen zufolge mit. Die Feuerwehr ist seinen Angaben nach noch beim Löschen. Zeitgleich ging auch in der südrussischen Region Stawropol ein Öldepot in Flammen auf. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte die Angriffe. Beide Anlagen liegen rund 500 Kilometer von der Frontlinie entfernt. Damit reagiere das Militär darauf, dass Russland den Krieg in die Länge ziehe und seine Angriffe fortsetze, schreibt Selenskyj auf der Plattform X.
Russland: Ukrainische Anschlagspläne mit westlicher Verwicklung vereitelt
Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat nach eigenen Angaben mehrere von der Ukraine mit Drohnen geplante Anschläge in Moskau vereitelt. Die Anschlagspläne seien gegen ranghohe Offiziere der russischen Armee sowie ein führendes Rüstungsunternehmen gerichtet gewesen, teilt der Geheimdienst mit. Das Vorhaben sei vom ukrainischen Geheimdienst geplant worden. Zudem habe eine direkte Beteiligung westlicher Geheimdienste vorgelegen.
Ukraine: Zwölf russische Tanker im Asowschen Meer angegriffen
Die Ukraine hat eigenen Angaben zufolge in der Nacht zwölf russische Tanker im Asowschen Meer angegriffen. Die Schiffe dienen der Versorgung des russischen Militärs mit Treibstoff und transportieren Öl unter Umgehung internationaler Sanktionen, wie der Generalstab der Streitkräfte auf Telegram mitteilt. Zudem seien ein Schlepper und ein Frachtschiff getroffen worden. Die Angriffe zielen darauf ab, die von Russland besetzte Halbinsel Krim zu isolieren.
Bereits in den vergangenen Tagen hatte die Ukraine nach eigenen Angaben mehrere Tanker der sogenannten russischen Schattenflotte in der Region attackiert, mit denen die Führung in Moskau versucht, westliche Sanktionen zu umgehen. Der Gouverneur der südrussischen Region Rostow, Juri Sljusar, bestätigte auf Telegram, dass bei einem ukrainischen Drohnenangriff zwei Tanker in Brand geraten seien. Die Besatzungen der Schiffe seien in Sicherheit gebracht worden. Auf beiden Schiffen seien Brände ausgebrochen, das Feuer auf einem Schiff sei rasch gelöscht worden.
Trump drängt auf Putin-Selenskyj-Treffen – nicht in Moskau
US-Präsident Donald Trump hat sich für ein direktes Treffen zwischen Kremlchef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ausgesprochen. Angesprochen auf seine Vermittlungsbemühungen im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sagte er, er sähe es gerne, wenn sich die beiden Staatschefs zusammensetzten. Darüber habe er mit Putin auch bereits gesprochen. Dieser habe sich offen für ein Treffen in Moskau gezeigt. Das habe er, Trump, aber im Namen von Selenskyj abgelehnt. Dabei saß Trump Selenskyj beim Nato-Gipfel am Mittwoch gegenüber – und fragte ihn, ob er für eine Reise nach Moskau offen sei. Selenskyj scherzte, dass sei schwierig, weil dort viele ukrainische Drohnen seien. „Es ist gefährlich.“
Russland verhängt Exportverbot für Diesel
Russland verhängt ein Exportverbot für Diesel und beginnt mit dem Import von Kraftstoff, um Engpässe im Inland zu bekämpfen. Wegen Terrorangriffen auf Energieanlagen seien einige Raffinerien beschädigt und die Benzinproduktion gedrosselt worden, sagt Vize-Ministerpräsident Alexander Nowak. Die Lage an den Tankstellen sei angespannt und die Bevölkerung besorgt. Um die Versorgung zu sichern, deckele die Regierung zudem die Kraftstoffpreise an den Rohstoffbörsen und fahre die Produktion von Kraftstoffen geringerer Qualität hoch. Die Ukraine hat verstärkt die russische Ölindustrie ins Visier genommen.
Tote durch russische Drohnenangriffe in Kiew und Odessa
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind durch russische Drohnenangriffe im Laufe des Tages mindestens drei Menschen getötet worden. Weitere zehn Menschen seien verletzt worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram mit. Am Ostufer der Stadt gab es demnach Einschläge in ein Hochhaus und unweit einer Gasverteilstation. Bereits in der Nacht wurde die Dreimillionenstadt von Russland mit ballistischen Raketen angegriffen. In der südukrainischen Hafenstadt Odessa sind mindestens zwei Menschen bei einem russischen Raketenschlag getötet worden. Zwei weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der Chef der Militärverwaltung der Millionenstadt, Serhij Lyssak, bei Telegram mit. Bei dem Angriff wurde nicht genannte Infrastruktur beschädigt.
Nato-Staaten versprechen Ukraine Milliardenhilfe
Die von Russland angegriffene Ukraine hat beim Nato-Gipfel in Ankara eine neue Zusage für milliardenschwere Militärhilfen erhalten. Für dieses Jahr sagen Verbündete 70 Milliarden Euro für Ausrüstung, Unterstützung und Ausbildung zu. 2027 soll die Militärhilfe mindestens auf diesem Niveau fortgesetzt werden, wie aus der von den Staats- und Regierungschefs angenommenen Gipfelerklärung hervorgeht. Bundeskanzler Friedrich Merz sagte der Ukraine weitere Unterstützung zu und schloss einen für Russland erfolgreichen Verlauf des Kriegs aus. „Wir werden der Ukraine weiter helfen“, sagte Merz vor Beginn von Beratungen der 32 Staats- und Regierungschefs der Allianz. „Russland hat keine Chance, diesen Krieg zu gewinnen.“



