Sieben Tote bei ukrainischem Angriff auf Logistikzentrum in Russland
Sieben Tote bei ukrainischem Angriff auf Logistikzentrum

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf ein Logistikzentrum in der russischen Stadt Kotowsk in der Region Tambow sind sieben Menschen getötet und 24 weitere verletzt worden. Der Gouverneur der Region, Jewgeni Perwijschow, erklärte am Samstag, dass es sich bei den Todesopfern um Mitarbeiter der Nachtschicht in dem Logistikzentrum handelte.

Massive Drohnenangriffe auf Moskau

Die russische Hauptstadt Moskau meldete ebenfalls massive Drohnenangriffe. Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte im Internet mit, dass insgesamt 370 Drohnen von der ukrainischen Armee in Richtung Moskau gestartet worden seien. „Die meisten wurden von der Luftabwehr bereits in weiter Ferne neutralisiert. 64 feindliche Drohnen wurden im Anflug auf Moskau zerstört“, so Sobjanin.

Frachter bei Raketenangriff auf Odessa beschädigt

Bei russischen Raketenangriffen auf das südukrainische Gebiet Odessa wurde ein Frachtschiff beschädigt, das unter der Flagge der Marschallinseln fuhr. Vier Mitglieder der 17-köpfigen Besatzung wurden verletzt, wie der Militärgouverneur der Region, Oleh Kiper, bei Telegram mitteilte. Zuvor sei auch „industrielle Infrastruktur“ angegriffen worden, wobei ein Verwaltungs- und ein Lagergebäude sowie mehr als ein Dutzend Autos beschädigt wurden. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, dass zwei Häfen in der Region Odessa angegriffen wurden: ein Frachter mit Gütern für die ukrainische Armee im Hafen „Piwdennyj“ sowie Treibstofftanks im Hafen Odessa. Zusätzlich seien vier Frachtschiffe im Hafen Mykolajiw angegriffen worden, wofür es keine ukrainische Bestätigung gab.

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Proteste in Kiew nach Ablösung von Verteidigungsminister Fedorow

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew protestierten am Freitagabend erneut tausende Menschen gegen die Ablösung des beliebten Verteidigungsministers Mychailo Fedorow. Die Demonstranten schwenkten ukrainische Flaggen und hielten Plakate mit Aufschriften wie „Bringt Fedorow zurück!“ und „Respektiert das Volk!“. Fedorow war am Mittwoch im Rahmen einer Regierungsumbildung von Präsident Wolodymyr Selenskyj zurückgetreten. Selenskyj begründete die Umbildung mit „neuen Herausforderungen und Aufgaben“. Besonders die Ablösung Fedorows stieß auf Widerstand, da er für die Modernisierung der Armee stand. Fedorow hatte die Digitalisierung der Streitkräfte und den Einsatz von Drohnen vorangetrieben sowie die Bezüge von Soldaten erhöht und Pläne für eine Demobilisierung entwickelt.

Ukrainische Medien trotzen gerichtlichem Verbot bei Korruptionsberichterstattung

Acht große ukrainische Medienhäuser haben sich einem gerichtlichen Verbot widersetzt und über Korruptionsvorwürfe im Umfeld des Direktors der Ermittlungsbehörde SBI, Oleksyj Suchatschow, berichtet. „Wir betrachten dieses Verbot als einen eklatanten Akt der Zensur“, erklärte das Medienhaus Suspilne, das an der Veröffentlichung beteiligt war. Die Investigativplattform „Slidstvo.Info“ und die Anti-Korruptions-Organisation Antac hatten recherchiert, dass Suchatschows Bruder 143 Immobilien erworben haben soll. Ein Gericht hatte die Veröffentlichung Anfang Juli untersagt, da sie Suchatschow und den beteiligten Unternehmen irreparablen Schaden zufügen würde. Das Komitee zum Schutz von Journalisten sprach von einem „beispiellosen juristischen Manöver“ mit schwerwiegenden Folgen für die Pressefreiheit. Korruption ist eines der größten Hindernisse für die EU-Beitrittsbemühungen der Ukraine.

Zwei Tote auf der Krim nach ukrainischem Drohnenangriff

Auf der von Russland annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim wurden nach russischen Angaben mindestens zwei Menschen bei einem ukrainischen Drohnenangriff getötet und ein weiterer verletzt. Der von Moskau eingesetzte regionale Verwaltungschef, Sergej Aksjonow, teilte dies bei Telegram mit. Der Angriff fand im Nordteil der Krim statt. Die Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar.

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Rumänien kauft Radarsysteme und Hubschrauber für eine Milliarde Euro

Rumänien hat den Kauf von zwölf Airbus-Mehrzweckhubschraubern für 757 Millionen Euro sowie zwölf Radarsystemen des Typs Ground Master 200 MM/A vom französischen Rüstungskonzern Thales für 247 Millionen Euro angekündigt. Verteidigungsminister Radu Miruta erklärte, dass das erste Radarsystem binnen elf Monaten ausgeliefert werden solle, um auf Drohnen in niedriger Höhe reagieren zu können. Die Auslieferung aller Rüstungsgüter soll bis 2030 abgeschlossen sein. Seit Beginn der russischen Angriffe in der Ukraine kam es in Rumänien zu Luftraumverletzungen und Drohnenabstürzen. Im Mai war ein Fluggerät in ein Wohnhaus gestürzt, wobei zwei Menschen verletzt wurden. Miruta betonte, dass die Schutzmaßnahmen nicht nur Rumänien, sondern auch dem Nato-Luftraum dienten.

Treibstoffkrise und Seeblockade belasten russische Landwirte

Russische Landwirte haben trotz einer guten Ernte mit massiven Problemen durch den Krieg in der Ukraine zu kämpfen. Eine landesweite Treibstoffkrise und die militärische Eskalation im Asowschen Meer setzen die Betriebe unter Druck. Die Landwirtin Ljubow Fedortschenko aus der Region Rostow sagte der Nachrichtenagentur Reuters: „Alles steht still. Gerste – Stillstand. Weizen – Stillstand.“ Wegen Beschränkungen für die Schifffahrt als wichtigsten Exportweg für Getreide seien Kaufangebote für die Ernte praktisch versiegt. Die Treibstoffkrise ist eine Folge ukrainischer Drohnenangriffe auf russische Raffinerien, die zu einem starken Anstieg der Dieselpreise führte. Die russische Landwirtschaftsministerin Oksana Lut räumte Probleme mit dem Treibstoff ein, versprach aber staatliche Unterstützung. Experte Andrej Sisow von SovEcon sagte, Russland könne dem Weltmarkt fünf bis zehn Millionen Tonnen Weizen weniger liefern, wenn das Asowsche Meer nicht geöffnet werde. Die Landwirte verlieren bereits rund 1000 Rubel (etwa elf Euro) pro Tonne Getreide durch steigende Dieselpreise.

Russland importiert erstmals Benzin aus Kasachstan

Russland erhält Insidern zufolge wegen Engpässen nach ukrainischen Angriffen erstmals Benzin aus Kasachstan. Im Juli wurden rund 1000 Tonnen in eine Region in Zentralrussland geliefert. Wegen der Drohnenangriffe auf Raffinerien sucht Russland auch in Belarus und Indien nach Treibstoff.

EU verhängt Sanktionen gegen russische Drohnenhersteller

Die Europäische Union verhängt Sanktionen gegen die russische Managerin Irina Charissowa und fünf Unternehmen der Unternehmensgruppe ABS Electro wegen deren Beteiligung an der Produktion von Drohnen. Die Maßnahmen umfassen das Einfrieren von Vermögenswerten und ein Einreiseverbot für Charissowa. Die EU verhandelt zudem über ein 21. Sanktionspaket gegen Russland, das unter anderem Banken, Krypto-Netzwerke und Ölhändler treffen soll.

Scheidender deutscher Botschafter sieht keinen Friedenswillen bei Putin

Der scheidende deutsche Botschafter in Moskau, Alexander Graf Lambsdorff, sieht bei Russlands Staatschef Wladimir Putin weiter „keinen ernsthaften Willen zu Verhandlungen“ über ein Ende des Kriegs gegen die Ukraine. Lambsdorff sagte dem Magazin „Der Spiegel“, Putin wirke sehr entschlossen, den Krieg fortzuführen. Er warnte vor einer möglichen zweiten Mobilmachung wehrfähiger Männer nach der Duma-Wahl im September. Lambsdorff beklagte eine zunehmende Drangsalierung von Kritikern und eine „schleichende Re-Stalinisierung“ sowie die Abschottung der Russen vom Westen durch Internetblockaden.

Gericht verurteilt Kriegsgegner Nadeschdin zu Geldstrafe

Ein russisches Gericht verurteilte den Oppositionspolitiker und Kriegsgegner Boris Nadeschdin wegen der öffentlichen Zurschaustellung „extremistischer Symbole“ zu einer Geldstrafe von 1000 Rubel (etwa elf Euro). Das Verfahren bezog sich auf ein von Nadeschdin 2023 weiterverbreitetes Video, in dem kurz ein Bild des in Haft gestorbenen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny zu sehen war. Nadeschdin, der während der Verhandlung unter stark erhöhtem Blutdruck litt, sagte nach dem Urteil: „Ich bin froh, am Leben zu sein. Russland ist ein kranker Staat.“

Selenskyj: Strategischer Bomber auf Basis Engels zerstört

Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj einen strategischen Bomber vom Typ Tu-95 auf dem russischen Luftwaffenstützpunkt Engels zerstört. Die Basis liegt etwa 800 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Selenskyj erklärte auf X, dass das Flugzeug von den russischen Streitkräften für Raketenangriffe auf die Ukraine eingesetzt worden sei. „Wir verteidigen uns gerecht und proaktiv“, so Selenskyj.

Demos in der Ukraine für entlassenen Minister gehen weiter

In Kyjiw und anderen ukrainischen Städten dauern Demonstrationen gegen die Personalpolitik von Präsident Selenskyj den dritten Tag in Folge an. Die Demonstranten fordern die Wiedereinsetzung des entlassenen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow und die Entlassung des Oberkommandierenden der Armee, Olexander Syrskyj. Fedorow galt als Reformer, der das Beschaffungswesen verändert und auf Technisierung gesetzt hatte, lag aber im Dauerstreit mit Syrskyj. Selenskyj entschied sich, an Syrskyj festzuhalten.

Zwei Tote bei russischem Angriff auf Hafen von Mykolajiw

Bei einem russischen Drohnenangriff auf die Hafeninfrastruktur der südukrainischen Stadt Mykolajiw wurden zwei ukrainische Staatsbürger getötet, die sich an Bord eines ausländischen Schiffes befanden. Drei zivile Schiffe unter ausländischer Flagge wurden beschädigt. Der staatliche ukrainische Energiekonzern Naftogaz musste nach einem russischen Drohnenangriff die Arbeiten an einer Gasförderanlage in der Region Charkiw einstellen. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Streitkräfte hätten Hafenanlagen in Odessa und Tschornomorsk angegriffen.