Historisches Urteil: Syrische Folterknechte in Wien verurteilt
Syrische Folterknechte in Wien verurteilt

Ein historischer Prozess in Wien hat zwei hochrangige Folterknechte des syrischen Assad-Regimes verurteilt. Die Opfer, darunter der Syrer Ahmed al-Khalaf, zeigen sich erleichtert, aber auch enttäuscht über die Höhe der Strafen. Mehr als zehn Jahre lang lebten die Täter unbehelligt in Europa, geschützt von Behörden und Geheimdiensten.

Details des Urteils

Das Wiener Landesgericht für Strafsachen verurteilte die beiden Männer wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Folter. Einer der Angeklagten, ein ehemaliger Leutnant des syrischen Militärgeheimdienstes, erhielt eine Haftstrafe von 15 Jahren. Der zweite Angeklagte, ein früherer Oberst, wurde zu 12 Jahren Haft verurteilt. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

Die Rolle der Täter

Die Verurteilten waren in Syrien für die Folterung von Regimegegnern verantwortlich. Sie wandten Methoden wie Schläge, Tritte und Elektroschocks an. Ahmed al-Khalaf, eines der Opfer, berichtete vor Gericht: „Sie haben mich tagelang gefoltert, bis ich gestanden habe, was sie hören wollten.“ Die Täter flohen nach dem Ausbruch des Bürgerkriegs nach Europa, wo sie unter falscher Identität lebten.

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Reaktionen der Opfer

Ahmed al-Khalaf, der heute in Osnabrück lebt, äußerte sich erleichtert: „Endlich gibt es Gerechtigkeit, aber die Strafen hätten härter sein können. Sie haben so viel Leid verursacht.“ Andere Opfer zeigten sich ähnlich enttäuscht. „Es ist ein wichtiges Signal, dass Europa solche Verbrechen nicht toleriert, aber die Strafen sind zu milde“, sagte ein weiteres Opfer, das anonym bleiben möchte.

Bedeutung des Prozesses

Der Prozess gilt als wegweisend für die internationale Strafverfolgung. Es ist das erste Mal, dass ein europäisches Gericht syrische Folterknechte verurteilt hat. Die Anwälte der Opfer betonten, dass das Urteil ein Zeichen gegen Straflosigkeit setze. „Dieser Prozess zeigt, dass Täter nicht sicher sein können, selbst wenn sie in ein anderes Land fliehen“, erklärte der Rechtsanwalt der Nebenklage.

Hintergrund

Die beiden Verurteilten waren Teil des Unterdrückungsapparats von Baschar al-Assad. Sie flohen 2012 nach Europa, wo sie Asyl beantragten. Deutsche und österreichische Behörden ermittelten jahrelang, bevor sie die Männer 2023 festnahmen. Der Prozess begann im Januar 2026 und dauerte sechs Monate. Die Beweisaufnahme umfasste Zeugenaussagen von 30 Opfern und forensische Dokumente aus Syrien.

Ausblick

Die Verteidigung hat Revision angekündigt. Die Opfer hoffen, dass die Urteile Bestand haben. „Ich kann jetzt wieder ruhiger schlafen, aber die Narben bleiben“, sagte al-Khalaf. Der Fall könnte Präzedenzwirkung für ähnliche Verfahren in anderen europäischen Ländern haben, in denen mutmaßliche syrische Kriegsverbrecher leben.

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