Mindestens zwei Tote nach russischen Gleitbombenangriffen in Saporischschja
In der südostukrainischen Großstadt Saporischschja sind bei russischen Gleitbombenangriffen mindestens zwei Zivilisten getötet worden. 15 weitere Menschen wurden verletzt, teilte der Militärgouverneur des Gebiets Saporischschja, Iwan Fedorow, auf Telegram mit. Insgesamt seien sieben Gleitbomben auf die Industriestadt abgeworfen worden, wobei auch ein Kindergarten schwer beschädigt wurde. Die Frontlinie verläuft rund 20 Kilometer südlich der Stadt. Gleitbomben werden von russischen Kampfflugzeugen aus großer Höhe abgeworfen und mit Satellitennavigation ins Ziel gesteuert.
Polen stoppt Lieferung von MiG-29-Kampfjets an die Ukraine
Polen wird der Ukraine keine weiteren MiG-29-Kampfjets liefern. Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz erklärte im polnischen Sender Polsat News, ein geplanter Tausch von MiG-29 gegen ukrainische Drohnentechnologien sei gescheitert. „Ich hatte einen sehr klaren Ansatz vorgeschlagen, der meiner Meinung nach auch sehr partnerschaftlich war: MiGs im Austausch gegen Drohnen“, sagte Kosiniak-Kamysz. Er machte Kyjiw für das Scheitern verantwortlich: Die Ukraine habe dem Vorschlag zugestimmt, ihn aber nicht umgesetzt. „Es wird keine MiGs für die Ukraine geben, da es keine Drohnen oder drohnenbezogene Fähigkeiten für Polen gibt“, fügte der Minister hinzu. Polen hatte der Ukraine bereits zu Beginn des Krieges eine große Anzahl der aus Sowjetzeiten stammenden MiG-29 zur Verfügung gestellt. Medienberichten zufolge verfügt Polen noch über etwa ein Dutzend dieser Flugzeuge. Der diplomatische Eklat zwischen den Nachbarländern hatte sich zuletzt verschärft, nachdem Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Armee-Einheit nach der umstrittenen Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) benannt hatte.
EU zahlt Milliarden für Drohnenbeschaffung an die Ukraine
Die Ukraine erhält erste Gelder aus dem 90 Milliarden Euro schweren EU-Unterstützungsdarlehen für die Drohnenbeschaffung. Die Europäische Kommission beginnt mit der Auszahlung von 3,9 Milliarden Euro, wie sie mitteilte. In einer ersten Tranche sollen insgesamt sechs Milliarden Euro für Drohnen nach Kyjiw fließen. „Diese Investitionen werden der Ukraine helfen, ihre Bürger zu schützen, ihre Souveränität zu verteidigen und die Sicherheit Europas zu stärken“, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Weitere Zahlungen sollen in den kommenden Tagen erfolgen. Das Geld soll die Beschaffung von Drohnen abdecken und sich gleichzeitig auf Munition, Flugkörper und Luftverteidigungssysteme erstrecken. Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko bedankte sich für die „rechtzeitige Unterstützung“. „Sie hilft uns bei dringendem Verteidigungsbedarf, erweitert die Produktion ukrainischer Drohnen, stärkt unsere Rüstungsindustrie und gewährleistet wichtige Lieferungen an die Front“, schrieb sie auf X.
Russland verhandelt über Treibstoffimporte
Angesichts von Treibstoffengpässen infolge ukrainischer Drohnenangriffe führt Russland Gespräche mit anderen Ländern über mögliche Kraftstoffimporte. Kremlsprecher Dmitri Peskow stellte dies der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge in Aussicht, wenn Vereinbarungen zu annehmbaren Preisen erreicht würden. Konkrete Länder nannte er nicht. Vize-Regierungschef Alexander Nowak hatte Importe als mögliche Maßnahme genannt, um den heimischen Treibstoffmarkt zu stabilisieren. Die Ukraine hat ihre Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur verstärkt, um den Treibstoffnachschub für die Armee zu stören und Einnahmen aus dem Energiegeschäft zu schmälern. In vielen Regionen Russlands und in den besetzten Gebieten ist Benzin knapp geworden. Kremlchef Wladimir Putin räumte Probleme infolge ukrainischer Drohnenangriffe ein: „Man beobachte einen gewissen Mangel, aber keinen kritischen“, sagte er.
Südkorea und Ukraine beraten über nordkoreanische Kriegsgefangene
Die Außenminister Südkoreas und der Ukraine haben nach südkoreanischen Angaben „konstruktive“ Gespräche über das Schicksal zweier nordkoreanischer Soldaten geführt, die im Ukraine-Krieg gefangen genommen wurden. Der südkoreanische Außenminister Cho Hyun und sein ukrainischer Amtskollege Andrij Sybiha erörterten das Thema bei einem Treffen in Seoul. Die Soldaten waren im Januar 2025 von ukrainischen Streitkräften in der Region Kursk gefangen genommen worden, als sie auf russischer Seite kämpften. Nordkorea und Russland fordern ihre Rückführung. Menschenrechtsorganisationen warnen jedoch vor schweren Strafen bei einer Rückkehr nach Pjöngjang. Die Soldaten selbst baten darum, nach Südkorea gebracht zu werden. Nach Einschätzung des ukrainischen Militärgeheimdienstes wurden in den Jahren 2024 und 2025 mehr als 7000 nordkoreanische Soldaten getötet oder verletzt.
Ukrainischer Angriff auf Satellitenkommunikationszentrum nahe Moskau
Die Ukraine hat erneut ein russisches Satellitenkommunikationszentrum in der Region Moskau angegriffen. Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte auf Telegram mit, die Anlage in Dubna sei zum zweiten Mal unter Beschuss genommen worden. Sie werde für Aufklärungszwecke und zur Koordinierung der russischen Truppen in der Ukraine genutzt. Die ukrainische Armee habe zudem vier ähnliche Anlagen in den Regionen Moskau und Wladimir attackiert. Die Ukraine hat ihre Angriffe auf die russische Militär- und Energieinfrastruktur verstärkt, was in Teilen Russlands zu Treibstoffengpässen führte.
China ruft zu Friedensverhandlungen auf
China hat Russland und die Ukraine zu Friedensverhandlungen aufgerufen. Der chinesische UN-Botschafter Sun Lei erklärte bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats: „Konflikte lösen keine Probleme. Deshalb rufen wir nachdrücklich dazu auf, diesen Konflikt so schnell wie möglich zu beenden.“ Moskau und Kyjiw sollten die Gespräche wieder aufnehmen und auf eine „endgültige, reale und verbindliche Waffenruhe“ hinarbeiten. Peking halte an seiner „unparteiischen Position zur Ukraine-Krise“ fest.
Polen droht mit EU-Blockade wegen Bandera-Verehrung
Polens Vizepremier und Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz hat die Ukraine vor Problemen auf dem Weg in die EU gewarnt, falls Kyjiw weiter Stepan Bandera sowie die Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) und die Ukrainische Aufstandsarmee (UPA) als nationale Symbole verwende. Im polnischen Fernsehsender Polsat News erklärte er: „Mit Bandera kommt die Ukraine nicht in die Europäische Union.“ Die OUN und UPA werden in Teilen der ukrainischen Gesellschaft als antisowjetische Unabhängigkeitsbewegungen verehrt, in Polen sind sie jedoch wegen der Massaker an polnischen Zivilisten während des Zweiten Weltkriegs hoch umstritten.
Benzinverkauf in Moskau eingeschränkt
Die Tankstellennetze von Gazprom Neft und Lukoil haben in Moskau den Verkauf von Kraftstoff eingeschränkt. An Gazprom-Neft-Tankstellen dürfen Kunden pro Tankvorgang höchstens 30 Liter Benzin oder 60 Liter Diesel kaufen, die Abgabe in Kanistern wurde eingestellt. An Lukoil-Tankstellen gelten Limits von 20 bis 30 Litern pro Kunde. Die Einschränkungen sind eine Folge ukrainischer Drohnenangriffe auf die russische Energieinfrastruktur.
Lettland verurteilt Spion für Russland
Ein Gericht in Lettland hat einen lettischen Staatsbürger wegen Spionage für den russischen Militärgeheimdienst GRU zu fünf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Der Mann soll zwischen 2016 und 2025 aus ideologischen Motiven Informationen über den Flugplatz Spilve, SIM-Kartenkäufe, militärpolitische Entwicklungen und Nato-Aktivitäten gesammelt haben. Die Person, die die Spionage anleitete, wurde identifiziert und ein Strafverfahren eingeleitet.
Ukraine zahlt Prämien für gefangene und getötete Feinde
Ukrainische Soldaten erhalten künftig Prämien von bis zu 100.000 Hrywnja (etwa 1955 Euro) für gefangengenommene oder getötete feindliche Kämpfer. Für einen getöteten Feind zahlt das Verteidigungsministerium gemeinsam mit dem regulären Sold eine Prämie von etwa 290 Euro. Die Tötung muss durch Videoaufzeichnung bestätigt werden. Gefangengenommene Feinde sind wertvoll für Informationen und für Gefangenenaustausche.
Greenpeace: Russische Schattenflotte fährt näher an Deutschland vorbei
Mutmaßliche Schiffe der russischen Schattenflotte sind Greenpeace zufolge zuletzt dichter an der deutschen Ostseeküste entlanggefahren. Zwischen dem 6. März und dem 16. Juni wählten 42 von 136 Tankern eine Route nahe Rügen. Im Vorjahreszeitraum war es kein einziger. Schweden war zuvor verstärkt gegen Schattenflotten-Tanker vorgegangen.
Dutzende ukrainische Drohnen mit Ziel Moskau abgeschossen
Die russische Luftabwehr hat nach Behördenangaben in der Nacht zum Dienstag 46 ukrainische Drohnen mit Ziel Moskau abgefangen. In der Region Moskau kam ein sechs Monate altes Baby ums Leben, als Trümmer einer Drohne auf ein Wohnhaus stürzten. In der Grenzregion Belgorod starb ein Mann bei einem Drohnenangriff. Insgesamt wurden landesweit 419 Drohnen abgefangen. Am Donnerstag und Freitag hatte die russische Luftabwehr 660 Drohnen abgeschossen.
Russischer Ukraine-Veteran zu Haft verurteilt
Ein russischer Ukraine-Veteran, der Präsident Wladimir Putin mit Meuterei gedroht hatte, ist zu einer elftägigen Haftstrafe verurteilt worden. Ein Gericht in der Region Woronesch befand Alexander Lunin schuldig, „extremistische Symbole“ gezeigt zu haben. Lunin hatte in Videos auf Instagram ein Treffen mit Putin gefordert und Kommandeuren Folter und Missbrauch vorgeworfen. Er drohte: „Wenn ich nicht bald in den Kreml komme, wird die Armee ihre Waffen gegen den Kreml richten.“ Das Video erzielte Millionen Aufrufe.



