Bei einem massiven ukrainischen Drohnenangriff in der Nacht sind in der Region Moskau zehn Menschen verletzt worden. Der Gouverneur des Moskauer Gebiets, Andrej Worobjow, berichtete auf Telegram von Verletzten in mehreren Städten sowie Bränden und Schäden. Allein in Domodedowo, rund 40 Kilometer südlich von Moskau, gab es sieben Verletzte. In sozialen Medien kursierten nicht überprüfbare Aufnahmen, die eine große schwarze Rauchsäule von einem Öldepot zeigen sollen. Der russische Online-Händler Wildberries teilte mit, dass ein Logistikzentrum in Koledino bei Podolsk evakuiert worden sei, der Betrieb aber wieder laufe.
381 Drohnen abgefangen – Moskaus Bürgermeister spricht von über 400
Das russische Verteidigungsministerium gab an, in der Nacht 381 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet und der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim abgewehrt zu haben. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin schrieb auf Telegram von mehr als 400 Drohnen, die seit dem Abend in Richtung der Region Moskau geflogen seien; ein Großteil sei weit vor der Hauptstadt abgeschossen worden. Unabhängig überprüfbar sind diese Angaben nicht.
Die ukrainische Armee meldete ihrerseits erfolgreiche Angriffe auf russische Schiffe. Der Kommandeur der Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, erklärte auf Telegram, ukrainische Drohnen hätten in der Nacht sieben russische Schiffe im Schwarzen und Asowschen Meer getroffen – darunter drei Tanker und vier Frachtschiffe. Damit steige die Zahl der im Juli getroffenen Schiffe auf 183. Zudem seien sieben Umspannwerke auf der Krim angegriffen worden.
Zahl der Todesopfer auf Frachtschiff vor Odessa verdoppelt
Nach einem russischen Angriff auf ein internationales Frachtschiff im Schwarzen Meer hat sich die Zahl der Todesopfer nach ukrainischen Angaben verdoppelt. Die ukrainische Hafenbehörde teilte mit, dass zehn Menschen bei der Attacke vor Odessa getötet wurden. Das unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrende Schiff war demnach mit Mais aus dem Hafen ausgelaufen, als es am Sonntagabend getroffen wurde. An Bord befanden sich 17 Seeleute aus Indien und Syrien sowie ein Ukrainer; acht Crew-Mitglieder konnten gerettet werden. Russland meldete unterdessen über die Agentur Interfax, in der Nacht Treibstofflager im Hafen von Odessa getroffen zu haben.
Russischer Lenkbomben-Angriff auf Saporischschja: Zwei Tote, Dutzende Verletzte
Bei einem russischen Luftangriff auf die südostukrainische Stadt Saporischschja sind mindestens zwei Menschen getötet worden. Mindestens 42 weitere wurden verletzt, darunter acht Kinder, wie der ukrainische Rettungsdienst mitteilte. Ukrainischen Medien zufolge hatte das russische Militär Lenkbomben eingesetzt und ein fünfstöckiges Wohngebäude getroffen, wobei zwei Stockwerke vollständig zerstört wurden.
Putin dankt Nordkorea für Unterstützung
Russlands Präsident Wladimir Putin hat Nordkorea für die Unterstützung im Ukraine-Krieg gedankt. Bei einem Treffen mit Nordkoreas Außenministerin Choe Son Hui in Moskau sagte Putin laut einem vom Kreml veröffentlichten Video: „Ich möchte mich noch einmal für die Unterstützung bedanken, die wir von Pjöngjang für unsere Spezialoperation erhalten haben.“ Die „heldenhaften Taten“ der nordkoreanischen Soldaten würden „niemals vergessen“ und „genauso geehrt wie unsere Landsleute“. Putin pries zudem das gegenseitige Verständnis mit Machthaber Kim Jong Un.
Ukrainische Marine: Fünf Tote bei russischem Raketenangriff auf türkisches Schiff
Die ukrainische Marine teilte am Sonntag mit, Russland habe das türkische Frachtschiff „Golden Leo“ mit drei Marschflugkörpern beschossen, als es das Kampfgebiet verlassen wollte. Fünf Besatzungsmitglieder werden vermisst, acht Menschen wurden in ein Krankenhaus in Odessa gebracht.
Russischer Kriegsgegner Nadeschdin zieht sich aus Wahlkampf zurück
Der russische Oppositionspolitiker Boris Nadeschdin verzichtet auf eine Kandidatur bei den Parlamentswahlen im September. „Meine Möglichkeiten, in Russland auf legalem Wege Oppositionspolitik zu betreiben, sind ausgeschöpft“, schrieb der 63-Jährige auf Telegram. „Ich bin nicht bereit, all jene in Gefahr zu bringen, die mich unterstützen.“ Nadeschdin war am Freitag wegen eines Videos mit einem Bild des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny zu einer Geldstrafe verurteilt worden.
Selenskyj: Ukraine attackiert Öldepots in Stawropol
Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Ukraine habe drei Öldepots und ein Treibstofflager in der südrussischen Kaukasus-Region Stawropol sowie drei russische Tanker der „Schattenflotte“ im Schwarzen Meer attackiert. Die Angriffe auf die Öldepots seien vom Inlandsgeheimdienst SBU ausgeführt worden. Eine russische Stellungnahme lag zunächst nicht vor.
Schwerer Raketenangriff auf Kyjiw – mindestens ein Toter
Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kyjiw mit einem der schwersten ballistischen Raketenangriffe seit Kriegsbeginn überzogen. Mindestens ein Mensch wurde getötet, 16 weitere verletzt. Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete von Schäden an Wohngebäuden, Lagerhallen, einem Supermarkt und einem Wohnheim. Die ukrainische Flugabwehr fing 18 von 41 Raketen ab, zudem wurden 108 von 125 Drohnen abgeschossen. Selenskyj bezeichnete den Schutz vor ballistischen Raketen als „ständige und oberste Priorität“ und forderte täglich Abfangraketen.



