Ukraine-Krieg: 400.000 tote Russen, 19% Landverlust – Putins desaströse Bilanz
Ukraine-Krieg: Putins desaströse Bilanz in drei Zahlen

Der russische Machthaber Wladimir Putin hat selbst eingeräumt, dass sein Krieg in der Ukraine Probleme bereitet. Bei einem Auftritt Ende Juni vor dem Kongress der Regierungspartei und einer Krisensitzung zum Treibstoffmangel spielte er die Schwierigkeiten jedoch herunter. Drei konkrete Zahlen zeichnen ein weitaus verheerenderes Bild der Lage.

Ein Drittel der Raffinerien außer Betrieb

Russland, bekannt als Rohstoffriese, kämpft mit einer Treibstoffkrise. Ein Drittel der russischen Raffinerien steht derzeit still, wie die Consultingagentur Energy Intelligence analysiert hat. Grund dafür sind ukrainische Drohnenangriffe, die Präsident Wolodymyr Selenskyj als „Langstreckensanktionen“ bezeichnet. Die selbstproduzierten Drohnen fliegen teils mehr als tausend Kilometer weit und treffen gezielt die Herzstücke der russischen Ölindustrie. Anfang Juni sank die Ölverarbeitung auf unter vier Millionen Barrel pro Tag – der niedrigste Wert seit 21 Jahren. An den Tankstellen vielerorts, auch auf der Krim, geht das Benzin aus.

Nur 19,4 Prozent der Ukraine unter russischer Kontrolle

Seit Beginn der Landnahme 2014, einschließlich der Annexion der Krim und der von Separatisten kontrollierten Gebiete im Osten, hat Russland gerade einmal 19,4 Prozent der Fläche der Ukraine erobert. Der Vormarsch stockt deutlich. Nach Daten des US-Instituts für Kriegsstudien (ISW) gewann die russische Armee im Juni 2026 lediglich 30,02 Quadratkilometer Land – etwa die Größe der Nordseeinsel Borkum. Im Juni 2025 waren es noch 481,87 Quadratkilometer.

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1,4 Millionen russische Verluste

Für die geringen Geländegewinne bezahlt Putin mit enormen Verlusten. Das Zentrum für Strategische und Internationale Studien (CSIS) in Washington berechnet insgesamt 1,4 Millionen getötete, verwundete oder vermisste russische Soldaten seit 2022. Davon wurden 400.000 bis 450.000 Männer getötet. Die Zahl der russischen Todesopfer ist „mehr als viermal so hoch wie alle US-Todesopfer in sämtlichen Kriegen seit dem Zweiten Weltkrieg zusammen“, so die Studie. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Verluste bei sinkenden Gebietszuwächsen merklich an. Das Verhältnis zwischen russischen und ukrainischen Verlusten betrug 8:1, während es zuvor meist bei 2:1 oder 3:1 lag. Dies sei auf den Einsatz ukrainischer Kampfdrohnen zurückzuführen, so das CSIS.

Keine Garantie für eine Kriegswende

Die Zahlen belegen die enormen Kosten und das menschliche Leid, das Putins Invasion verursacht hat. Sie zeigen eine Phase, in der Russland relativ schlecht dasteht, und deuten ein Zeitfenster für stärkeren Druck auf den Aggressor an. Dennoch warnt Oberstleutnant Andreas Rapp vom German Institute for Defence and Strategic Studies vor voreiliger Euphorie. Russland setze weiterhin Gleitbomben und Artillerie ein, die für die größten Zerstörungen an der Front verantwortlich seien. Zudem habe Russland eigene Drohnenspezialisten, die ukrainische Logistik hinter der Front zerstören. Auch die personelle und materielle Überlegenheit der Russen sowie die Personalprobleme der ukrainischen Armee bestünden fort. Die Zahlen seien eine Momentaufnahme, die Hoffnung machen könne – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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