Die Spannungen im Nahen Osten eskalieren weiter: Das US-Militär hat nach eigenen Angaben einen iranischen Raketenangriff auf amerikanische Streitkräfte erfolgreich abgewehrt. Alle abgefeuerten ballistischen Raketen seien abgefangen worden, teilte das Regionalkommando Centcom mit. Die Ölpreise reagierten auf die neuen Gefechte mit deutlichen Anstiegen: Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuerte sich um 3,8 Prozent auf 87,30 Dollar, US-Leichtöl WTI legte ebenfalls um 3,8 Prozent auf 82,30 Dollar zu. Der Angriff beendete eine kurze Feuerpause, in der Vermittler versucht hatten, beide Seiten an den Verhandlungstisch zu bringen.
Pentagon führt neue Opferstatistik ein
Das Pentagon hat eine neue Kategorie in seiner offiziellen Opferstatistik eingeführt. Hintergrund ist der Abschluss der sogenannten „Operation Epic Fury“, der offiziellen Bezeichnung des US-Militärs für die Kampfhandlungen im Iran. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden vier getötete Soldaten und Dutzende Verletzte aus der bisherigen Iran-Statistik entfernt und in eine neue Kategorie mit der Bezeichnung „Overseas Operations“ (Auslandseinsätze) überführt.
USA und Saudi-Arabien attackieren proiranische Milizen im Irak
Die USA und Saudi-Arabien haben Stellungen proiranischer Milizen im Irak angegriffen. Wie das Centcom mitteilte, seien mehrere Logistik- und Waffenlager im Osten des Landes bombardiert worden. Die Luftangriffe erfolgten als Reaktion auf mehr als 30 Drohnenangriffe in den vergangenen 72 Stunden, die von den iranischen Revolutionsgarden gesteuert worden seien. „Die Revolutionsgarden und ihre terroristischen Stellvertreter müssen die Angriffe einstellen, um weitere militärische Reaktionen der USA zu vermeiden“, hieß es. Saudi-Arabien erklärte zudem, bereits den zweiten Tag in Folge Drohnen aus dem Irak abgeschossen zu haben, die auf Ölanlagen im Osten des Königreichs gezielt hätten. Der irakische Ministerpräsident Ali al-Saidi ordnete daraufhin Ermittlungen an.
Netanjahu: Treffen mit Trump „eines der besten Gespräche“
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sein Treffen mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus als „ausgezeichnet“ bezeichnet. In einem auf Instagram veröffentlichten Video sprach Netanjahu von „einem der besten Gespräche“ und betonte die „Partnerschaft, gegenseitige Unterstützung und ein gemeinsames Verständnis für das Ziel, sicherzustellen, dass der Iran keine Atomwaffen besitzt“. Das etwa 90-minütige Gespräch fand unter Ausschluss der Presse statt, auch US-Außenminister Marco Rubio und Verteidigungsminister Pete Hegseth nahmen teil. Trump erklärte zuvor, Netanjahu wolle die USA im Iran-Krieg involviert halten. Trump selbst stellte eine diplomatische Lösung in den Vordergrund, drohte aber mit weiteren Angriffen, sollte es kein Abkommen geben. „Wir haben ihre Atomanlagen ausgeschaltet, und wir werden Pickaxe ausschalten müssen, wenn wir kein Abkommen schließen“, sagte Trump mit Blick auf das Tunnelsystem im Berg Kuh-e Kolang.
Iran schlägt Übergangslösung für Straße von Hormus vor
Der Iran hat dem Oman einen Vorschlag zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus unterbreitet. Wie Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi im staatlichen Fernsehen erklärte, solle die Route in die eine Richtung komplett und die Gegenroute teilweise durch iranische Gewässer verlaufen. Teheran lehne einen omanischen Vorschlag zur gleichmäßigen Aufteilung der Transitwege ab, da dieser die Sicherheitsbedenken nicht ausräume. Sollte Maskat den Plan zurückweisen, bleibe die Meerenge geschlossen. Der Iran hat nach eigenen Angaben weiterhin die Kontrolle über die strategisch wichtige Wasserstraße.
Ukraine warnt Iran vor Eskalation nach Angriff auf Schiff
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha warnte seinen iranischen Amtskollegen Abbas Aragtschi nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf ein iranisches Handelsschiff im Kaspischen Meer vor einer Eskalation. Bei dem Angriff war ein Seemann getötet, ein weiterer verletzt worden. Sybiha betonte, die Ukraine greife keine zivilen Schiffe an und wolle eine unnötige Eskalation vermeiden. In einem Telefonat forderte er zudem ein Ende der iranischen Unterstützung für Russland im Krieg gegen die Ukraine.
Weitere Entwicklungen im Überblick
Der Iran benannte Schäden durch jüngste US-Angriffe. Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani erklärte, unter anderem sei der internationale Flughafen von Buschehr zerstört worden, zudem zwölf Brücken und zwei Tunnel. Die beiden Tunnel seien inzwischen wieder geöffnet, für die Brücken Ausweichstrecken eingerichtet. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, forderte Israel zum Abzug aus dem Libanon auf und kritisierte die Zerstörung ziviler Gebäude. In Rom sind für Anfang August weitere Gespräche zwischen Israel und dem Libanon geplant. Pakistan sieht Indizien für eine mögliche US-Bodenoffensive im Iran. Der Iran wies unterdessen darstellungen zurück, um Gespräche mit den USA gebeten zu haben. Vermittler unter Führung Katars und Pakistans meldeten Fortschritte bei der Suche nach einer Waffenruhe.



