Porsche bekräftigt Prognose trotz China-Einbruch und verschärft Sparkurs
Porsche bestätigt Jahresprognose trotz China-Krise

Der Sportwagenbauer Porsche hält trotz des anhaltend schwachen China-Geschäfts an seiner Jahresprognose fest. Das Unternehmen erwartet keinen erneuten Gewinneinbruch und bestätigte am Mittwoch die Ziele: einen Umsatz von 35 bis 36 Milliarden Euro (Vorjahr: 36,3 Milliarden Euro) und eine operative Rendite von 5,5 bis 7,5 Prozent (Vorjahr: 1,1 Prozent).

Gewinnsprung im ersten Halbjahr

Im ersten Halbjahr 2026 steigerte Porsche den Betriebsgewinn trotz weiter rückläufiger Absatzzahlen um 30 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro. Der Umsatz ging leicht zurück, die operative Rendite verbesserte sich um gut zwei Prozentpunkte auf 7,8 Prozent. Der Nettogewinn legte sogar um fast 50 Prozent auf 1,07 Milliarden Euro zu. Finanzchef Jochen Breckner führte dies auf „konsequentes Kostenmanagement und unsere Value-over-Volume-Strategie“ zurück. „Diese zeigen erste positive Effekte, deshalb bestätigen wir trotz eines weiterhin herausfordernden Marktumfelds unsere Jahresprognose“, erklärte er.

Zweites Sparpaket: 5000 Stellen weniger

Porsche-Chef Michael Leiters verschärft den bereits im Vorjahr eingeleiteten Spar- und Schrumpfkurs. Nach monatelangen Verhandlungen einigten sich Management und Arbeitnehmerseite am vergangenen Montag auf ein zweites Sparpaket. Es sieht vor, dass 5000 Stellen zusätzlich gestrichen werden. Die Beschäftigten verzichten auf Tariferhöhungen und Teile des Weihnachtsgeldes. Im Gegenzug sichert Porsche bis 2035 betriebsbedingte Kündigungen aus und garantiert den Erhalt der Standorte Zuffenhausen und Weissach. Der sozialverträgliche Stellenabbau werde im zweiten Halbjahr und im kommenden Jahr jeweils einen dreistelligen Millionenbetrag kosten. „Wir sind aber überzeugt: Diese Ausgaben werden sich bald auszahlen“, sagte Breckner.

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China-Geschäft bricht ein

Der Druck auf Porsche wächst besonders in China. Der Absatz reiner Elektroautos halbierte sich im ersten Halbjahr auf nur noch 562 Fahrzeuge. Auch Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor verkauften sich dort mit einem Rückgang um ein Drittel auf 12.168 Stück. Plug-in-Hybride spielten mit 92 abgesetzten Einheiten praktisch keine Rolle. Diese Zahlen des Datendienstes Marklines erfassen nur tatsächlich verkaufte und versicherte Fahrzeuge. Porsche selbst meldete für das erste Halbjahr einen Absatz von 14.501 Fahrzeugen in China – etwa 1700 mehr als Marklines, da hier auch Händlerbestände enthalten sind. Der Einbruch ist maßgeblich für die massiven Überkapazitäten verantwortlich: Importierte Porsche vor wenigen Jahren noch über 100.000 Fahrzeuge jährlich nach China, geht es in diesem Jahr auf rund 25.000 Fahrzeuge zu.

Zukunftspaket als strategischer Baustein

CEO Michael Leiters betonte: „Das Zukunftspaket ist ein zentraler Baustein, um Porsche langfristig wettbewerbsfähiger, effizienter und widerstandsfähiger zu machen. Daher bin ich zuversichtlich, dass wir unsere Ziele erreichen können. Vor uns liegt aber noch viel Arbeit, um Porsche robust für die herausfordernde Zukunft aufzustellen.“ Die Krise des Autobauers hat mehrere Ursachen: das eingebrochene China-Geschäft, gestiegene US-Zölle und hohe Investitionen in Elektroautos, die sich noch nicht auszahlen.

Mit Material der Nachrichtenagentur Reuters.

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