Das US-Zentralkommando Centcom meldete, dass Einheiten der Iranischen Revolutionsgarden mehrere ballistische Raketen vom Iran aus auf im Nahen Osten stationierte US-Streitkräfte abgefeuert hätten. Dabei habe es sich um den „Versuch eines Überraschungsangriffs“ gehandelt. Alle iranischen Raketen seien erfolgreich abgefangen worden, erklärte Centcom auf der Plattform X.
Gemeinsame Angriffe mit Saudi-Arabien
Nahezu zeitgleich flogen Kampfflugzeuge der USA und Saudi-Arabiens nach eigenen Angaben Angriffe auf „terroristische“ Ziele im Irak. Die Milizen im Irak seien von den iranischen Revolutionsgarden angewiesen worden, US-Streitkräfte und die saudische Energieinfrastruktur anzugreifen. In den vergangenen Tagen hätten sie mehr als zwei Dutzend Drohnenangriffe ausgeführt. „Die Revolutionsgarden und ihre terroristischen Stellvertreter müssen diese Angriffe einstellen, um weitere militärische Reaktionen der USA zu vermeiden“, warnte Centcom.
Das saudiarabische Verteidigungsministerium erklärte seinerseits, es habe zusammen mit den USA „dem Iran loyale terroristische Milizen“ im Irak angegriffen. Dabei habe es sich um „Selbstverteidigung“ gehandelt. Einige Stunden zuvor hatte das Ministerium erklärt, mit dem Iran in Verbindung stehende Milizen hätten erneut vom Irak aus Drohnenangriffe auf Saudi-Arabien geflogen, die sich gegen Ölanlagen richteten. Die Luftabwehr des Golfstaates habe mehrere Drohnen abgefangen und zerstört. Bereits am Montag hatte Riad Drohnenangriffe aus dem Irak gemeldet.
Reaktionen und Auswirkungen
Der Zusammenschluss pro-iranischer schiitischer Milizen „Islamischer Widerstand im Irak“ bezeichnete die Vorwürfe als „Erfindungen“. Für den Fall eines saudiarabischen Vorgehens im Irak drohte die Gruppe mit einer „harten“ Antwort. Die erneute Zuspitzung des Kampfgeschehens erfolgte nur wenige Stunden nach einem Treffen von US-Präsident Donald Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu in Washington.
In Reaktion auf das neue Kampfgeschehen stiegen sofort wieder die Ölpreise. An den Börsen in Asien sprangen die Preise für ein Barrel Öl um mehr als drei Prozent. Die neuen Angriffe trübten zudem die Hoffnung auf ein endgültiges Ende der Kämpfe in der Region. Nach 13 Nächten mit neuen US-Luftangriffen auf den Iran und Vergeltungsattacken Teherans hatten beide Seiten zuvor seit Freitag vergangener Woche keine gegenseitigen Angriffe mehr gemeldet. In der Folge zeigte sich Trump zuversichtlich über eine mögliche Verhandlungslösung und sprach von einer „guten Chance“ für eine Einigung mit Teheran.



