Die verheerenden Waldbrände in Südeuropa fordern immer neue Opfer. Auf der griechischen Urlaubsinsel Kreta mussten rund 6000 Menschen in Sicherheit gebracht werden, darunter zahlreiche Urlauber. Drei Einsatzkräfte der Feuerwehr kamen in den Flammen ums Leben, wie die lokalen Behörden mitteilten. Die Brände breiten sich rasant aus, begünstigt durch extreme Trockenheit und starke Winde.
Lage in Spanien und Portugal eskaliert
Auch auf dem spanischen Festland und in Portugal verschärft sich die Situation dramatisch. In Spanien sind mehrere neue Feuer ausgebrochen, die bereits eine Fläche von mehr als 10.000 Hektar zerstört haben. In der Region um Barcelona mussten Dörfer evakuiert werden. In Portugal kämpfen Einsatzkräfte gegen einen Großbrand nördlich von Lissabon. Nach Angaben der portugiesischen Zivilschutzbehörde wurden bislang über 15.000 Menschen in Sicherheit gebracht.
Insgesamt mussten in Südeuropa nach offiziellen Angaben bereits rund 300.000 Menschen ihre Häuser und Hotels verlassen. „Die Lage ist kritisch, wir erleben die schlimmste Brandsaison seit Jahrzehnten“, sagte ein Sprecher des spanischen Katastrophenschutzes.
Deutsche Löschflugzeuge im Einsatz
Deutschland hat seine Unterstützung verstärkt. Mehrere Löschflugzeuge des Typs „Canadair“ sind von der Luftwaffe nach Bordeaux entsandt worden, um die französischen Einsatzkräfte bei der Bekämpfung der Flammen in der Region Aquitanien zu unterstützen. Das gab das Bundesinnenministerium am Donnerstag bekannt. In Frankreich wüten die Brände bereits seit Tagen, besonders betroffen ist das Département Gironde.
Neben Frankreich, Spanien, Portugal und Griechenland kämpfen auch Italien und die Türkei mit schweren Waldbränden. In der Toskana und auf Sizilien wurden mehrere Ortschaften evakuiert. Die türkische Regierung rief für mehrere Provinzen den Notstand aus. Die EU hat den Solidaritätsfakt ausgelöst und koordiniert Hilfslieferungen.
Klimawandel als Brandbeschleuniger
Experten sehen eine direkte Verbindung zwischen den extremen Wetterbedingungen und dem Klimawandel. „Hitzewellen und Dürren werden häufiger und intensiver, das schafft ideale Bedingungen für Großbrände“, erklärte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes. Die Einsatzkräfte arbeiten unter Lebensgefahr, um Menschen und Natur zu schützen. Die kommenden Tage bleiben angesichts der Wettervorhersagen angespannt.



