Iran richtet zwei weitere Männer nach Protesten hin
Iran richtet zwei weitere Männer nach Protesten hin

Das iranische Regime hat erneut zwei Männer im Kontext der Massenproteste vom Winter hingerichtet. Die Hinrichtungen fanden am 28. Juli 2026 auf einem Platz in der Stadt Malekschahr in der zentralen Provinz Isfahan statt. Die beiden Verurteilten wurden öffentlich gehängt, wie die Nachrichtenagentur Mehr berichtet.

Anklage wegen Angriffs auf Polizisten

Der iranischen Justiz zufolge waren die Männer für schuldig befunden worden, am 8. Januar 2026 Polizeibeamte in Isfahan mit Macheten und Messern angegriffen, sie an Verkehrsschilder gefesselt, über den Boden geschleift, mit Benzin übergossen und in Brand gesetzt zu haben. Die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan gab bekannt, dass die Angeklagten unter anderem wegen „Korruption auf Erden“ und „Krieges gegen Gott“ verurteilt wurden. Diese Anklagepunkte werden in Iran häufig bei Todesurteilen verwendet.

Mindestens 27 Hinrichtungen im Zuge der Proteste

Mit diesen beiden Exekutionen steigt die Zahl der im Zusammenhang mit den Protesten hingerichteten Männer auf mindestens 27. Die Demonstrationen waren im Dezember 2025 aufgrund der schweren Wirtschaftskrise im Land ausgebrochen und entwickelten sich rasch zu Massenprotesten gegen die autoritäre Führung. Der Staat ließ die Proteste gewaltsam niederschlagen, wobei Tausende Demonstranten getötet wurden. Die Teheraner Führung räumte mehr als 3000 Tote ein, führte die Gewalt jedoch auf angebliche, von den USA und Israel gesteuerte „Terrorakte“ zurück – ein Versuch, die brutale Repression zu relativieren. Menschenrechtsorganisationen wiesen diese Darstellung entschieden zurück und sprachen von einer systematischen Niederschlagung der Protestbewegung.

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Kritik an der Todesstrafe

Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Jahren die rigorose Anwendung der Todesstrafe in Iran und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch zur Einschüchterung der Bevölkerung einzusetzen. Laut Amnesty International wurden im Jahr 2025 mindestens 2159 Menschen in Iran hingerichtet – der höchste verzeichnete Wert seit 1981. Damit ist Iran nach China das Land mit den meisten Hinrichtungen weltweit. Auch im Kontext des Irankriegs wurden Todesurteile gegen mutmaßliche Spione und politische Gefangene vollstreckt. Die internationale Gemeinschaft hat die jüngsten Exekutionen scharf verurteilt, doch Teheran setzt die Todesstrafe unbeirrt fort, um Opposition und Kritik zu unterdrücken.

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