Südafrika meldet drei Strahlungsvorfälle im AKW Koeberg
Südafrika meldet Strahlungsvorfälle im AKW Koeberg

Die südafrikanische Regierung hat mehrere Strahlungszwischenfälle im Kernkraftwerk Koeberg eingeräumt und bekräftigt zugleich ihre Pläne zum Ausbau der Kernenergie. Das etwa 40 Kilometer von Kapstadt entfernt an der Atlantikküste gelegene Kraftwerk war Schauplatz von drei Vorfällen, bei denen Mitarbeiter erhöhter radioaktiver Strahlung ausgesetzt waren.

Vorfälle im Juni und Juli 2026

Die Zwischenfälle ereigneten sich am 30. Juni sowie am 2. und 7. Juli 2026. Nach Angaben von Energieminister Kgosientsho Ramokgopa wurden sie vollständig eingedämmt. „Es ist keine radioaktive Strahlung in die Umwelt gelangt“, erklärte er am Sonntag bei einer Pressekonferenz. Es habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Öffentlichkeit bestanden. Die Vorfälle seien nicht als meldepflichtige Ereignisse im Bereich der nuklearen Sicherheit einzustufen. Die Strahlenbelastung im Kraftwerk sei nicht stärker gewesen als die alltägliche Strahlenbelastung.

Ursache: Stromausfall beeinträchtigte Lüftung

Auslöser der Vorfälle war laut Ramokgopa ein vorübergehender Stromausfall, der die Lüftungsanlagen des Kernkraftwerks beeinträchtigte. Velaphi Ntuli, Leiter der Abteilung für Nuklearsicherheit des nationalen Stromversorgers Eskom, präzisierte, dass sich die Vorfälle auf zwei Reaktoren beschränkten. „Für die umliegenden Gemeinden bestand zu keinem Zeitpunkt Gefahr“, so Ntuli. Auch die betroffenen Arbeiter seien nur geringen Strahlungswerten ausgesetzt gewesen – geringer als bei einer zahnärztlichen Röntgenaufnahme.

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Südafrikas Energiezukunft: Kernkraft trotz Bedenken

Trotz der Vorfälle hält die Regierung an ihren Kernenergieplänen fest. „Wir setzen das Kernkraftwerksbauprogramm fort und freuen uns auf weitere 20 Jahre Stromerzeugung aus den beiden Kernkraftwerksblöcken in Koeberg“, sagte Minister Ramokgopa. Südafrika leidet seit Jahren unter schweren Stromausfällen, weshalb viele Unternehmen und Privathaushalte auf Solaranlagen setzen. Der Anteil von Eskom an der Stromerzeugung sank einer Bloomberg-Analyse zufolge von knapp 96 Prozent im Jahr 2014 auf weniger als 85 Prozent im vergangenen Jahr.

Die Regierung erachtet Kernenergie als Baustein einer verlässlichen Energieversorgung und will bis 2039 zusätzliche Kernkraftkapazitäten von 5,2 Gigawatt schaffen – trotz Bedenken in der Öffentlichkeit. Derzeit ist Südafrikas Stromversorgung stark von Kohle abhängig. Langfristiges Ziel ist es, bis 2050 die Stromerzeugung größtenteils ohne fossile Brennstoffe zu gewährleisten.

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