Neue Explosionen im Iran: Tanker in Straße von Hormus gesprengt
Neue Explosionen im Iran: Tanker in Straße von Hormus gesprengt

In der neunten Nacht in Folge greifen die USA und der Iran im Nahen Osten einander an. Die iranischen Revolutionsgarden melden, dass zwei Öltanker auf der Südroute durch die Straße von Hormus gesprengt wurden und nun manövrierunfähig seien. Das US-Militär habe die Besatzungen aufgefordert, diese unsichere Passage zu nutzen, erklärten die Garden. Solange die US-Aggression in der Region andauere, sei die Meerenge weder für den Transport von petrochemischen Produkten noch für „einen einzigen Tropfen Öl und Gas“ sicher. Das US-Militär müsse sich auf eine „Strafaktion“ einstellen. Der Vorfall ließ sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Zu Namen, Flaggen, Besatzungen oder möglichen Opfern machten die Garden keine Angaben.

US-Angriffswelle in neunter Nacht

Nach Beginn der erneuten Angriffswelle des US-Militärs auf Ziele im Iran meldeten örtliche Medien in der Nacht Explosionen in mehreren Gebieten des Landes. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim wurden Explosionen aus der Stadt Täbris im Norden, der Hafenstadt Tschahbahar am Golf von Oman, aus Konarak in der südöstlichen Provinz Sistan-Belutschistan, der Hafenstadt Mahschahr in der Provinz Chusestan sowie der Hafenstadt Bandar Imam Chomeini am Persischen Golf gemeldet. Das US-Regionalkommando Centcom teilte auf der Plattform X mit, die jüngste Angriffswelle sei um 19 Uhr US-Ostküstenzeit (2.30 Uhr Ortszeit im Iran) aufgenommen worden. Ziel sei es, die militärischen Fähigkeiten weiter zu schwächen, die der Iran für Angriffe auf Handelsschiffe und zivile Seeleute in der Straße von Hormus einsetze.

Trump begründet Angriffe mit toten Soldaten

US-Präsident Donald Trump begründete die jüngsten Angriffe mit dem Tod mehrerer US-Soldaten in der Region. „Diese großartigen Menschen, diese großartigen Patrioten, waren da draußen im Einsatz, damit der Iran keine Atomwaffen bekommen kann“, sagte Trump nach seiner Rückkehr vom WM-Endspiel vor Reportern. Die Angriffe auf den Iran seien „zu Ehren“ der Soldaten erfolgt. „Wir haben sie (die Iraner) heute Nacht wieder sehr hart getroffen“, sagte Trump weiter. Die USA meldeten in der vergangenen Woche so viele Tote in den eigenen Reihen wie seit Monaten nicht mehr.

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Der Iran habe im Krieg sehr schwere Verluste erlitten, erklärte der US-Präsident weiter. „Militärisch haben sie fast alles verloren“, behauptete er. „Sie haben nur noch sehr wenig übrig. Sie haben noch ein paar Raketen. Sie haben noch ein paar Drohnen.“ Zudem kontrollierten die USA die Straße von Hormus, behauptete Trump. „Wir kontrollieren die Meerenge, sie kontrollieren gar nichts. Mal sehen, was passiert“, so der Präsident.

Iranische Darstellung der Kontrolle über die Straße von Hormus

Das iranische Regime stellt den Sachverhalt indes anders dar. Teheran pocht darauf, dass das Mitte Juni vereinbarte Rahmenabkommen besage, dass die alleinige Verantwortung für die Verwaltung der wichtigen Meerenge dem Iran obliege. Die Revolutionsgarden teilten mit, sie hätten zwei Öltanker auf der Südroute durch die Straße von Hormus gesprengt.

Iran greift Kuwait und Bahrain an

Als Reaktion auf die andauernden US-Angriffe führte Teheran weitere Vergeltungsschläge gegen Länder mit US-Militärstützpunkten in der Region durch. Der Golfstaat Kuwait meldete in der Nacht erneuten Beschuss. Die Luftverteidigung wehre „feindliche Drohnen“ aus dem Iran ab, teilte die Armee des Landes mit. Details gab es zunächst nicht. Auch im ebenfalls mit Washington verbündeten Bahrain heulten wieder die Sirenen, wie das dortige Innenministerium bekanntgab. Die US-Botschaft in Bahrain warnte konkret vor möglichen Angriffen des Iran in der Hauptstadt Manama. Es lägen Informationen vor, wonach der Iran nicht näher bezeichnete Ziele im Zentrum der Stadt ins Visier nehmen könnte, teilte die Vertretung mit.

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Angriff auf Kommandozentrum in Syrien

Laut staatlichen Medien griffen die iranischen Revolutionsgarden zudem „das feindliche Kommandozentrum für Spezialeinsätze in der Region Al-Tanf in Syrien“ an. Es handele sich um einen Vergeltungsangriff nach der Tötung von iranischen Soldaten in Iranschahr im Südosten der Islamischen Republik, erklärte die Nachrichtenagentur Irna im Onlinedienst Telegram. Die Nachrichtenagentur Tasnim hatte zuvor die Beisetzung dreier Soldaten gemeldet, die bei einem US-Angriff auf eine Kaserne in Iranschahr getötet worden seien. Bereits am Freitag hatten die Revolutionsgarden erklärt, dass sie den Stützpunkt Al-Tanf angegriffen hätten. Aus syrischen Militärkreisen wurde der Angriff dementiert. Die syrische Armee hatte im Februar nach dem Abzug der USA die Kontrolle über den Stützpunkt übernommen.