Pakistanische Geheimdienste halten eine begrenzte US-Bodenoffensive im Iran für immer wahrscheinlicher. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen in Islamabad ignoriere US-Präsident Donald Trump Warnungen seines eigenen Militärs und könnte iranische Küstenregionen einnehmen. Die Bewertung stütze sich auf militärische Beobachtungen der vergangenen Tage.
Dreitägige Angriffspause genutzt für Vermittlung
In den vergangenen drei Nächten haben die Kriegsparteien ihre Angriffe pausiert. Die Vermittler Pakistan und Katar übermitteln nun wieder Vorschläge zwischen den USA und dem Iran. Irans Führung strebe jedoch einen dauerhaften Waffenstillstand an und lehne eine begrenzte Feuerpause ab, hieß es aus den Sicherheitskreisen. Irans Streitkräfte hatten die USA bereits vor einer Bodenoffensive gewarnt. Das Militär sei darauf vorbereitet, sagte Armeesprecher Amir Akraminia vor wenigen Tagen.
Ölpreis fällt um mehr als fünf Prozent
Nach dem Ende der US-Angriffsserie von 13 Nächten in Folge ist der Ölpreis zu Wochenbeginn deutlich gefallen. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent lag zeitweise bei rund 92 US-Dollar je Barrel – ein Minus von mehr als fünf Prozent. Zuvor hatte die US-Angriffspause am Wochenende Hoffnung auf eine Deeskalation genährt. Auch der Iran deutete an, seine Angriffe vorerst auszusetzen. Das Militär begründete den Schritt mit Vergeltungscharakter.
Iran dementiert Verhandlungen mit den USA
Der Iran hat am Montag erklärt, dass er derzeit keine Verhandlungen mit den USA führe. „Vermittler mögen Botschaften von amerikanischer Seite an uns übermitteln, die sich auf die aktuellen Entwicklungen beziehen“, sagte Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei in Teheran. „Derzeit stehen wir jedoch in keinerlei Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten.“ Bakaei bestritt auch, dass der Iran um neue Verhandlungen gebeten habe. Dies seien Erfindungen, die die Gegenseite von Zeit zu Zeit in Umlauf bringe.
USA verlegen weiteres Militär in den Nahen Osten
Die USA haben die Verlegung von zusätzlichem Militär in den Nahen Osten bestätigt. US-Botschafter bei den UN, Mike Waltz, sagte in der Sendung „Face the Nation“ von CBS News, weitere Kapazitäten würden in die Region verlegt. Genauere Angaben machte er nicht. Waltz betonte, die Angriffspause gebe der Diplomatie etwas Raum. US-Präsident Trump gebe den Gesprächen mit dem Iran einen gewissen Spielraum, so Waltz gegenüber Fox News.
Schäden an der Wasserversorgung im Süden Irans
Nach den jüngsten US-Angriffen sind im Süden Irans massive Schäden an der Wasserversorgung entstanden. 18 Einrichtungen, darunter Meerwasserentsalzungsanlagen, wurden beschädigt, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars. Zehn Anlagen seien vollständig zerstört worden. Eine Anlage auf der Insel Gheschm wurde bereits Anfang Juli außer Betrieb gesetzt, wodurch die Wasserversorgung für rund 120.000 Menschen beeinträchtigt wurde.
Weitere Entwicklungen: Huthi-Angriffe und syrisches Sicherheitsabkommen
Die jemenitische Huthi-Miliz griff saudische Ölanlagen an, woraufhin der Schiffsverkehr durch die Meerenge Bab al-Mandab einbrach. Am Sonntag durchquerten nur elf Handelsschiffe die Meerenge – der niedrigste Stand seit Monaten. Syrien strebt unterdessen ein Sicherheitsabkommen mit Israel an, wie Präsident Ahmed al-Scharaa in einem Interview mit Al-Dschasira erklärte. Dies könne den Weg für einen umfassenden Frieden ebnen, ohne den syrischen Anspruch auf die Golanhöhen aufzugeben.



