Europäische Patriot-Alternative: Ukraine treibt Entwicklung von Freyja voran
Freyja: Europas Patriot-Alternative für die Ukraine

Die Ukraine treibt die Entwicklung des europäischen Raketenabwehrsystems 'Freyja' mit Nachdruck voran. Das System soll eine kostengünstigere und offene Alternative zum US-amerikanischen Patriot-System bieten, dessen Abwehrraketen knapp sind. Der Vizesekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates, Dawyd Alojan, gab bekannt: 'Wir wollen in der ersten Hälfte des nächsten Jahres eine erste funktionsfähige Version fertig haben.' Dabei handle es sich um einen Prototyp, der bereits erste praktische Ergebnisse zeigen könne.

Internationale Allianz für Luftverteidigung

Am 13. Juli schlossen zehn europäische Staaten und rund ein Dutzend Rüstungsunternehmen in Paris eine Allianz zum Ausbau der Luftverteidigung. Kernprojekt ist das System 'Freyja', das die Abhängigkeit von den knappen Patriot-Systemen aus den USA reduzieren soll. Neben der Ukraine sind Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Dänemark, die Niederlande, Norwegen, Schweden und Spanien beteiligt. Zu den Unternehmen zählen Hensoldt (Deutschland), Thales (Frankreich), das Konsortium Eurosam (Frankreich-Italien), Leonardo (Italien) und Saab (Schweden). Als industrieller Hauptpartner fungiert der ukrainische Hersteller Fire Point.

Offene Architektur als Schlüssel

Freyja basiert auf einer offenen Systemarchitektur, die es ermöglicht, Komponenten verschiedener Hersteller flexibel zu kombinieren. Alojan erläuterte: 'Wenn Dänemark also sagt: "Ich möchte das Freyja-System mit einem dänischen Weibel-Radar", ist das in Ordnung. Wenn Schweden sagt, sie wollen das Saab-System, ist das auch kein Problem.' Die Ukraine wird Startgeräte und Abfangraketen beisteuern, während die Verbündeten Technologien wie Radaranlagen, Sensoren und Steuerungselektronik liefern.

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Finanzierung und Umsetzung

Um eine stabile Finanzierung zu gewährleisten, wird die Einrichtung eines speziellen Fonds geprüft. Alojan hofft, dass die direkte Einbindung von Unternehmen bürokratische Hürden abbaut: 'Die Koalition sollte eher praktisch als politisch sein.' Bundeskanzler Friedrich Merz betonte in Paris, das Projekt werde die europäischen Rüstungsindustrien enger zusammenbringen. Präsident Wolodymyr Selenskyj unterstrich die strategische Bedeutung: 'Je mehr Mittel die Ukraine zum Abschuss ballistischer Raketen habe, desto größer sei die Chance, den russischen Präsidenten Wladimir Putin an den Verhandlungstisch zu zwingen.'

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