Japan und Südkorea fordern USA und China im KI-Wettlauf heraus
Japan und Südkorea fordern KI-Übermacht heraus

Europa gerät bei der Entwicklung eigener KI-Modelle und Rechenzentren nicht nur durch die USA und China zunehmend unter Druck, sondern verstärkt auch durch Japan und Südkorea. Beide Länder legen billionenschwere Förderprogramme auf. Das Stichwort lautet „souveräne KI“. Viele Länder versuchen derzeit, eigene Modelle zu entwickeln und Rechenkapazitäten aufzubauen, um sich unabhängiger zu machen von den amerikanischen und chinesischen Marktführern der KI-Branche, OpenAI, Anthropic und Chinas Deepseek.

Eigene Modelle und milliardenschwere Investitionen

Japan und Südkorea haben schon eigene KI-Modelle. Nun wollen sie sich – nicht gemeinsam, sondern jeder für sich – durch eigene Industriepolitik als unverzichtbaren Partner der US-KI-Industrie positionieren und gleichzeitig, quasi als neutrale Nationen, bevorzugte KI-Partner anderer asiatischer Nationen werden. Am deutlichsten hat dies Südkoreas Präsident Lee Jae-myung am Wochenende in den USA gemacht. „Südkorea will einen Sprung nach vorn machen, um eine unersetzliche Schlüsselnation in der KI-Lieferkette zu werden“, sagte er in einer Rede, die das Präsidialamt „San-Francisco-KI-Deklaration“ taufte.

Billionenschwere Programme für Chips und Rechenzentren

Bereits Ende Juni hatte er gemeinsam mit der südkoreanischen Wirtschaft ein ambitioniertes Programm vorgestellt: umgerechnet rund 2,4 Billionen Euro beziehungsweise 4,3 Billiarden Won für neue Chipwerke, Roboter und KI-Rechenzentren bis etwa 2035. Japan hat ebenfalls ein massives Förderprogramm aufgelegt, das sich auf den Bau eigener Rechenzentren und die Entwicklung fortschrittlicher KI-Chips konzentriert. Beide Länder wollen damit ihre Abhängigkeit von US- und chinesischen Technologien reduzieren und gleichzeitig ihre Position in der globalen KI-Lieferkette stärken.

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Balanceakt zwischen Unabhängigkeit und Partnerschaft

Der Wettlauf um KI-Souveränität ist für Japan und Südkorea ein Balanceakt. Einerseits wollen sie sich von den Marktführern unabhängiger machen, andererseits sind sie auf die Zusammenarbeit mit den USA angewiesen, insbesondere bei Halbleitern und fortschrittlicher Technologie. Beide Länder setzen daher auf enge Kooperationen mit US-Konzernen wie Nvidia. So traf sich Südkoreas Präsident Lee mit Nvidia-CEO Jensen Huang, um gemeinsame KI-Deals zu besprechen. Die Strategie: sich als unverzichtbare Partner in der KI-Lieferkette zu etablieren, ähnlich wie Taiwan es in der Halbleiterindustrie geschafft hat.

Auswirkungen auf Europa

Für Europa bedeutet diese Entwicklung zusätzlichen Druck. Während die EU ihre eigene KI-Regulierung vorantreibt, investieren Japan und Südkorea massiv in die Infrastruktur. Experten warnen, dass Europa Gefahr läuft, den Anschluss zu verlieren, wenn nicht ebenfalls deutlich mehr in Rechenzentren und KI-Modelle investiert wird. Die asiatischen Länder zeigen, dass eine Kombination aus staatlicher Förderung und enger Partnerschaft mit US-Tech-Konzernen einen erfolgreichen Weg zur KI-Souveränität bieten kann.

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