Diebstahl in Kabul: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen fünf Bundeswehrsoldaten
Ermittlungen gegen Bundeswehrsoldaten wegen Diebstahls in Kabul

Nach dem Evakuierungseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan im August 2021 ermittelt die Staatsanwaltschaft Kempten gegen fünf Soldaten wegen des Verdachts des Diebstahls. Die Beschuldigten gehören zu dem Kontingent, das damals aus Kabul ausgeflogen wurde, wie eine Sprecherin der Behörde am Dienstag mitteilte.

Vorwurf: Waren aus Läden am Flughafen entwendet

„Gegenstand des Verfahrens ist der Vorwurf, dass sich die Beschuldigten während der Evakuierungen Waren aus Läden am Flughafen Kabul rechtswidrig angeeignet haben sollen“, sagte die Pressesprecherin. Weitere Details zu den genauen Umständen oder den entwendeten Gegenständen nannte sie nicht. Für die Soldaten gilt bis zum Abschluss der Ermittlungen die Unschuldsvermutung.

Die Vorwürfe beziehen sich auf die chaotischen Zustände rund um den internationalen Flughafen von Kabul im Sommer 2021. Nachdem die Taliban in einer Blitzoffensive die afghanische Hauptstadt praktisch kampflos eingenommen hatten, starteten mehrere westliche Länder, darunter Deutschland, eine militärische Evakuierungsaktion. Die Bundeswehr hatte ihren Abzug aus Afghanistan ursprünglich später geplant, musste aber aufgrund der schnellen Machtübernahme durch die Taliban handeln.

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Chaos und Gefahr am Flughafen

Während der Evakuierung kam es zu dramatischen Szenen: Tausende Menschen drängten auf das Flughafengelände, um das Land zu verlassen. Es gab Berichte über Tote und Verletzte, und die Sicherheitslage war äußerst angespannt. In diesem Umfeld sollen die fünf Bundeswehrsoldaten Gelegenheiten genutzt haben, sich Waren aus den Duty-Free-Shops oder anderen Geschäften anzueignen.

Die Staatsanwaltschaft Kempten ist für das Verfahren zuständig, da sie seit dem Jahr 2013 generell die Gerichtsbarkeit bei Straftaten von Bundeswehrsoldaten „in besonderer Auslandsverwendung“ übernimmt. Dies gilt unabhängig vom stationären Standort der Soldaten in Deutschland. Die Ermittlungen laufen bereits seit einiger Zeit, wurden aber erst jetzt öffentlich bekannt.

Bundeswehr unter Druck

Die Vorwürfe belasten die ohnehin angespannte öffentliche Wahrnehmung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr. Bereits kurz nach der Evakuierung gab es Kritik an der Logistik und der Kommunikation während des Einsatzes. Sollten sich die Diebstahlvorwürfe bestätigen, könnte dies das Vertrauen in die Bundeswehr weiter erschüttern.

Die Verteidigung der Beschuldigten hat bislang keine Stellungnahme abgegeben. Es bleibt abzuwarten, ob die Staatsanwaltschaft Anklage erheben wird. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

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