USA bombardieren Iran neunte Nacht in Folge – Teheran meldet Tanker-Explosionen
USA bombardieren Iran neunte Nacht – Teheran meldet Explosionen

Die US-Armee hat in der neunten Nacht in Folge Angriffe auf Iran ausgeführt. Das US-Regionalkommando Centcom erklärte am Sonntag (Ortszeit) im Onlinedienst X, mit den Attacken sollten die militärischen Fähigkeiten Irans geschwächt werden, die für Angriffe auf Handelsschiffe und zivile Seeleute genutzt würden. Die Angriffe begannen um 19:00 Uhr ET und sind Teil einer anhaltenden Offensive.

Trump spricht von Vergeltung für getötete US-Soldaten

US-Präsident Donald Trump sagte, die Attacken erfolgten als Reaktion auf die zuletzt im Irankrieg getöteten US-Soldaten. „Wir haben sie heute Abend wieder sehr hart getroffen“, erklärte Trump mit Blick auf Iran. Das sei „zu Ehren“ der „wahrscheinlich drei großartigen Patrioten“ erfolgt, sagte der Präsident vor Journalisten bei seiner Rückkehr vom Fußball-WM-Finale vor den Toren von New York nach Washington. Am Freitag waren bei iranischen Angriffen auf Ziele in Jordanien zwei US-Soldaten getötet worden. Ein dritter Militärangehöriger wurde zunächst vermisst. Am Sonntag erklärten die US-Streitkräfte, vor Ort seien sterbliche Überreste gefunden worden. Diese sollten nun identifiziert werden.

Iranische Explosionsmeldungen aus mehreren Städten

Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim wurden Explosionen aus der Stadt Tabris im Norden des Landes, der Hafenstadt Tschahbahar am Golf von Oman, aus Konarak in der südöstlichen Provinz Sistan-Belutschistan, der Hafenstadt Mahschahr in der Provinz Chusestan sowie der Hafenstadt Bandar Imam Chomeini am Persischen Golf gemeldet. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig verifizieren.

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Kuwait und Bahrain melden iranische Drohnenangriffe

Die kuwaitische Armee erklärte auf X, sie habe „feindliche Drohnenangriffe infolge iranischer Aggression“ abgewehrt. In Bahrain wurde Luftalarm ausgelöst, wie das Innenministerium mitteilte. Die US-Botschaft in der Hauptstadt Manama teilte mit, sie verfüge über Informationen, „die darauf hindeuten, dass Iran beabsichtigen könnte, nicht näher bezeichnete Ziele im Zentrum Manamas anzugreifen“. Der Golfstaat war in den vergangenen Tagen wiederholt zum Ziel iranischer Angriffe geworden.

Tanker in der Straße von Hormus in Brand

Die Eskalation im Golf belastet auch die Rohstoffmärkte immer weiter. So erklärte die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) in der Nacht, in der Straße von Hormus brenne ein Schiff. Es befinde sich acht Seemeilen nordwestlich von Kumsar in Oman. Die Brandursache sei vorerst unklar. In der für die weltweite Schifffahrt bedeutenden Meerenge waren zuletzt immer wieder Tanker angegriffen worden. Die Führung in Teheran hält die Meerenge wegen des Irankriegs de facto geschlossen.

Iran: Zwei Öltanker in die Luft gejagt – kein Öl mehr durch die Meerenge

Aus Iran hieß es in der Nacht, man habe „zwei Öltanker in die Luft gejagt“. Konkret wurden die Angaben der Revolutionswächter zu Herkunft, Ladung und möglichen Verletzen nicht. Es hieß lediglich, die Schiffe seien „immobilisiert“ worden, nachdem sie eine „unsichere Route im südlichen Teil der Straße von Hormus“ eingeschlagen hätten. Das US-Militär habe die Besatzungen aufgefordert, diese unsichere Passage zu nutzen, teilte Teheran mit. Im Übrigen, so die Revolutionswächter, bleibe die Route unsicher, solange die „Aggressionen der USA in der Region“ weitergehen. Auch nicht das kleinste bisschen Öl oder Gas werde durchgelassen. Darüber hinaus erklärte Teheran, man habe US-Flugzeuge auf dem Aqaba-Flughafen in Jordanien mit ballistischen Raketen angegriffen. Die Angaben der iranischen Führung lassen sich nicht unabhängig verifizieren.

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Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus drastisch zurückgegangen

Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist angesichts des zunehmenden militärischen Schlagabtauschs zwischen den USA und dem Iran am Wochenende zurückgegangen. Daten des Finanzdatenanbieters LSEG zufolge passierten am Sonntag vier Schiffe die Meerenge; am Samstag waren es acht gewesen. Seit Donnerstag wurden keine Tanker für verflüssigtes Erdgas (LNG) mehr bei der Durchfahrt durch die Meerenge registriert. Einige Schiffe schalten jedoch zeitweise ihre Transponder ab, um ihre Route zu verschleiern. Durch die Straße von Hormus wird üblicherweise etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls transportiert. Die USA haben eine Seeblockade vor iranischen Häfen durchgesetzt, während Iran seinerseits gegen Schiffe vorgeht, die aus seiner Sicht die Regeln verletzen. Beide Seiten nehmen zunehmend die Schifffahrt ins Visier.