Im Großraum Paris haben Drogenfahnder bei einer Razzia ein gestohlenes Gemälde von Pablo Picasso entdeckt. Das Kunstwerk, das die Muse Marie-Thérèse Walter zeigt, soll einen Wert von 12 bis 15 Millionen Euro haben. Der Fund war ein Zufall – die Beamten suchten eigentlich nach Drogen.
Wachmann unter Verdacht
Die Ermittlungen richteten sich seit Monaten gegen einen 37-jährigen Mann, der als Wachmann bei einer Pariser Firma arbeitete. Das Unternehmen lagert Kunstwerke und andere Wertgegenstände. Gemeinsam mit drei weiteren Männern soll der Verdächtige mit Rauschgift gehandelt haben.
Bei der Durchsuchung des Hauses seiner Tante stießen die Beamten auf das Picasso-Gemälde. Den Namen des Werks gab die Polizei nicht bekannt. Es soll jedoch Marie-Thérèse Walter zeigen, die 17 Jahre alt war, als der damals 45-jährige Picasso sie ansprach. Der Maler war von ihr fasziniert und porträtierte sie während ihrer langjährigen Romanze immer wieder.
Besitzerin wähnte den Picasso in Sicherheit
Wie die Polizeigewerkschaft mitteilte, war das Porträt in einem Lager deponiert. Bei der Besitzerin handelt es sich laut „Le Parisien“ um eine Frau aus Singapur. Sie glaubte, das Werk sei dort sicher. Im Verlauf der Ermittlungen gab der Wachmann zu, das Gemälde gestohlen zu haben. Nach Angaben der französischen Tageszeitung sagte er den Beamten, er habe „Sicherheitslücken im Unternehmen aufzeigen wollen“.
Besonders brisant: Der Diebstahl war nie öffentlich bekannt geworden. Zudem ist unklar, ob überhaupt jemand bemerkt hat, dass das Bild fehlt. Die Staatsanwaltschaft erklärte lediglich, das Gemälde sei „bei einer Durchsuchung im Zuge von Ermittlungen wegen Drogenhandels“ entdeckt worden.
Weitere Funde: Drogen, Designermode und Bargeld
Neben dem Picasso entdeckten die Beamten laut der britischen Zeitung „The Times“ auch 17 Kilogramm Cannabis. Außerdem fanden sie Luxuskleidung im Wert von 200.000 Euro sowie mehrere tausend Euro Bargeld. Die Justiz ermittelt nun neben dem Handel mit Rauschmitteln auch wegen Diebstahls und Hehlerei.



