Nordkoreanische Gefangene in der Ukraine: Südkorea und Kyjiw beraten über Schicksal
Nordkorea-Gefangene: Seoul und Kyjiw beraten

Im Herbst 2024 griff Nordkorea auf der Seite Russlands in den Krieg gegen die Ukraine ein. Nach der Unterzeichnung eines Verteidigungspakts mit Moskau entsandte der ostasiatische Staat Tausende Soldaten an die Front nach Europa. Viele von ihnen wurden im Einsatz getötet, die Ukraine machte lediglich zwei Gefangene.

Gespräche zwischen Südkorea und der Ukraine

Nun haben die Außenminister Südkoreas und der Ukraine nach südkoreanischen Angaben „konstruktive“ Gespräche über das Schicksal der beiden Soldaten geführt. Der südkoreanische Außenminister Cho Hyun und sein ukrainischer Amtskollege Andrij Sybiha erörterten das Thema bei einem Treffen in Seoul, teilte ein Sprecher des südkoreanischen Außenministeriums am Dienstag mit.

Die Soldaten waren im Januar vergangenen Jahres von ukrainischen Streitkräften gefangen genommen worden, als sie in der Region Kursk auf russischer Seite kämpften. Ukrainischen Ermittlern sagten die Männer, dass sie nicht gewusst hätten, dass sie in den Krieg geschickt würden. Anfangs hätten sie geglaubt, an einer Übung teilzunehmen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Drohende Strafen in Nordkorea

Nordkorea und Russland fordern die Rückführung der beiden Kriegsgefangenen in ihr Heimatland. Menschenrechtsorganisationen warnen jedoch, dass ihnen bei einer Rückkehr nach Pjöngjang schwere Strafen drohen könnten. Die Soldaten selbst hatten darum gebeten, nach Südkorea gebracht zu werden. Die südkoreanische Verfassung erkennt alle Nordkoreaner offiziell als eigene Staatsbürger an. Seoul bemüht sich darum, die Gefangenen ins Land zu holen.

Südkorea schätzt, dass mindestens 15.000 Nordkoreaner in den Kriegseinsatz geschickt wurden. Die kommunistische Regierung im Norden hatte die Entsendung zunächst geleugnet, später jedoch eingeräumt.

Hohe Verluste unter nordkoreanischen Soldaten

Während Kämpfen gegen ukrainische Truppen in der russischen Grenzregion Kursk wurden nach Einschätzung des ukrainischen Militärgeheimdienstes in den Jahren 2024 und 2025 mehr als 7000 nordkoreanische Soldaten getötet oder verletzt. Berichten zufolge hatten die nordkoreanischen Behörden den Soldaten die Order erteilt, im Notfall Suizid zu begehen, um einer Gefangennahme zu entgehen.

Im April hatte der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un im Ukraine-Krieg getötete nordkoreanische Soldaten dafür gepriesen, dass sie „ohne Zögern an todesverachtenden Mann-gegen-Mann-Kämpfen und heroischen Suizid-Explosionen“ teilgenommen hätten. (Tsp/AFP)

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration