Das Wrack eines berüchtigten japanischen „Höllenschiffs“ aus dem Zweiten Weltkrieg wurde vor der Küste der Philippinen identifiziert. Forscher der Hellships Memorial Foundation und der Entdecker Josh Gates konnten die „Hōfuku Maru“ vor der Provinz Zambales auf der Insel Luzon eindeutig lokalisieren. Das Schiff war 1944 gesunken, wobei mehr als 1000 Menschen ums Leben kamen.
Identifizierung des Wracks
Bereits seit Jahren suchte die von dem pensionierten Marineoffizier Randy Anderson gegründete Stiftung nach dem Wrack. Der Durchbruch gelang mit bislang unbeachteten Dokumenten aus amerikanischen und japanischen Militärarchiven. Diese lieferten neue Hinweise auf den Untergangsort. Die japanischen Quellen enthielten präzise Informationen über den Angriff auf den Konvoi und die getroffenen Schiffe. Dadurch konnte das Suchgebiet um rund 30 Seemeilen verlagert werden.
Mit moderner Sonartechnik und Tauchuntersuchungen wurde das Wrack in der Tiefe lokalisiert. Hochauflösende Photogrammetrie erfasste das Wrack detailliert. Der Vergleich mit den originalen Bauplänen der „Hōfuku Maru“ bestätigte die Identität: Abmessungen, strukturelle Merkmale und die Anordnung der Schiffselemente stimmten überein. Das Schiff war gewaltsam in zwei Teile zerbrochen, was den historischen Aufzeichnungen entspricht.
Höllenschiffe: Transport unter brutalen Bedingungen
Alliierte Kriegsgefangene prägten den Begriff „Höllenschiffe“ für japanische Transportschiffe, die sie unter unmenschlichen Bedingungen in Zwangsarbeitslager brachten. Das Kaiserreich Japan setzte rund 130 solcher Schiffe ein. Mehr als 125.000 alliierte Gefangene wurden transportiert, etwa 20.000 starben bereits auf den Überfahrten. Die Schiffe waren oft in militärische Konvois integriert und nicht als Gefangenentransporter gekennzeichnet, sodass sie zu legitimen Angriffszielen wurden.
Die „Hōfuku Maru“ wurde am 21. September 1944 von einem alliierten Torpedo getroffen. Durch die Explosion zerbrach das Schiff in zwei Teile und sank innerhalb weniger Minuten. Die eingeschlossenen Gefangenen hatten kaum Fluchtmöglichkeiten. Mehr als 1000 Menschen starben, was den Untergang zu einem der schwersten Unglücke dieser Art macht.
Wrack als Kriegsgrab
Im Wrack wurden auch menschliche Überreste entdeckt. Daher gilt die Fundstelle als Kriegsgrab von hoher historischer und ethischer Bedeutung. Josh Gates betonte, dass die Geschichte der Höllenschiffe ein bislang zu wenig beachtetes Kapitel des Zweiten Weltkriegs sei. Die Forschungen sollen den Angehörigen der Opfer Gewissheit bringen.
Die Untersuchungen an der „Hōfuku Maru“ und einem weiteren Höllenschiff, der „Ōryoku Maru“, werden fortgesetzt. Die Defense POW/MIA Accounting Agency unterstützt die Identifizierung vermisster Militärangehöriger. Die Ergebnisse sollen in einer Dokumentation der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.



