In der Nacht hat Russland erneut ballistische Raketen auf die ukrainische Hauptstadt Kyjiw gefeuert. Dabei sind nach Angaben des Rettungsdienstes mindestens 14 Menschen getötet und 27 weitere verletzt worden. Die Einschläge verteilten sich auf mindestens sieben Bezirke in Kyjiw und Umgebung, wie Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram mitteilte. Die Flugabwehr sei im Einsatz gewesen, erste Berichte über Schäden und Verletzte lagen bereits vor.
Einschläge in mehreren Bezirken
Im Bezirk Holossijiw, südlich der Hauptstadt gelegen, wurden zwei Verletzte aus den Trümmern eines Lagergebäudes geborgen. Eine Such- und Rettungsaktion dauerte an, da befürchtet wurde, dass sich noch weitere Menschen unter den Trümmern befinden könnten. Im Bezirk Obolon im Norden Kyjiws brachen mehrere Brände aus. Auch im Bezirk Desna geriet ein Lagerhaus in Brand, und Trümmerteile einer Rakete fielen in der Nähe eines Wohngebiets herunter, so Klitschko.
Schäden an Lagerhäusern und Infrastruktur
Mehrere Lagerhäuser wurden bei dem Angriff beschädigt. Die genaue Zahl der betroffenen Gebäude ist noch unklar, aber die Rettungsdienste sind im Einsatz, um die Brände zu löschen und nach Überlebenden zu suchen. Die Ukraine verteidigt sich seit viereinhalb Jahren gegen den russischen Angriffskrieg, und immer wieder gerät auch die Hauptstadt unter Beschuss. Erst in der Nacht zum Samstag hatte Russland Kyjiw mit ähnlichen Angriffen überzogen, bei denen mindestens neun Menschen getötet und mehr als 30 verletzt wurden.
Ukraine greift russisches Logistikzentrum an
Parallel zu den Raketenangriffen auf Kyjiw hat die Ukraine Drohnenangriffe auf die russische Region Tula ausgeführt. Dabei wurde offenbar ein Logistikzentrum des Onlinehändlers Wildberries getroffen, wie der dortige Gouverneur Dmitri Miljajew auf Telegram mitteilte. Infolge des Angriffs brach ein Feuer aus, Einsatzkräfte löschten den Brand. Ein Mensch wurde verletzt und medizinisch versorgt.
Die ukrainischen Streitkräfte haben seit Mitte Juli mehr als ein Dutzend Anlagen von Wildberries mit Drohnen angegriffen und teils erheblich beschädigt. Miljajew zufolge wurden zudem zwei Industrieanlagen in der Stadt Nowomoskowsk und im Gebiet Uslowaja sowie zwei Wohnhäuser in einem anderen Teil der Region Tula beschädigt.
Hintergrund: Eskalation im Ukraine-Krieg
Die jüngsten Angriffe zeigen die anhaltende Eskalation im Ukraine-Krieg. Während Russland seine Luftangriffe auf ukrainische Städte intensiviert, reagiert die Ukraine mit Drohnenangriffen auf russische Infrastruktur. Die Angriffe auf Wildberries, ein wichtiger Akteur im russischen E-Commerce, zielen darauf ab, die russische Logistik und Wirtschaft zu schwächen. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit Sorge, da die Zahl der zivilen Opfer steigt.
Die ukrainische Regierung hat wiederholt westliche Partner um mehr Luftverteidigungssysteme gebeten, um die Städte besser schützen zu können. Die USA und andere NATO-Staaten haben weitere Waffenlieferungen zugesagt, doch die Umsetzung dauert an. Unterdessen setzt Russland seine Angriffe fort, ohne Anzeichen für eine Deeskalation zu zeigen.



