Fauci verweigert Aussage: Tagebücher entfachen neue Corona-Debatte in den USA
Fauci verweigert Aussage – Tagebücher entfachen neue Corona-Debatte

Der frühere Biden-Berater und Immunologe Anthony Fauci hat eine erneute Aussage vor dem US-Senatsausschuss verweigert. Der 85-Jährige berief sich dabei auf den fünften Verfassungszusatz, der es ihm erlaubt, die Aussage zu verweigern, wenn er sich selbst belasten müsste. Hintergrund ist die Veröffentlichung Tausender Seiten aus Faucis Corona-Tagebüchern durch den mit Donald Trump verbündeten Senator Rand Paul.

Vorwurf der Selbstbelastung und Meineid

Fauci äußerte die Vermutung, dass Paul ihn vorgeladen habe, um ihn wegen Meineids „hinter Gitter zu bringen“. Paul hatte zuvor die Tagebücher veröffentlicht, die er sich offenbar über einen Regierungsrechner verschafft hatte. Im Senat warfen Republikaner dem pensionierten Wissenschaftler vor, seine Corona-Empfehlungen seien eine „Schande“ gewesen. Fauci war medizinischer Chefberater von Ex-Präsident Joe Biden und langjähriger Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten.

Die umstrittenen Tagebucheinträge

Laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ schrieb Fauci im Januar 2020 über chinesische Lebensmittelmärkte: „Jetzt wissen wir, dass der Markt nicht der Ursprung, sondern der Verstärker war.“ Ein Jahr später beklagte er, dass „radikale Rechte“ behaupteten, er habe das Virus absichtlich entwickelt. Im Mai 2021 notierte er: „Ich habe immer gesagt, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass das Virus natürlichen Ursprungs ist und von einem Tier auf den Menschen übergesprungen ist. Angesichts der vielen Spekulationen über ein mögliches Laborleck in den letzten Tagen habe ich jedoch betont, dass niemand, mich eingeschlossen, sich hundertprozentig sicher über den Ursprung ist, und fordere daher eine gründliche Untersuchung.“

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Politische Instrumentalisierung und Drohgebärden

US-Präsident Donald Trump behauptete auf Truth Social, Fauci habe „stets versucht, China zu beschützen“. Das Weiße Haus verbreitete zudem ein montiertes Bild von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., auf dem dieser Fauci Handschellen androht. Paul zeigt sich seit Jahren überzeugt, dass Fauci mit seinen Annahmen zum Ursprung des Virus bewusst täuschen wollte.

Wendepunkt in der offiziellen Einschätzung

Bereits im vergangenen Jahr änderte die US-Regierung ihre Einschätzung zum Ursprung des Coronavirus. CIA-Direktor John Ratcliffe geht mittlerweile von einer Laborpanne aus. Die CIA schätzt mit geringer Sicherheit, dass ein forschungsbedingter Ursprung der Pandemie wahrscheinlicher sei als ein natürlicher. Anfang Dezember 2025 legte ein Unterausschuss des US-Repräsentantenhauses einen Bericht vor, der ebenfalls die Labortheorie stützt. Auch der ehemalige Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, hält die Laborthese mit dem aktuellen Wissensstand für wahrscheinlicher, wie er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ sagte.

Keine abschließende Klärung in Sicht

Trotz der neuen Entwicklungen liegt bis heute kein eindeutiges Ergebnis zum Ursprung der Covid-19-Pandemie vor. Die Weigerung Faucis auszusagen und die veröffentlichten Tagebücher haben die Debatte jedoch neu entfacht. Die Republikaner im Senat nutzen den Fall, um ihre Kritik an Faucis Rolle in der Pandemiebekämpfung zu untermauern.

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