Selenskyj warnt vor russischem Luftschlag
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat vor einem angeblich unmittelbar bevorstehenden neuen schweren russischen Angriff aus der Luft gewarnt. Russland habe erst vor wenigen Tagen die Ukraine attackiert „und die Wahrscheinlichkeit ist hoch“, dass ein solcher Schlag auch heute Nacht ausgeführt werde, schrieb Selenskyj auf sozialen Netzwerken. Er berief sich dabei auf einen Lagebericht des ukrainischen Luftwaffenchefs Anatolij Krywonoschko. Russland hat in den vergangenen Wochen die Ukraine mehrfach massiv mit Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen attackiert. Immer wieder war dabei auch die Hauptstadt Kiew Ziel der Angriffe, mit vielen Toten und Verletzten als Folge.
Ukrainischer F-16-Kampfjet abgestürzt
Die Ukraine hat einen der für sie wertvollen westlichen Kampfjets vom Typ F-16 bei der Verteidigung des eigenen Luftraums verloren. Die Maschine sei abgestürzt, als sie feindliche Flugobjekte abfing, teilte die ukrainische Luftwaffe mit. „Vorläufigen Informationen nach gab es eine Notfallsituation an Bord, der Pilot musste sich per Schleudersitz retten“, heißt es in der Mitteilung. Der Pilot ist demnach wohlauf, am Boden gab es keine Schäden und Opfer. Die Ukraine hat nach langem Werben bei westlichen Partnern 2024 die ersten Kampfjets des Typs F-16 erhalten. Die Flugzeuge werden vor allem bei der Abwehr russischer Drohnen- und Raketenangriffe eingesetzt. Mehrere Maschinen sind bei den riskanten Manövern bereits abgestürzt, die erste kurz nach Beginn der Lieferungen. Der Verlust jeder einzelnen F-16 wiegt für Kiew schwer, da sie sie nicht selbst produzieren kann und bis heute noch nicht alle der rund 80 versprochenen Maschinen in der Ukraine eingetroffen sind.
Frankreich weist russische Journalistin aus
Frankreich erlässt nach Angaben des Innenministeriums eine Ausweisungsverfügung gegen die russische Journalistin Xenia Fedorowa. Der ehemaligen Chefin des in der EU mittlerweile verbotenen russischen Auslandssenders RT France wird unter anderem von Außenminister Jean-Noel Barrot vorgeworfen, russische Desinformation zu verbreiten. Fedorowa tritt inzwischen häufig in den Medien des französischen Milliardärs Vincent Bollore auf. Deren Muttergesellschaften Canal+ und Lagardere äußerten sich schockiert über die Entscheidung und sagen Fedorowa Unterstützung zu. Einer Meldung der Nachrichtenagentur AFP zufolge will ihre Anwältin gegen die Anordnung vorgehen.
Sberbank fürchtet Kreditausfälle nach Wildberries-Angriffen
Russlands größtes Kreditinstitut Sberbank erwägt wegen der ukrainischen Drohnenangriffe auf Lagerhäuser des Online-Handelsriesen Wildberries eine höhere Risikovorsorge. Die Bonität von Online-Händlern und deren Lieferanten habe sich nach den Attacken verschlechtert, teilte die Bank am Mittwoch mit. Rund 300 Unternehmen hätten bereits eine Umschuldung ihrer Kredite beantragt. „Deren finanzielle Lage und der künftige Cashflow haben sich natürlich verschlechtert“, sagte Finanzvorstand Taras Skworzow in einer Telefonkonferenz mit Analysten. „Ziehen wir eine Erhöhung der Rückstellungen in Betracht? Ja, das tun wir.“ Eine Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen. Für Händler auf der Wildberries-Plattform, die von den Angriffen betroffen sind, hat die Sberbank ein Umschuldungsprogramm aufgelegt. Skworzow zufolge geht die Bank davon aus, dass Wildberries und seine Kunden über eine ausreichende Finanzkraft verfügen, um die Störungen zu überwinden. Die ukrainischen Drohnenangriffe hatten mindestens sieben Lagerhäuser von Wildberries, das als russisches Pendant zu Amazon gilt, beschädigt und rund zehn Prozent der Lagerkapazität des Unternehmens zerstört.
Selenskyj stellt Besuch von US-Sondergesandten in Aussicht
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj stellt baldige Beratungen mit den US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Aussicht. Es sei möglich, dass Witkoff und Kushner in den kommenden zwei Wochen zu Beratungen nach Kiew kommen, sagt Selenskyj dem US-Nachrichtenportal „Axios“. Er bemühe sich zudem vor dem Winter um 300 Patriot-Luftabwehrraketen. Denn er erwarte, dass Russland seine Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur im Winter wieder verstärken werde. Selenskyj hatte sich am Dienstag mit US-Präsident Donald Trump in Washington getroffen. Dabei ging es um die Wiederbelebung der Friedensverhandlungen mit Russland und eine Stärkung der ukrainischen Luftabwehr. Selenskyj zufolge stimmte Trump zu, der Ukraine Lizenzen für die Produktion von Patriot-Raketen zu erteilen.
Russland bereitet Verlängerung von Diesel-Exportverbot vor
Russland bereitet Insidern zufolge angesichts der anhaltenden ukrainischen Angriffe auf Öl-Anlagen eine Verlängerung seines Exportverbots für Diesel um einen Monat vor. Die Beschränkung könnte jedoch Mitte August aufgehoben werden, falls sich die Versorgungslage im Inland verbessere, teilten zwei mit den Beratungen vertraute Personen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters mit. Das Energieministerium äußerte sich zunächst nicht dazu. Die Regierung in Moskau hatte das Verbot am 8. Juli zunächst bis zum 31. Juli in Kraft gesetzt. Hintergrund sind Treibstoffengpässe infolge der ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Raffinerien und andere Öl-Infrastruktur. Vize-Ministerpräsident Alexander Nowak hatte erklärt, dass die Beschränkungen für Benzin-Exporte bis zum Jahresende verlängert würden, während das Diesel-Exportverbot aufgehoben werde, sobald sich der heimische Markt erhole.
Armeechef plant Ausweitung der ukrainischen Luftangriffe
Knapp eine Woche nach seiner Einsetzung hat der neue ukrainische Oberkommandierende, Mychajlo Drapatyj, erstmals mit dem Chef der Nato-Truppen in Europa, Alexus Grynkewich, telefoniert. In dem Gespräch habe er seine Vorstellungen dargelegt, wie ein Sieg der Ukraine über Russland erreicht werden könne und welche Mittel dafür nötig seien, teilte Drapatyj auf sozialen Netzwerken mit. Dabei sei es auch um eine Ausweitung der ukrainischen Angriffe auf das russische Hinterland gegangen. Zudem müsse das Einsickern russischer Truppen in die ukrainischen Verteidigungslinien verhindert werden.
Neuer ukrainischer Angriff auf Wildberries und Ölraffinerien
In der russischen Stadt Rjasan hat die Ukraine ein großes Logistikzentrum des Online-Händlers Wildberries und eine Raffinerie angegriffen. Der Gouverneur der Region südöstlich von Moskau, Pawel Malkow, bestätigte einen massiven Drohnenangriff. In Industriebetrieben seien Brände durch abstürzende Drohnentrümmer ausgelöst worden, teilte er in sozialen Netzwerken mit. Er nannte die Unternehmen aber nicht. Es habe sechs Verletzte gegeben. Über dem Gebiet Rjasan seien 45 feindliche Drohnen abgewehrt worden. Selenskyj erklärte, die Ukraine habe mehrere Ziele in Russland angegriffen, darunter ein Logistikzentrum in Rjasan, eine Raffinerie in der Region Perm sowie einen Exportterminal und einen Militärbetrieb in der Region Rostow. Auch ein Stützpunkt der Schwarzmeerflotte auf der Krim sei attackiert worden.



